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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2021

MESSE SPS

MESSE SPS 2021 Dr. Löken. „Unser Ziel ist es, konkrete Prototypen von autark funkenden IIoT-Sensoren zu präsentieren – wobei gezielt auch neueste Low Power-Ansätze bei Mikro-Controllern oder Wireless-Protokollen aktiv von uns verfolgt und genutzt werden.“ GEBÜNDELTE AKTIVITÄTEN IM BEREICH WIEGAND-TECHNIK Beide F&E-Projekte sind verzahnt mit dem Launch der neuen Business Unit Ubito, die seit Mitte 2021 die ‚Wiegand 2.0‘-Aktivitäten von Posital weltweit bündelt und völlig neue Aktionsfelder, jenseits von Encodern, im Visier hat. Sehr konkret ist etwa die Nutzung von Wiegand Sensoren als eigensichere Näherungsschalter zur Überwachung von Objekten aus Eisen oder Stahl. Energy Harvesting ist bei diesem Ex-Schutz-Einsatz kein Thema. Es geht rein um den durch die Ummagnetisierung erzeugten Stromimpuls, der das Signal an die Steuerung auslöst, sobald sich die Objekte zu nahekommen. Genau hier punkten Wiegand Sensoren, die ohne externe Stromquelle funktionieren und Überspannungen bzw. Funkenflug ausschließen. DAS GROSSE ZIEL HINTER UNSERER WIEGAND 2.0-INITIATIVE SIND FUNKENDE SENSOREN, DIE SICH IN VERNETZTEN IIOT-SYSTEMEN UNTER EINANDER AUSTAUSCHEN. REALISIEREN LÄSST SICH DIESE MEGA-AUFGABE, DIE DEN WEG IN RICHTUNG ‘INDUSTRY 4.0’ EBNET, NUR ÜBER EINE INFRASTRUKTUR, DIE MÖGLICHST ENERGIEAUTARK UND WARTUNGSFREI FUNKTIONIERT. Dr. Michael Löken, Leitung F&E, Posital-Fraba GmbH MIT PIONIERGEIST OFFEN FÜR NEUES Deutlich visionärer und aktuell offener sind Themen wie ‚niederfrequentes drahtloses Laden’ bzw. ‚transkutane Energie’ für implantierbare medizinische Geräte, die Ubito auf dem Schirm hat. In Kombination mit niederfrequenten elektromagnetischen Feldern könnten Wiegand Sensoren verwendet werden, um Energie für Anwendungen mit geringer Leistung in Umgebungen bereitzustellen, in denen eine Hochfrequenzübertragung schwierig ist. Beispielsweise könnte der Wiegand-Puls als Stromquelle zum Aufladen von Herzschrittmachern verwendet werden – transkutan, sprich durch die Haut! „Im Prinzip sind wir bei unserer ‚Wiegand-2.0‘-Initiative offen für vielfältigste Ideen – auch von externen Partnern“, so Dr. Löken. „Es ist wieder Pioniergeist gefragt, wie schon zu Beginn unseres Einstiegs in das spannende Wiegand-Thema.“ Bilder: Posital-Fraba www.posital.de den ‚magischen’ Draht aufzuspüren. Dabei stehen neben Energiegewinnung auch Signalerzeugung sowie die drahtlose Übertragung elektrischer Energie im Fokus. Um die Wiegand-Technik – noch immer ein Geheimtipp in Sachen Energiegewinnung – künftig stärker im Pool der Energy Harvesting-Systeme wie Solar, Piezo oder Thermoelektrik zu etablieren, wurden Anfang 2020 mit Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung zwei richtungsweisende Forschungsinitiativen gestartet. Laufzeit: drei Jahre. Etat: jeweils rund eine Million Euro. Zu den Zielen des ersten, evolutionär ausgelegten Projektes gehört unter anderem, die Wiegand-Sensoren noch robuster zu machen, ihre Fertigung weiter, auch unter Nutzung von KI, zu automatisieren und die Kosten noch einmal deutlich zu reduzieren. Beim zweiten, eher revolutionärer konzipierten, Projekt steht die signifikante Erhöhung der Energieausbeute im Mittelpunkt – verbunden mit einer Vielzahl völlig neuer Anwendungen. Konkret geht es darum, genügend Energie für die drahtlose Kommunikation von Sensoren in IIoT-Systemen zu erzeugen. Neben passivem steht auch aktiver Funk im Visier. „Schon jetzt haben wir im Labor signifikante Zwischenschritte erzielt, die Mut machen“, so UNTERNEHMEN Fraba GmbH, Zeppelinstraße 2, 50667 Köln Telefon 0221 - 96213-0, info@fraba.com AUTOR Jörg Paulus, General Manager – Europe, Posital-Fraba GmbH, Köln ZUSATZINHALTE IM NETZ Lernen Sie das Geheimnis magnetischer Sensorik mit eigener Stromversorgung kennen: https://bit.ly/WiegandSensors 24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2021/06 www.industrielle-automation.net

