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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2021

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2021

STEUERN UND ANTREIBEN

STEUERN UND ANTREIBEN Flexible Formatverstellung Warum ein Verpackungsmaschinenhersteller auf elektronische Positionsanzeigen setzt Ganz gleich, ob es um die Verpackung von Kaffeekapseln, Hustenbonbons, Batterien oder Pflaster geht – es kommt auf eine möglichst flexible Lösung an, mit der sich verschiedenste Formate verpacken lassen. Dies erfordert jedoch Maschinen, die eine intelligente Formatverstellung erlauben. Die Lösung sind elektronische Positionsanzeigen. Michaela Wassenberg, freie Journalistin, Nürnberg Bilder: Somic Somic ist bekannt für innovative Lösungen in Sachen Endverpackungsmaschinen, also für Sekundär- und Tertiärverpackungen. Dazu gehören Wraparound-Packer, Tray-Packer oder Tray-Deckel-Packer sowie Maschinen für Display-Verpackungen, die Kunden im Supermarkt präsentiert werden. Hier ist entweder beim Wraparound-Karton eine typische Aufreißperforation vorhanden oder bei der Tray- Deckel-Version wird der Deckel entfernt und das Produkt im Tray präsentiert. Somic-Maschinen zeichnen sich in erster Linie dadurch aus, dass der jeweilige Karton um das Produkt in seiner Primärverpackung herumgefaltet und nicht wie bei anderen Herstellern das Produkt über Picker in einen vorgefalteten Karton eingesetzt wird. In der Regel besteht eine Verpackungsmaschine aus der Produktzuführung, über die die Einzelprodukte in eine sogenannte Sammelgruppe gelangen. Typischerweise ist dies ein Fächersammler, der die Produkte so gruppiert, wie sie auch später im Karton stehen sollen. Je nachdem, ob es sich um eine einteilige oder eine zweiteilige Verpackung handelt, wird ein flacher Kartonzuschnitt von einem oder zwei Kartonmagazinen aus weitertransportiert, bis das gruppierte Produkt auf den flachen Zuschnitt geschoben werden kann. Dieser wird schließlich um das vom Faltkopf geschützte Produkt herum gefaltet, was für das Produkt eine sehr schonende Handhabung bedeutet. In der nächsten Station wird das Produkt dann verdeckelt oder individuell verschlossen, je nachdem, ob es sich um eine Wraparound- oder eine Deckel-Tray-Maschine handelt. Positionsanzeigen: eindeutig und gut ablesbar Für mögliche Formatverstellungen auf veränderte Produkt- oder Verpackungsgrößen sind in allen Somic-Maschinen mechanische Positionsanzeigen von Siko, Spezialist für industrielle Mess- und Antriebstechnik, verbaut. „Mit Siko verbindet uns bereits eine langjährige, gute Zusammenarbeit, was die mechanischen Positionsanzeigen angeht“, betont Dr. Johann Härtl, Leiter der Konstruktion bei Somic. „Seit nun ungefähr neun Jahren setzen wir auch auf die elektronischen, busfähigen Siko-Anzeigen, zunächst die AP04 und inzwischen das Nachfolgemodell AP05. Diese sind sehr kompakt, einfach in die Maschinensteuerung zu integrieren und sehr bedienerfreundlich im Hinblick auf Ablesbarkeit und Eindeutigkeit.“ Verstellungen bei Somic-Kundenmaschinen sind sehr unterschiedlich: „Es gibt Maschinen mit nur einer einzigen Formateinstellung, sogenannte Highrunner-Linien. Andere Kunden dagegen haben bis zu 20 oder 30 Formate auf den Anlagen und nutzen die volle Flexibilität aus. Manche fertigen sogar Wraparound- und Tray-Verpackungen auf einer einzigen Maschine, wo unterschiedlichste Produkte verpackt werden müssen. Somic deckt ein großes Produktspektrum im Lebensmittelbereich, aber auch bei Non-Food, Pharmazie und Kosmetik ab. Dazu Dr. Johann Härtl: „Alles, was im Supermarkt in einer Tray-Verpackung steht, könnte mit unseren Maschinen verpackt worden sein!“ Der Deckel-Tray-Packer Somic 424 DT eignet sich zum Sammeln, Gruppieren und Verpacken von Produkten in offenen Kartons 24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 03/2021 www.industrielle-automation.net

