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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2022

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2022

HANNOVER MESSE NEUE

HANNOVER MESSE NEUE ROBOTIKIDEEN, DIE LÄNGST IN PRAXISTAUGLICHEN ANWENDUNGEN ZU FINDEN SIND LASSEN SIE SICH INSPIRIEREN Für mittelständische Unternehmen ist es häufig nicht einfach, in automatisierungsfördernde Maßnahmen einzusteigen. Unsicherheiten in der Umsetzbarkeit, Bedenken der Rentabilität und auch die damit verbundenen Investitionskosten sind aktuelle Hemmnisse. Wir zeigen Ihnen, wie Sie wirtschaftlich und risikoarm in die Automation einsteigen können. Ein Pick-and-Place-Roboter greift Richtung Förderband, nimmt sich ein kleines Bauteil und legt es in eine Kiste. Immer und immer wieder, tausendfach am Tag. Diese einfachen, monotonen Tätigkeiten sind in der Industrie Alltag und bei vielen großen Betrieben längst automatisiert. Doch die Hürde für viele kleinere Betriebe ist hoch, und das, obwohl sie in vielen Fällen von einer Automatisierung unmittelbar und schnell profitieren würden. Was hindert also diese KMU daran, einzusteigen? „Eine große Hürde sind die vermeintlich hohen Investitionskosten“, macht Alexander Mühlens, Leiter Automatisierungstechnik bei Igus deutlich und fügt hinzu: „Für Einsteiger ist das Ange- bot auf dem Markt außerdem sehr unübersichtlich. Ein großes Fragezeichen entsteht beispielsweise, wenn man wissen will, ob Komponenten verschiedener Hersteller reibungslos miteinander funktionieren.“ Genau diese Herausforderungen greift Igus mit seiner Low-Cost-Automation auf. Der Kölner Motion-Plastics-Spezialist bietet Linear-, Delta- sowie Gelenkarm-Roboter made in Germany zu einem attraktiven Preis. Hinzu kommt der Getriebebaukasten Apiro sowie verschiedene Steuerungen. Durch die Modularität der einzelnen Komponenten lassen sich nach dem „Build-or-Buy-Prinzip“ einzelne Komponenten oder komplette, individuelle Robotiklösungen zusammenstellen und bestellen. 22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2022/03 www.industrielle-automation.net

