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INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2026

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EDITORIAL SUBSTANZ STATT GLANZ „Es ist am Technischen viel Illusion.“ So der Ich-Erzähler am Ende des überraschend aktuellen Zukunftsromans „Gläserne Bienen“ von Ernst Jünger aus dem Jahr 1957. Ein ausgemusterter Kavallerist begegnet dem Industriellen Zapparoni, dessen künstliche Bienen perfekter, effizienter und makelloser summen als alles, was die Natur hervorgebracht hat. Doch halt, etwas fehlt: Die Wunderwerke sammeln zwar Nektar, aber sie bestäuben nicht. An anderer Stelle in dem Roman heißt es aphoristisch zugespitzt: „Die Perfektion strebt dem Be rechenbaren und das Vollkommene dem Unberechenbaren zu. Perfekte Mechanismen umstrahlt daher ein unheimlicher, aber auch faszinierender Glanz. Sie rufen Furcht hervor, aber auch einen titanischen Stolz, den nicht die Einsicht, sondern nur die Katastrophe beugt.“ Jünger beschreibt den alten Konflikt zwischen Natur und Technik und deutet an, wohin völliges Vertrauen in technische Meisterleistungen, ja wohin übermenschliche Hybris führen kann. Wer heute über Fachmessen läuft, kennt dieses Gefühl. KI-Copiloten für jede Anlage, digitale Zwillinge für jeden Prozess, humanoide Roboter, die uns in Zukunft Arbeit abnehmen sollen. Vieles davon ist beeindruckend. Manches wegweisend. Aber in der Praxis wird sich einiges davon als Illusion oder Sackgasse erweisen, wie die Geschichte zeigt. Genau hier sehe ich eine Kernaufgabe des Fachjournalismus. Er ist kein verlängerter Arm des Marketings, sondern die nüchterne dritte Instanz zwischen Anbieter und Anwender. Wir fragen nach Zykluszeiten statt Buzzwords, nach Grenzen statt Superlativen, nach Erklärungen statt oberflächlichen Wow-Effekten. Das heißt, unabhängig zu bleiben - ja, mitunter auch von der eigenen Begeisterung. Verstehen Sie mich nicht falsch: Technik darf faszinieren, sie soll es sogar. Aber sie muss bestäuben. Sie muss etwas hervorbringen, das über sie selbst hinausweist: einen effizienteren Prozess, einen sichereren Arbeitsplatz, eine resilientere Infrastruktur. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine erhellende Lektüre. NEU optoNCDT ILR3800 Performanter Laser- Distanz-Sensor für Industrieanwendungen • Großer Messbereich bis zu 100 m (mit Reflektor bis 150 m) • Kompakte und leichte Bauform • Reproduzierbarkeit < 300 µm • Linearität