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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

DENKANSTOSS DIE

DENKANSTOSS DIE HYBRID-CLOUD – EIN ECHTER „ALLESKÖNNER“? Cloud-Dienste sparen eigene IT-Ressourcen, erlauben den orts- und zeitunabhängigen Zugriff auf Unternehmensdaten und sind nahezu wartungsfrei. Doch durch die Aus lagerung der IT-Infrastruktur können Datenwolken auch unübersichtlich werden. Private, Public oder hybride Cloud? Worauf kommt es an und was sollten Sie beachten? Ulrich Meine bringt Licht ins Dunkle. Für die meisten Unternehmen ist Cloud-Computing längst zum Alltag geworden. Nicht ohne Grund, denn der unkomplizierte und kostengünstige Bezug aktueller Softwarelösungen, vorgefertigter Services und neuester Technologien aus „der Wolke“ wird immer mehr zu einem bestimmenden Erfolgsfaktor bei der Realisierung der eigenen IT-Gesamtstrategie. Trotz der Vorteile und ihrer schnellen Umsetzbarkeit insbesondere durch Lösungspakete aus Public Clouds gibt es für Unternehmen allerdings nach wie vor gute Gründe, zumindest Teilaspekte ihrer IT-Landschaft über das eigene Rechenzentrum (On-Premise) oder in einer privaten Cloud eines Service-Anbieters zu betreiben. DAS BESTE AUS ZWEI WELTEN Dieser Wunsch, an der eigenen Infrastruktur festzuhalten (etwa aus Gründen des Schutzes sensibler Daten oder bei produktionsnahen Systemen) und trotzdem nicht auf die neuen Softwarelösungen und Anwendungsfelder aus der Public Cloud verzichten zu wollen, ist aus meiner Erfahrung einer der Hauptgründe, wieso viele Unternehmen sich in der Praxis für eine Hybrid-Cloud- ULRICH MEINE Dipl.-Wirtsch.-Inf., Director Portfolio Management, Bereich Global Managed Services, NTT DATA Business Solutions AG Lösung entscheiden. Und macht man alles richtig, ist diese Variante in der Tat ein echter „Alleskönner“. Die Hybrid-Cloud birgt nämlich das große Potenzial, weitreichende Kontrolle und Sicherheit mit bedarfsgerechter Skalierbarkeit sowie innovativen Softwarefunktionen auf effiziente Weise zu verbinden. Unternehmen mit besonders hohen Datenschutzauflagen können dabei ihre geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Workloads auch weiterhin On-Premise oder in der Private Cloud verarbeiten. Dies bietet im Gegensatz zur Public Cloud ein hohes Maß an Eigenkontrolle, indem sich IT-Governance und Compliance- Anforderungen genauestens kontrollieren und individuell umsetzen lassen. Weniger kritische Workloads werden guten Gewissens samt der damit verbundenen Effizienzvorteile in die Public Cloud verlagert. Wo Applikationen es zulassen, lassen sich durch die flexiblen Kapazitäten der Public Cloud kurzfristig auftretende Lastspitzen erfolgreich abfangen. Bestimmte Komponenten können zu bestimmten Zeiten abgeschaltet oder von vornherein kleiner gestaltet und dynamisch implementiert werden, sodass sie sich bei höherem Bedarf automatisch ausdehnen. Bezahlt wird im Rahmen des Pay-as-you-go-Prinzips nur das, was tatsächlich auch genutzt wird. Auf der Applikationsebene zeichnet sich allerdings bereits teilweise eine Entwicklung ab, bei der attraktive Alternativen zu angebotenen SaaS-Lösungen schon nicht mehr existieren. Hier muss sich das Unternehmen entscheiden, ob es das SaaS-Servicemodell akzeptiert – oder sogar bevorzugt – oder sich mit einer eventuell funktional schlechteren Alternativ-Software zufriedengibt, die sich dafür aber in eigener Kontrolle betreiben lässt. HYBRIDE CLOUDS ERFORDERN KONZEPTE Die genannten Potenziale lassen sich dann in echten Mehrwerten realisieren, wenn in einer Hybrid-Cloud die On-Premise-Software 66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2021/06 www.industrielle-automation.net

DENKANSTOSS nahtlos mit der Software in der Public Cloud zusammenarbeitet. Um Hybrid-Cloud-Lösungen zu einem echten Effizienz- und Innovationstreiber zu entwickeln, muss zwingend die Interoperabilität sowie die Integrationsfähigkeit von Anwendungen in der Cloud-Struktur systematisch bewertet werden. Wenn Datenstrukturen verschiedener Anwendungen nicht zueinander passen, Schnittstellen nicht einfach und stabil ineinandergreifen oder nach Updates oder Störungen aufwendige Resynchronisierungen DIE HYBRID-CLOUD BIETET EINE BEDARFS GERECHTE UND FLEXIBLE SKALIERBARKEIT erforderlich sind, ist Potenzial verschenkt. Verteilte IaaS-, PaaSund SaaS-Lösungen setzen deshalb ein sorgfältiges Design der Applikations-Landschaft mit entsprechendem Schnittstellen- Konzept und -Management voraus. Auf dieser geschaffenen Basis lässt sich eine nahtlose Einbindung der unterschiedlichen Softwarekomponenten gezielt umsetzen und auch die Vernetzung der hybriden Infrastrukturen nachhaltig weiterentwickeln. Ein konsistentes Cloud Management hilft dabei, die Komplexität verschiedener Clouds zu reduzieren und die tägliche Arbeit mit ihnen stark zu vereinfachen. Hierzu gibt es Cloud-Management-Plattformen (CMP), mit denen sich verschiedene Clouds über ein Dashboard zusammenfügen und auf übersichtliche Weise darstellen und administrieren lassen. Gleichzeitig helfen auf dieser Ebene Automatisierungsfunktionalitäten dabei, die Cloud-Landschaft zu optimieren und dadurch echte Mehrwerte zu liefern. Bild: NTT DATA Business Solutions AG www.nttdata-solutions.com UNTERNEHMEN NTT DATA Business Solutions Inc. 10856 Reed Hartman Highway Cincinnati, OH 45242 DER AUTOR Ulrich Meine verantwortet als Director Portfolio Management das Produktportfolio im Bereich Global Managed Services bei der NTT DATA Business Solutions AG. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit dem Management von SAP-Systemen und begleitet die vielfältigen Aspekte von Private und Public Cloud seit ihrer Entstehung. In diesem Zusammenhang hat er bereits zahlreiche Projekte national und international umgesetzt. Neue Generation Intel Atom® x6000E Für Ihre Edge-Computing-Anwendung die richtige Intelligenz Hier geht’s mit High-Speed zu den Modulen in SMARC, COM Express® Mini und COM Express® Compact: Jetzt in vier Ausführungen startklar! tq-group.com/elkhart-lake

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