Aufrufe
vor 2 Monaten

INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2022

  • Text
  • Industrielle
  • Unternehmen
  • Automation
  • Produkte
  • Einsatz
  • Software
  • Komponenten
  • Anforderungen
  • Maschinen
  • Sensoren
INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2022

AUTOMATISIERTE

AUTOMATISIERTE PRODUKTKENNZEICHNUNG PER LASER-BRANDING 3D-VERMESSUNG ON-THE-FLY Abrieb und scharfe Lösemittel können einer Beschriftung via Laser nichts anhaben. Das Bauteil selbst wird während der berührungslosen Kennzeichnung in keiner Weise beschädigt. Bisher mussten die Werkstücke sorgfältig einzeln platziert und die Vorgänge manuell initiiert werden. Dieses arbeits- und kostenintensive Verfahren soll nun aber der Vergangenheit angehören. Fertigungsbetriebe legen immer mehr Wert auf den größten Vorteil der Beschriftung via Laser – eine langfristig gute Lesbarkeit auf allen Oberflächen. Das Unternehmen Ecomark hat eine Laser Branding-Anlage konzipiert, bei der das Branding automatisiert funktioniert. Mit einer hochauflösenden 3D-Kamera erkennt und misst die Anlage selbstständig über ein beliebiges Förderband zugeführte Werkstücke. Sie übermittelt an den Laser, um welches Objekt es sich jeweils handelt, wie es platziert ist und welche Aufschrift in welcher Ausrichtung darauf gelasert werden soll. Dabei können über die intuitive, Windows 10-basierte grafische Benutzeroberfläche beliebig viele Produkt- und Beschriftungsprofile hinterlegt werden. Die nach dem Baukastenprinzip konzipierte Anlage kann individuell auf jeden Anwendungsrahmen zugeschnitten werden und Produktionslinien dank der SPS-Schnittstellen unkompliziert ergänzen. MATERIALUNABHÄNGIGE BESCHRIFTUNG Laser Branding ist, im Gegensatz zu anderen Beschriftungsmethoden wie Tintenstrahldruckern oder Aufklebern, für fast alle Materialien geeignet. Zudem ist das Verfahren schnell und benötigt weder Verbrauchsmaterialien wie Tinte oder Etiketten noch aufwändige Wartungen. Der Laservorgang selbst dauert je nach Material nur Sekundenbruchteile bis wenige Sekunden, weshalb sich die reine Beschriftungszeit bei der Gegenüberstellung verschie dener Laser Branding-Verfahren nicht großartig unterscheidet. Stärker ins Gewicht fällt dagegen der Handlingsaufwand. Denn die Produkte mussten bisher mittels eines Werkstückträgers oder per Hand exakt auf dem Band oder direkt unter dem Laser platziert werden, wobei die Programme für unterschiedliche Werkstücke manuell auszuwählen waren. Die teuerste Komponente des Prozesses – der Laser selbst – konnte bei den 84 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2022/05 www.industrielle-automation.net

01 Die Easy Branding-Linie besteht aus unterschiedlichen Modulen, die in Serie angefertigt werden herkömmlichen Methoden schlichtweg nicht ausgelastet werden, weshalb die Effizienz einen großen Kritikpunkt an dieser Art der Produktkennzeichnung darstellte. Im ersten Teil der modular aufgebauten Easy Branding-Anlage von Ecomark wird das zu markierende Werkstück dreidimensional vermessen. Die KI-basierte Software ordnet das Objekt einem im Vorfeld hinterlegten Profil zu und berechnet dessen exakte Ausrichtung innerhalb von Millisekunden. Auf Basis dieser Daten geschieht die eigentliche Kennzeichnung durch den Laser vollautomatisch on-the-fly, wobei auch eine Beschickung mit unterschiedlichen Teilen, die hinter- oder nebeneinander zugeführt werden, kein Problem darstellt. In der letzten Station wird der gelaserte Code schließlich überprüft, bevor das Werkstück sortiert und verpackt oder an eine nachgeschaltete Anlage übergeben wird. Die Easy Branding- Anlage kann auf diese Weise entweder in bestehende Linien eingebunden oder mit passenden Handling-Systemen von Ecomark kombiniert werden. MILLISEKUNDEN zum Ergebnis VIS-VISION für die QS www.optometron.de Anzeige „Unsere Easy Branding-Linie besteht aus unterschiedlichen Modulen, die wir in Serie anfertigen“, erläutert Richard Neuhoff, Geschäftsführer der Ecomark GmbH. „So können wir innerhalb kürzester Zeit die jeweils optimalen Baugruppen für eine spezifi s c h e Anwendung zusammenstellen und langwierige, teure Entwicklungsprozesse von Sondermaschinen vermeiden.“ Das Herz der Anlage stellt dabei der auf drei Achsen verfahrbare Laser dar, der auf die zu bearbeitenden Materialien abgestimmt sein muss. Das Zusammenspiel einer bestimmten Intensität mit der jeweiligen Verfahrgeschwindigkeit ergibt das optimale Laserergebnis. Um die verwendete Technologie bestmöglich auf die spezifische Anwendung abzustimmen, stellt Ecomark zudem Schnittstellen zu führenden Laserherstellern bereit und berät individuell. So kann jeder Lasertyp in die Easy Branding-Anlage verbaut werden: Neben den in den meisten Fällen verwendeten CO 2 - oder Festkörperlasern sind z. B. auch YAG-Laser oder speziellere Varianten wie der für sehr empfindliche Oberflächen geeignete Green Laser möglich. Je nach Applikation und zu beschriftenden Materialien werden Technologie sowie Laserleistung hinsichtlich der bestmöglichen Auslastung des Lasers gewählt, sodass qualitativ hochwertiges Branding bei minimalen Prozesszeiten realisiert werden kann. MODULARES BAUKASTENPRINZIP INTEGRATION IN BESTEHENDE PRODUKTIONSLINIEN Um die Easy Branding-Anlage in bestehende Produktionsabläufe einzubinden, ist es z. B. möglich, einen Pick-and-Place-Roboter voranzuschalten oder ein bereits vorhandenes Förderband anzu- www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2022/05 85