HANNOVER MESSE INDUSTRIETAUGLICHE COBOT-GETRIEBE AUS KUNSTSTOFF Aber nicht nur in industriellen Anwendungsbereichen, sondern auch in Küchen, in der Pflege oder in Ausgabeautomaten helfen Leichtbauroboter, einfache und monotone Aufgaben zu automatisieren. Damit sich solche interagierenden Servicerobotik-Konzepte wirtschaftlich umsetzen lassen, hat Igus einen Getriebebaukasten für Cobots entwickelt. Im Zentrum steht dabei das vollintegrierte Tribo-Wellgetriebe mit Motor, Absolutwert-Encoder, Kraftregelung und Controller: Das weltweit erste industrietaugliche Cobot-Getriebe aus Kunststoff. Der Einsatz von Kunststoffen ermöglicht hier eine äußerst kompakte Bauweise und eine kostengünstige Herstellung. „Seit 2019 haben wir zahlreiche tribologische und thermodynamische Tests zu 15 Materialpaarungen und Toleranzketten im hauseigenen Labor durchgeführt. Dadurch konnten wir kontinuierlich Verbesserungen erzielen und am Ende die Zyklenzahl auf zwei Millionen sogar verfünffachen. Das entspricht einer üblichen Lebensdauer von zwei Jahren“, sagt Alexander Mühlens. Zum Einsatz kommt das Drygear-Wellgetriebe beispielsweise in der letzten Achse von Gelenkarm-, Portal- und Delta-Robotern vor verschiedenen Greifersystemen. „Die Plug-and-Play-Lösung hilft dabei, spannende Cobot-Ideen schnell in die Tat umzusetzen, ganz ohne sich Gedanken zur Leistungselektronik machen zu müssen“, stellt Alexander Mühlens heraus. Das geringe Gewicht sei beim Einsatz in Cobots ein deutlicher Pluspunkt, denn kleinere Massen bedeuten auch kleinere Kräfte bei Kollisionen. „Dank der elektronischen Komponenten im vollintegrierten Wellgetriebe ist eine Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK) möglich“, so Mühlens weiter. Mittels Absolutwert-Encoder-Technologie können Kräfte wie auch Momente über den Motorstrom ermittelt und sicher begrenzt werden. Dafür setzt Igus auf einen Doppelencoder, bei dem eine Messung vor und hinter dem Gelenk erfolgt, um Kräfte und Drehmomente zu erkennen und darauf reagieren zu können. Igus hat sein Motion-Plastics-Know-how auch in die Leistungselektronik eingebracht und erstmalig einen Encoder mithilfe von Leitplastikbahnen entwickelt. So lassen sich Dreh- und Zyklenzahl, Durchläufe, Temperatur und Strom exakt messen. Dank einer Cloudanbindung mit Webcam stellt ein Dashboard alle generierten Daten übersichtlich live dar. Der Kunde erhält so die volle Transparenz über seinen ReBeL im Betrieb, über Kennzahlen wie Verschleiß, Taktzeit und Stückzahlen. KUNSTSTOFF-COBOT PER BUILD-OR-BUY-PRINZIP Die vollintegrierten Wellgetriebe aus Kunststoff kommen in der neuen Robotergeneration des Anbieters zum Einsatz: dem ReBeL. Mit rund 8 kg ist er der leichteste Serviceroboter mit Cobot-Funktion in seiner Klasse. Seine Traglast liegt bei 2 kg und er besitzt eine Reichweite von 664 mm. Die Wiederholgenauigkeit liegt bei ± 1 mm bei 7 Picks pro Minute. Das qualifiziert ihn für die vielfältigsten Aufgaben: vom Einsatz auf einem fahrerlosen Transportsystem, als montierte Version auf Drohnen im Agrarbereich bis hin zum Einsatz als Barkeeper. Alexander Mühlens: „Viele neue Robotikideen sind inzwischen nicht nur denkbar, sondern längst möglich – gerade, wenn die Einstiegshürden wie Preis, Komplexität oder Aufwand sinken. Erhältlich ist der smarte ReBeL in zwei Varianten: als Open-Source-Version ohne 01 Igus hat einen Getriebebaukasten für Cobots entwickelt 02 Tribo-Wellgetriebe mit Motor, Absolutwert-Encoder, Kraftregelung und Controller Robotersteuerung, Netzteil und Software für 3.900 Euro oder als vollausgestattete Plug-and-Play-Variante für 4.970 Euro. Der ReBeL lässt sich einfach testen und betreiben. Dafür wurde eine kostenlose Steuerungssoftware für alle Roboter-Kinematiken des Unternehmens entwickelt. Die Igus Robot-Control ist konzipiert für diejenigen, die automatisieren wollen, aber über wenig Programmierer-Ressourcen verfügen. Die Komplexität der Software wurde soweit reduziert, dass selbst Laien nach kurzer Einarbeitungszeit Bewegungen des Roboters festlegen können. Einen Schritt weiter geht der RBTXpert, ein Berater, der bei der Auswahl der richtigen Low-Cost-Automation-Lösung hilft. Er unterstützt vor allem dann, wenn man nur die Aufgabe hat, die automatisiert werden soll, aber noch nicht weiß, welche Komponenten man dafür eigentlich benötigt. Auf einer 400 m2 großen Customer Testing Area beraten Experten täglich Kunden per Live-Video und testen mit ihnen gemeinsam die Machbarkeit der geplanten einfachen Automatisierung. „Einfach“ sind Anwendungen, die einen Gesamtprojektaufwand von 100 Stunden nicht überschreiten und geschätzte Hardwarekosten von 5.000,- bis 45.000,- Euro veranschlagen. Im Rahmen des Tests können Kunden ihre Ware, die bewegt werden soll, zu Igus schicken und genau damit werden dann die Tests durchgeführt. Bilder: Igus www.igus.net UNTERNEHMEN Igus GmbH Spicher Str. 1a, 51147 Köln Tel. 02203 - 9649-459 ZUSATZINHALTE IM NETZ Mit wenigen Klicks Roboter zusammenstellen: www.rbtx.com www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2022/03 23

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