STEUERN UND ANTREIBEN 01 01 Grüne Status-LEDs signalisieren die korrekte Maschineneinstellung 02 Die elektronische Positionsanzeige AP05 garantiert korrekte Maschineneinstellungen und schnelle Umrüstzeiten 02 Prozesssicherheit mit Rot-/Grün-System Die Vorteile der überwachten Formatverstellung, wie sie durch die Integration der elektronischen Siko-Positionsanzeigen möglich ist, sind schnellere Umrüstzeiten, eine ergonomische Bedienung und eine hohe Prozesssicherheit. Der Bediener wählt das jeweilige Format, das in der Maschinensteuerung als Rezept hinterlegt ist, einfach an, und die Maschinensteuerung sendet die neuen Sollwerte an die zu verstellenden Anzeigen. Die hinterleuchteten LCD-Displays sind gut ablesbar und darüber hinaus mit grünen und roten Status- LEDs versehen. Wenn über das Drehen einer Kurbel der korrekte Wert erreicht ist, springt die LED auf Grün um: Position erreicht. Andernfalls leuchtet die LED weiterhin rot und es muss nachjustiert Elektronische Positionsanzeigen erleichtern den Umstellungsprozess bei Verpackungsmaschinen und sorgen für mehr Prozesssicherheit werden. Zudem zeigen Pfeile auch bequem die Richtung an, in die verstellt werden muss. Da durch die Kommunikationsschnittstelle der Siko-Positionsanzeigen in der Maschinensteuerung immer die aktuellen Positionsinformationen vorliegen, wird effektiv ausgeschlossen, dass beim Wiederanfahren der Maschine fehlerhafte Einstellungen zu Qualitätsproblemen oder sogar Beschädigungen an Maschinenteilen führen könnten. Das „Quick Change Prinzip“: effizient auf neue Maße umstellen Die Faktoren Zeitersparnis und Effizienz werden bei Somic nicht nur über elektronische Positionsanzeigen beim Formatwechsel, sondern auch über das „Quick Change Prinzip“ gewährleistet. Hier- bei werden Formatteile im Ganzen in der Maschine gewechselt. Dazu reicht ein Schnellhebelverschluss, durch den kein weiteres Werkzeug benötigt wird. Zusammengenommen (Verstellung durch elektronische Positionsanzeige und Quick Change Prinzip) können die Verpackungsmaschinen deutlich effizienter auf neue Maße umgerüstet werden. Die Resonanz der Kunden auf die elektronisch überwachte Formatverstellung ist sehr positiv, weiß Dr. Johann Härtl: „Die Ausrüstung mit der AP05 ist optional; standardmäßig sind mechanische Siko-Zähler verbaut. Der Trend geht aber ganz klar zu den elektronisch überwachten Anzeigen, zumal ca. 90 bis 95 % unserer Maschinen Formatverstellungen erfordern.“ Zirka 50 % der Kunden setzen bereits auf die elektronische Variante, Tendenz steigend. Dr. Johann Härtl: „Die Digitalisierung der Maschinen nimmt weiter zu. Und die AP05 ist ein Sensor mehr, der mir hilft, Maschinendaten aufzunehmen. So weiß ich zum Beispiel auch, wann ich mit welcher Charge welche Einstellung gefahren habe, und kann die Daten speichern.“ Nächster Schritt: Vollautomatisierung Der nächste Ausbauschritt wäre die Vollautomatisierung der Formatverstellung über Stellantriebe. Hier werden bei Somic bereits erste Konzepte erprobt, da auf Kundenseite der Wunsch nach einer zunehmenden Flexibilisierung der Maschinen hoch ist. Je mehr Verstellpunkte es gibt und je häufiger die Formate gewechselt werden müssen, desto interessanter wird die vollautomatische Verstellung. Somic ist hinsichtlich vollautomatischer Stellantriebe bereits mit Siko im Gespräch. „Wir unterstützen gern bei Weiterentwicklungen und neuen Projekten“, betont Moritz Müller, Produktmanager PositionLine bei Siko. „Dazu zählen zum Beispiel die Einbindung von IO-Link-Schnittstellen zur Vereinfachung der Integration in die Maschinensteuerung oder die Vollautomatisierung über unsere anbaukompatiblen Kompaktstellantriebe.“ www.siko-global.com WinMOD ® Mewes & Partner GmbH sales@winmod.com www.winmod.com Für die Virtuelle Inbetriebnahme und mehr in der Produktions- und Prozesstechnik 2021_04_08 - Anzeige 185x30mm_V2.indd 1 08/04/2021 15:20:59 www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 03/2021 25

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