MESSE SPS 2021 DEUTSCH-CHINESISCHES FORSCHUNGS- PROJEKT ZUM SCHUTZ VON 3D-DRUCK- DATEN UND VERMÖGENSWERTEN DAS KONZEPT Das Forschungsprojekt „ProCloud3D“ soll dabei helfen, die immateriellen Vermögenswerte im Zusammenhang mit dem 3D-Druck zu schützen. Sicherung und Lizenzierung von Software im Rahmen des gesamten 3D-Druck-Prozesses kommt dabei eine wesentliche Rolle zu. Doch was bedeutet das für die Praxis? Die traditionelle Fertigung verändert sich und dabei entstehen neue Geschäftsfelder. Wissenschaftler, renommierte Unternehmen und Start-ups stellen sich daher die Frage, was dies für die Praxis bedeutet. Mit Hilfe intelligenter vernetzter Maschinen können heutzutage individualisierte Produkte sowohl in großen Produktionsserien als auch in Kleinstserien hergestellt werden. Industrielle 3D-Drucker bieten dabei neue Möglichkeiten der Individualisierung, was die bisherigen Geschäftsmodelle nicht erlaubt haben. Diese Möglichkeit bedeutet jedoch, dass eine Abhängigkeit von Materialien reduziert und gleichzeitig die Abhängigkeit von immateriellen Aspekten wie Software, Daten und Konnektivität steigt. Damit die auf Industrie 4.0 basierten neuen Geschäftsmodelle funktionieren, bedarf es neuer Plattformen und Infrastrukturen. DAS FORSCHUNGSPROJEKT Wibu-Systems, ein führender Anbieter von Softwareschutz- und Lizenzierungslösungen für die vernetzte Industrie, hat sich mit bekannten deutschen und chinesischen Unternehmen und mit internationalen Forschungseinrichtungen zusammengetan, um im Rahmen des Projekts ProCloud3D ein Konzept für die intelligente Produktion zu erstellen. Wibu Systems sorgt dabei für den Schutz des gesamten Prozesses vor Bedrohungen aus verschiedenen Richtungen. Die Daten müssen auf jedem Schritt vom Ursprung bis zum Ziel geschützt werden, um Diebstahl, Fälschung und I ndustriespionage zu verhindern. Das Geschäftsmodell basiert darauf, dass alle Beteiligten den Umgang mit den Daten kennen: die Nutzung nur für den vorgesehenen Zweck und Umfang. VERMÖGENSWERTE DER NEUEN INDUSTRIE Bei ProCloud3D soll eine ganzheitliche Plattform für die intelligente Fertigung und intelligente Dienstleistungen entwickelt werden, wobei die additive Fertigung als Beispiel dient. Bei der industriellen additiven Fertigung können 3D-Drucker nahezu jede geometrische Form aufgrund eines Datenstroms erschaffen. Diese Daten bestehen aus Designs und Betriebsanweisungen für die Maschinen – ein wesentlicher Vermögenswert in der neuen Industriewirtschaft. Die im Projekt ProCloud3D geplante Plattform soll zeigen, wie diese Daten gemeinsam genutzt, verarbeitet und dabei sicher in der Cloud gehandhabt werden können. Bild: Wibu-Systems www.wibu.com UNTERNEHMEN WIBU-SYSTEMS AG Zimmerstr. 5, 76137 Karlsruhe

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