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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

SICHERHEITSZUHALTUNGEN

SICHERHEITSZUHALTUNGEN UND -SENSOREN MASCHINENSICHERHEIT IM KOMPAKTFORMAT Bei der Stellungsüberwachung von Schutztüren gibt es verschiedene Möglichkeiten, auch solche, die sich für geringen Bauraum eignen. Wir stellen Ihnen Sicherheitsschaltgeräte vor, die (fast) jeder Anforderung gerecht werden, kompakt konzipiert sind und sich gleichzeitig durch funktionale Größe auszeichnen. Dabei sind die Einsatzgebiete vielfältiger denn je. Höhere Leistungsdichte und Produktivität auf kleinem Bauraum: Das ist ein zentraler Trend im Maschinenbau, und er beeinflusst die Konstruktion von Sicherheitsschaltgeräten. Denn bei kompakten Maschinen sind die Schutztüren und Schutzklappen entsprechend klein, und man benötigt ebenso kompakte Sicherheitsschaltgeräte für die Stellungsüberwachung oder Zuhaltung der Schutztüren. Für eben diese Anwendung hat das Unternehmen Schmersal die Sicherheitszuhaltung AZM 40 konstruiert – eine elektronische Sicherheitszuhaltung mit Abmessungen von 119,5 × 40 × 20 mm. Dass es sich hier um eine Zuhaltung und nicht um einen Sicherheitsschalter handelt, deutet schon auf einen weiteren Trend in der industriellen Produktion hin. Wurden Sicherheitszuhaltungen ursprünglich meist nur dann eingesetzt, wenn gefährliche Nachlaufbewegungen zu erwarten waren, werden sie heute auch häufig dazu verwendet, um eine Unterbrechung des Produktionsprozesses durch ein Öffnen der Schutztür zu verhindern. In diesen Fällen geht es also nicht oder nicht nur um Personenschutz, sondern um Prozessschutz und möglichst hohe Produktivität ohne unnötige Unterbrechungen. UNIVERSELL EINSETZBAR Um die Funktion der Zuhaltung und die erforderliche Elektronik auf derart kompaktem Raum unterzubringen, mussten neue Wege gegangen werden. Beim AZM 40 gibt es keinen Betätiger, der nach dem „Schlüssel-/Schloss-Prinzip“ in das Schaltergehäuse eintaucht. Stattdessen befindet sich im Schaltergehäuse eine Ausnehmung, in die die Betätigerzunge, innerhalb eines 180°-Bereichs, von drei Seiten aus stufenlos einfahren kann. Das ermöglicht neben einer kompakten Bauform, auch universelle Einsatzmöglichkeiten an Dreh- und Schiebetüren mit nur einer Ausführung. Außerdem verfügt die neue Sicherheitszuhaltung über ein einzigartiges Klemmprinzip, das den Sperrbolzen mit einer Zuhaltekraft von 2 000 N in seiner Position hält. Dabei taucht der Bolzen in eine Gegenkontur im Betätiger ein. Diese Art der Verriegelung schafft u. a. die Voraussetzung dafür, die Stellungsüberwachung des Sperrbolzens mittig im Gehäuse der Zuhaltung unterzubringen. Hier kommt – wie bei den elektronischen Sicherheitssensoren des RSS-Programms – die von Schmersal entwickelte Sicherheitssensorik auf RFID-Basis zum Einsatz. 180°-WINKELFLEXIBILITÄT UND HOCH CODIERT Der Einbau der Sicherheitszuhaltung AZM40 ohne Überstand an den gängigen 40 mm-Profilsystemen ist ebenso möglich wie die (verdeckte) Montage in schlecht zugänglichen Bereichen. Dank der 180°-Winkelflexibilität ist die Zuhaltung auch bei Klappen einsetzbar, die nicht im 90°-Winkel schließen sowie bei Klappen, die nach oben im 45°-Winkel geöffnet werden. Trotz der kompakten Abmessungen ist der AZM40 laut Hersteller auch für sicherheitstechnisch anspruchsvolle Anwendungen bis Performance Level e und Kategorie 4 nach DIN EN ISO 13849-1 sowie SIL 3 nach IEC 61508 geeignet. Die RFID-Kommunikation zwischen Zuhaltung und Betätiger schafft die Voraussetzung dafür, dass der Anwender zwischen drei Arten der Codierung wählen und somit das angemessene Niveau der Manipulationssicherheit festlegen kann – bis hin zu individuell codierten Varianten der Codierstufe „Hoch“ nach ISO 14119. Und wie andere Sicherheitszuhaltungen der AZM-Serie auch lassen sich mehrere AZM40 ohne Beeinträchtigung des Sicherheitsniveaus in Reihe schalten. Der Prozessschutz ist immer häufiger der Grund für den Einsatz von Sicherheitszuhaltungen. Deswegen bietet Schmersal für diese Anwendung eine eigene Variante des AZM40. Bei ihr wird 68 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2021/06 www.industrielle-automation.net

