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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2022

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2022

IM FOKUS VDMA: ROBOTIK

IM FOKUS VDMA: ROBOTIK UND AUTOMATION RECHNET 2022 MIT KRÄFTIGEM WACHSTUM Die deutsche Robotik- und Automationsbranche rechnet für 2022 mit einem Branchenwachstum von 10 %. „Die Auftragsbücher der Robotik und Automation sind aktuell gut gefüllt und wir sehen ein positives Investitionsklima in unseren wichtigen Kundenbranchen. Bei unserer bestehenden Prognose für 2021 von +11% liegen wir auf der Zielgeraden. Damit stehen die Chancen gut, dass wir 2022 mit einem Branchenumsatz von 14,7 Milliarden Euro wieder exakt unser Vorkrisenniveau von 2019 erreichen. Voraussetzung hierfür ist, dass sich die aktuellen Disruptionen bei den Lieferketten nicht deutlich verstärken“, sagt Frank Konrad, Vorsitzender des VDMA Fachverbands Robotik + Automation und CEO der Hahn Automation GmbH in Rheinböllen (Bild). www.vdma.org BILDER IM KRIEG UND DUAL USE Keiner kommt in diesen Tagen um die grauenvollen Bilder aus der Ukraine herum. Bilder, sie geben einen Eindruck von dem Schrecken, dem Unsagbaren, dem Leid, der Zerstörung, dem Tod. Sie sind Zeuge unvorstellbarer Verbrechen. Ihre Inhalte hinterlassen in uns tiefe Spuren. Gleichzeitig sind Bilder, rein sachlich betrachtet, auch indirekte Quelle der Zerstörung. Überall auf der Welt, wo Kriege geführt werden, ist auch Bildverarbeitung beteiligt. Sie liefert Informationen, um zu töten. Sie ist ein massiver Vorteilsfaktor, denn Vieles wird beim Militär „auf Sicht“ ausgeführt. Die Präzision, mit der damit Angriffe geführt werden können, macht das erschreckend deutlich. Dabei besitzt kaum eine andere Technologie eine derart ausgeprägte Janusköpfigkeit wie die Bildverarbeitung. Schon bei meinen ersten Berührungspunkten mit Bildverarbeitung im Jahr 1987 wurde mir das erschreckend bewusst. Im Hochschulbetrieb bemerkte man unterschwellig, wie die mit Wehr- und Sicherheitstechnik beschäftigten Bereiche die beste Ausrüstung und Zugriff auf den Weltmarkt an elektronischen Bauelementen hatten. Zivile Anwendungen mussten (zumindest im Osten Deutschlands) ohnehin mit dem Mangel leben. Aber etliche Bauelemente waren auf dem zivilen Markt überhaupt nicht verfügbar. Das galt allerdings für den Westen genauso, wie auch die eherne Regel: Das, was die Militärs bereits heute an Bildverarbeitung nutzen, bekommt der zivile Sektor erst in 10 Jahren freigegeben. Und das ist bis heute so geblieben: Es hat z.B. weitaus mehr als 10 Jahre gedauert, bis nach den Infrarot-Bildern der Zielsteuerung von Raketen im Golfkrieg im zivilen Bildverarbeitungssektor niedrig auflösende IR-Kameras unter strengsten Restriktionen verfügbar wurden. Meine friedliebende Grundeinstellung ließ mich deshalb seit jeher einen großen Bogen um diese Art der Bildverarbeitung machen. Damals wie heute ist sie von Ideologie und pathologischem Freund-Feind-Denken überlagert. Ein Klima, in dem es mir unmöglich war und ist zu arbeiten. Zu meinem Glück habe ich stattdessen die industrielle Bildverarbeitung gefunden, mein Fluchtpunkt, an dem ich über 30 Jahre begeistert arbeiten konnte. Doch nun holt uns die Geschichte in gleicher Weise wieder ein: FPGA-Schaltkreise, die evotron in seinen LED-Controllern für ultraschnelle Regelungsaufgaben verbaut, um millionstel Sekunden kurze Blitze zu erzeugen, werden offensichtlich auch für Raketensteuerungen benötigt. Seit kurzer Zeit sind sie mit einem Verkaufsverbot durch das amerikanische Verteidigungsministerium belegt und auf dem Markt nicht mehr erhältlich. In Kriegszeiten endet Dual Use eben auch unter „Freunden“. Und da haben wir das alte Problem wieder: Military Use first. Sucht man in diesen Zeiten nach wenigstens einigermaßen positiven Aspekten der Bildverarbeitung, kann man sie auch finden. Wenn z.B. die KI-gestützte Auswertung von Satellitenbildern dabei hilft, Kriegsverbrechen aufzudecken und zu dokumentieren. Dipl.-Ing. Ingmar Jahr, Manager Schulung & Support bei der Evotron GmbH & Co. KG in Suhl JAHRS Kolumne 58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2022/03 www.industrielle-automation.net

