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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2021

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2021

HANNOVER MESSE DIGITAL

HANNOVER MESSE DIGITAL EDITION 2021 TITELSTORY „MY SAFETY“FÜR DIE AUTOMATISIERUNG Durchgängige Prozesse und individualisierbare Produkte ab Losgröße 1 sind klare Trends im Kontext Industrie 4.0. Doch so einfach es scheint, ist es nicht. Die Euphorie und Geschwindigkeit in der Entwicklung IoT-gerechter Prozesse hat sich entschleunigt. Es geht voran mit Industrie 4.0, oft in kleinen Schritten. Manchmal auch in größeren: Lesen Sie hier, wie das innovative myPNOZ als neue Generation modular aufgebauter Sicherheitsschaltgeräte die Umsetzung von Industrie 4.0 maßgeblich mit vorantreibt. Harald Wessels, Vice President Product Management, Florian Rotzinger, Product Management Steuerungen, beide bei der Pilz GmbH & Co. KG in Ostfildern 10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2021 www.industrielle-automation.net

TITELSTORY HANNOVER MESSE DIGITAL EDITION 2021 Vor zehn Jahren, 2011, wurde der Arbeitskreis Industrie 4.0 in der Forschungsunion Wirtschaft-Wissenschaft ins Leben gerufen. Die Forschungsunion war zu der Zeit das zentrale innovationspolitische Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung in Fragen der Hochtechnologie. Mit dabei: Susanne Kunschert, geschäftsführende Gesellschafterin des Automatisierungsexperten Pilz. Als Mitglied hat sie bzw. Pilz bei der Ausarbeitung und damit „der Geburt“ von Industrie 4.0 mitgewirkt. In den Umsetzungsempfehlungen hieß es seinerzeit, dass die Industrie in Zukunft in der Lage sein müsse, zunehmend individuelle, leistungsfähigere Produkte zu gleichbleibenden Preisen fertigen zu können, um den veränderten Ansprüchen des Marktes zu genügen. Und heute, zehn Jahre später? „Wir sind auf dem Weg. Industrie 4.0 ist eine Vision, ein Leitgedanke und kein zeitliches begrenztes Projekt. Daher werden wir uns noch lange Zeit mit diesem Thema befassen!“, fasst Susanne Kunschert zusammen. IT, AUTOMATION & INDUSTRIE STEHEN IM DIALOG Aus Sicht der geschäftsführenden Gesellschafterin ist das Entscheidende, dass sich die Industrie auf den Weg begeben hat. Es findet ein branchenübergreifender Austausch zwischen IT, Automation und Industrie statt. Industrie 4.0 schafft den Anlass, um im Dialog mit Kunden bestehende Prozesse und ihre Umsetzung zu hinterfragen. Auch denken wir weltweit vermehrt in Systemen und Geschäftsmodellen, anstatt in Produkten und Hardware. Denn denken wir an die Produktion der Zukunft, geht es eben nicht nur um vollautomatisierte Hallen, sondern um die Kollaboration von Mensch und Maschine. Jeder an seinem Platz mit seinen Stärken. WIR BEFINDEN UNS AUF DEM SOGENANNTEN PFAD DER ERLEUCHTUNG … … heißt es im Hype-Zyklus. „Aus den gemachten Erfahrungen, guten wie schlechten, können wir besser erkennen, welche Anforderungen an Unternehmen wirklich gestellt werden“, fasst Susanne Kunschert optimistisch zusammen. Nach ihrer Einschätzung spielen zwei Anforderungen eine besondere Rolle und sind essenziell für Unternehmen: Digitalisierung und Agilität. Betrachten wir die Digitalisierung, geht es um das Zusammenwachsen von IT, Maschinenbau und Automatisierungstechnik. Alles wird vernetzt und spricht miteinander. Daten können ohne Medienbrüche zwischen verschiedenen Bereichen und Systemen übertragen werden. Dies ist die technische Grundanforderung und betrifft sowohl interne Prozesse als auch Produkte, Lösungen und Business-Modelle. Voraussetzung, diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist das Miteinander. Die angesprochenen, sozusagen „neuen“ Technologien zu integrieren gelingt nur, wenn die IT-Abteilung in die Produktentwicklung miteinbezogen wird. Also muss der Systemadministrator mit dem Produktmanager sprechen, der Maschinenbauer mit dem Start-up. AGILITÄT IST EINE FRAGE DER EINSTELLUNG Der zweite Punkt ist Agilität: Sich agil zu bewegen, heißt für Unternehmen, sich nach den kürzer werdenden Produktlebenszyklen auszurichten und damit Produktenwicklung und Kundenbetreuung im Unternehmen anzupassen. Mehr Manpower in der Entwicklung bedeuten dabei nicht schnellere Time-to-Market- DER MENSCH SPIELT EINE SCHLÜSSELROLLE Bei den Herausforderungen einer Industrie 4.0 spielt der Mensch eine Schlüsselrolle. Der Mensch muss die Technologien und Methoden ausfüllen können, sonst bleiben sie leere Hüllen, Werkzeuge und Plattformen. SUSANNE KUNSCHERT, geschäftsführende Gesellschafterin, Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern Zeiten. Agilität ist gefordert in den Methoden und in den Köpfen. Doch Agilität kann nicht verordnet werden, sondern ist Einstellungssache. Für viele Bereiche bedeutet das, dass Produktentwicklungen und andere Prozesse nicht mehr nach dem Wasserfall-Prinzip, also immer der Reihe nach, ablaufen können. Der Wandel vom Wasserfall zu agilen Methoden ist ein Change-Prozess, der in den Unternehmen begleitet werden muss. Susanne Kunschert blickt trotz dieser großen Herausforderungen optimistisch und gespannt auf die nächsten zehn Jahre. Zum anderen freut sie sich, ihre Erfahrungen zu teilen und darüber, wie diese Anforderungen bei Pilz gelebt werden. Ein Ergebnis ist das innovative Sicherheitsschaltgerät myPNOZ: „Mithilfe agiler Methoden und auf Basis eines durchgängigen digitalen Konzepts können wir Kundenwünsche im Bereich sichere Automatisierung besser erfüllen. Das jüngste Mitglied der Familie der Sicherheitsschaltgeräte ist damit das weltweit erste, das ab Losgröße 1 bestellt werden kann“, fasst Susanne Kunschert zusammen. Für Pilz ein Meilenstein, genauso für die sichere Automatisierung. Was das genau heißt und was das Besondere dabei ist, darüber sprechen Harald Wessels, Vice President Product Management und Florian Rotzinger, Product Management Steuerungen mit der Redaktion – ein Gedankenaustausch über Innovationen und Industrie 4.0. www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2021 11

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