KOMPONENTEN UND SOFTWARE 01 Die kompakte Sicherheitszuhaltung ist ohne Überstand kompatibel zu den gängigen 40-mm-Profilsystemen 02 Der Sicherheitssensor verfügt über vier neue optionale Funktionen, die den Verdrahtungs- und Installationsaufwand verringern und teilweise auch den Verzicht auf einen Sicherheitsrelaisbaustein ermöglichen sollen 01 nicht die Stellung der Zuhaltung, sondern des Betätigers überwacht, und die Sicherheitsausgänge werden bereits eingeschaltet, wenn die Schutztür geschlossen ist. Das Sperren der Zuhaltung ist dann nicht zwingend erforderlich. So soll sich auf einfache Weise die Produktivität steigern lassen. KOMPAKTER SICHERHEITSSENSOR MIT NEUEN FUNKTIONEN 02 Wenn bei der Stellungsüberwachung kleiner Schutztüren keine Zuhaltefunktion benötigt wird, kann der Anwender als Alternative zum klassischen Sicherheitsschalter einen berührungslos wirkenden Sicherheitssensor einsetzen. Hier ist – was die Kompaktheit angeht – der RSS260 das Maß der Dinge im Schmersal-Programm. Mit 40 × 18 × 30 mm ist er nochmals deutlich kleiner als der AZM40. Äußerlich hat sich der RSS260 nicht verändert. Aber er wurde mit neuer Software ausgestattet, die vier zusätzliche, optional wählbare Funktionen bietet: Rückführkreisüberwachung, automatischer/manueller Wiederanlauf (Version F0), Reset (Version F1) und Not-Halt Überwachung (Version Q). In der F0/F1-Variante übernimmt der RSS260 die Aufgaben eines Sicherheitsrelaisbausteins: Eine in den Sensor integrierte Logik übernimmt die sicherheitsgerichtete Überwachung der Schutztürstellung sowie der von den Sensorausgängen angesteuerten Schütze. Das heißt: Der Einsatz eines separaten Auswertegeräts ist nicht mehr nötig, so dass der Anwender Kosten und Platz im Schaltschrank spart. Bei der F0-Version erfolgt der Wiederanlauf der Maschine automatisch, sobald alle Schutztüren geschlossen sind. Es kann jedoch zusätzlich ein Freigabetaster in den Rückführkreis geschaltet werden. Diese Variante eignet sich für kleine Maschinen ohne hintertretbaren Schutzraum. Die F1- Variante wurde für kleinere Anlagen mit betretbarem Gefahrenbereich entwickelt, denn sie verfügt über eine Reset-Funktion, die der „manuellen Rückstellfunktion“ nach EN ISO 13849-1 entspricht. Für Maschinen, bei denen der Einsatz eines Not-Halt- Schalters vorgeschrieben ist, eignet sich laut Schmersal vor allem der RSS260-Q. Hier übernimmt der Sicherheitssensor auch die Not-Halt-Überwachung (bis PL e), so dass für diese Aufgabe kein separater Sicherheitskreis aufgebaut werden muss. VERSCHIEDENE ANSCHLUSSMÖGLICHKEITEN Genau wie der AZM40 kann der RFID-Sicherheitssensor flexibel an Aluminiumprofilen eingesetzt werden, aber auch an vielen anderen Türformaten und Plexiglastüren und -scheiben. Zudem verfügt der Sensor optional über eine integrierte AS-i-Safety-at- Work-Schnittstelle oder ein Interface für den Schmersal SD-Bus. Über die serielle Diagnosefunktion (SD) ist eine Reihenschaltung von bis zu 31 Sicherheitssensoren und -zuhaltungen möglich sowie die Übertragung von nicht-sicheren Diagnose- und Zustandsdaten der angeschlossenen Geräte. Bilder: Aufmacher Iluuuhina – stock.adobe.com; sonst. Schmersal www.schmersal.com UNTERNEHMEN K.A. Schmersal GmbH & Co. KG, Möddinghofe 30, 42279 Wuppertal Tel.: +49 202 6474-0 E-Mail: info@schmersal.com AUTOREN Stephan Frick und Uwe Richter, beide Produktmanager Sicherheitstechnik bei der K.A. Schmersal GmbH & Co. KG in Wuppertal ZUSATZINHALTE IM NETZ https://bit.ly/SicherheitszuhaltungAZM40 KOMPAKT, FLEXIBEL UND EFFIZIENT Mit den Abmessungen 119,5 × 40 × 20 mm ist die elektronische Sicherheitszuhaltung AZM40 vor allem für kleinere Schutztüren und Klappen geeignet – und zudem eine effiziente Sicherheitslösung, denn der Platzbedarf ist in der Produktion ein entscheidender Kostenfaktor. Dank der 180°-Winkelflexibilität kann der Betätiger stufenlos angefahren werden, sodass die Zuhaltung auch bei Klappen einsetzbar ist, die nicht im 90°-Winkel schließen oder nach oben im 45°-Winkel geöffnet werden. www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2021/06 69

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