BRANCHENTREFF: EMVA BUSINESS KONFERENZ BRÜSSEL Die jährliche EMVA-Konferenz ist ein zentrales Ereignis für die Bildverarbeitungsindustrie. Vom 12.-14. Mai 2022 treffen sich führende Unternehmen und technische Experten der Bildverarbeitungsbranche aus der ganzen Welt, um die Trends und Herausforderungen der Branche zu präsentieren und zu diskutieren. Sie bietet eine in Europa einzigartige Plattform für das Networking, das Knüpfen von Kontakten und den Austausch von Ideen. Die Teilnehmer erwartet eine exzellente Mischung aus spannenden Vorträgen zu den Themen Management, Wirtschaft, Innovation, Marketing und Technologietrends. In diesem Jahr hält Mark T. Hofmann die Keynote „Profiling Hackers - Die Psychologie der Cyberkriminalität“. Die 20. EMVA- Konferenz bietet zudem zahlreiche Möglichkeiten für ein persönliches Networking: über die Registrierungsplattform des Veranstalters können Termine komfortabel im Voraus geplant werden. (Bild: stock.adobe.com - Lena Wurm) www.emva-business-conference.org FRAUNHOFER VISION AUF DER CONTROL 2022 Bildverarbeitung und berührungslose Mess- und Prüftechnik werden heute über alle Stufen der industriellen Wertschöpfung erfolgreich für die Qualitätssicherung eingesetzt. Das maschinelle Lernen und damit einhergehende Methoden der künstlichen Intelligenz leiten nun eine neue Ära für die Bildverarbeitung ein. Lösungen für maschinelles Sehen werden künftig in viele neue Anwendungsbereiche vorstoßen, wo sie bisher zu teuer, zu langsam oder zu unflexibel waren. Denn Mess- und Prüfsysteme von morgen werden nicht mehr auf feste Arbeitsschritte oder Aufgaben ausgelegt sein, sondern sich an unterschiedlichste Randbedingungen, wie Prüfinhalte, Fehlerklassen oder Gestalt der Prüfobjekte frei anpassen lassen. Besser noch: Sie haben von vorneherein die notwendige Intelligenz bereits implementiert, um die Anpassungen selbst vornehmen zu können. Der Fraunhofer-Geschäftsbereich Vision präsentiert bei der Control 2022 in Stuttgart eine Auswahl aktueller Mess- und Prüfsysteme mit Bildverarbeitung für die Qualitätssicherung in der Produktion. Themen-Schwerpunkt ist Machine Learning als Schlüsseltechnologie für die Qualitätssicherung mit Bildverarbeitung. (Bild Fraunhofer IWS) www.vision.fraunhofer.de Vielseitige Zeilenkamera-Familie Die VL-Serie von Vieworks bietet für jede Zeilenkamera-Anwendung die perfekte Lösung. Mono und Color Auflösungen von 2k bis 16k Farbvarianten von 2k bis 8k Single- und Dual-Line-Sensoren Flexibel in der Ansteuerung Schnell Zeilenraten bis 200 kHz Camera Link-Interface für zuverlässige Datenübertragung Empfindlich 3,5 µm und 7 µm Pixelgröße Dual-Line und Binning-Modi Einsatzfelder VL-Zeilenkameras von Vieworks für alle Line Scan-Anwendungen u.a. in der Druckindustrie Elektronikfertigung Automotiveproduktion Telefon 0 81 42/4 48 41-0 ∙ Fax 0 81 42/4 48 41-90 eMail info@rauscher.de ∙ www.rauscher.de

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