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Industrielle Automation 2/2019

Industrielle Automation 2/2019

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Mitten im Geschehen Robuste Panel-PCs trotzen Staub, Feuchtigkeit und extremen Temperaturen Panel-PCs sind praktische Kontrollund Bedienmöglichkeiten. Damit bei Bedarf schnell in den Prozess eingegriffen werden kann, sind sie oft zentral in der Produktion positioniert. Unmittelbar in der Nähe zur Produktionslinie müssen sie so einiges aushalten. Die Firmengruppe Amandus Kahl aus Reinbek bei Hamburg stellt die nötige Hardware für Zerkleinerungs-, Misch- und Pressprozesse her. Dabei reichen die dort entwickelten und gefertigten Anlagen und Maschinen von der industriellen Kaffeemühle über Recyclingmaschinen für Autoreifen bis zur gigantischen Presse für Holzpellets. Eine tragende Säule des Unternehmens sind komplette, schlüsselfertige Futtermittelwerke, die das Unternehmen in der ganzen Welt errichtet. Hier werden die Ausgangsprodukte, meistens Getreide, auf die gewünschte Größe gebracht, der Anlage zu- Florian Raupach, Produktmanager, Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG, Geisenheim Dazu kontrollieren erfahrene Mitarbeiter an vielen Stellen des Prozesses das Produkt. Bei Bedarf wird die Anlage angehalten und die Parameter werden entsprechend angepasst. „Einige Stoffe, die dem Tierfutter zugesetzt werden, sind richtig teuer,“ erzählt Michael Lantz. „Darum muss man ganz schnell reagieren, um Ausschuss zu vermeiden.“ Rasches Eingreifen vor Ort Standorte in besonders anspruchsvoller Umgebung sowie bei hoher Feuchte erfordern robuste Panel-PCs geführt, gewogen und vermischt und dann in die passenden Formen gepresst, bevor die fertigen Pellets oder Flocken abgefüllt werden. Dabei ist die Restfeuchtigkeit der Pellets besonders wichtig – je nach Ausgangs- und Endprodukten gehören darum auch Wärmeoder Kühlbehandlungen zum Prozess. Elektroingenieur Michael Lantz kümmert sich am Stammsitz in Reinbek um die gesamte Elektrokonstruktion und den Schaltschrankbau solcher Anlagen. „Ein Schaltschrank für ein Futtermittelwerk kann schon mal 50 m lang sein“, beschreibt er die Dimensionen der Werke, die mehrere Millionen Pellets pro Jahr produzieren. „Das Geschäft boomt, denn viele große Tierhalter gehen dazu über, ihr eigenes Futter zu produzieren“, erklärt der Fachmann. Die Herstellung der Pellets ist allerdings komplizierter, als man sich das vorstellt: „Die Ausgangsstoffe sind ja als Naturprodukte von schwankender Qualität“, erklärt Lantz. „Getreidekörner sind nicht immer gleich groß, von unterschiedlicher Härte und Restfeuchte – man muss also ständig den Prozess überwachen und bei Bedarf von Hand eingreifen.“ Für diesen Zweck suchte er nach einer Kontroll- und Bedienmöglichkeit vor Ort. „Den Schaltschrank selbst mit all seinen Elektronikkomponenten platzieren wir ganz bewusst weit weg von den Maschinen, denn hier ist die Luft sehr staubig. Die komplette Anlage muss regelmäßig per Hochdruckreiniger gesäubert werden. Um Schäden an der Steuerung zu vermeiden, bauen wir den Schaltschrank außerhalb des Feldes auf“, fügt Lantz hinzu. Lediglich die Bedienung muss also vor Ort erfolgen, um schnell eingreifen zu können. Wegen der Windows-basierten Visualisierung, die bei Amandus Kahl verwendet 30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2019

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Ready for Industrie 4.0 01 Florian Raupach, Produktmanager bei Wachendorff Prozesstechnik, im Gespräch mit Michael Lantz wird, muss hier auf jeden Fall ein Panel-PC mit großem Bildschirm und hoher Auflösung verwendet werden, was die Suche nach einem extrem robusten Gerät nicht gerade erleichterte. Fündig wurde Lantz schließlich bei Wachendorff Prozesstechnik – einem Lieferanten, der bei Amandus Kahl ohnehin schon gelistet war. Zum Einsatz kommen die Geräte der Vitam- Serie nun zum Beispiel direkt am Extruder, der aus den Mischungen kompakte Flakes macht. Hier ist die Luft extrem staubig, die Umgebung sehr feucht und auch heiß. Der komplette Prozess ist hochautomatisiert – mit Ausnahme des Bedieners, der aufgrund seiner Erfahrung das Endprodukt immer wieder auf seine Form und seine Restfeuchte überprüft und am Panel-PC nachregelt, bis alles optimal ist. Die Vitam-Serie umfasst drei Grundtypen mit unterschiedlichen Prozessoren, sodass für jede Aufgabe das Passende dabei ist und man nicht Gefahr läuft, für Dinge bezahlen zu müssen, die man gar nicht benötigt. Das Display ist mit bis zu 1 000 cd/m² deutlich heller als gewohnt, so kann man auch bei der Bedienung im Außenbereich alle Details sehr gut erkennen. Die Helligkeit lässt sich passgenau justieren – etwa über Bios-Einstellungen, eine App oder auch vollautomatisch über einen Lichtsensor. Unterschiedliche Displaygrößen sind ebenfalls verfügbar und das rahmenbündige, lüfterlose Design bietet Staub und Schmutz keine Angriffsfläche. Grundtyp mit verschiedenen Features Für Standorte mit besonders anspruchsvoller Umgebung oder Feuchtigkeitsaufkommen wie bei Amandus Kahl können Panel-PC eingesetzt 02 Die Visualisierung, die bei Amandus Kahl verwendet wird, basiert auf Windows werden, die, wie der Vitam Panel-PC, mit M12- Anschlussmöglichkeiten ausgestattet sind. Hierdurch ist ein absolut dichter Übergang zwischen Kabel und Panel-PC gewährleistet. Auf Basis der Grundtypen können dann unterschiedliche Features konfiguriert werden. So gibt es beispielsweise eine besondere Antireflexbeschichtung für den Einsatz in der prallen Sonne und ein Power-over-Ethernet-Modul (PoE), mit dessen Hilfe der Panel-PC betrieben werden kann. Die Spannungsversorgung erfolgt dann über das LAN-Kabel eines PoE-Switches und nicht mehr über das Netzteil, was die Installation noch einfacher macht. Auch die Integration einer RFID-Schnittstelle zur berührungslosen Authentifizierung von Personal oder lückenlosem Tracking von Werkzeugen ist möglich. Durch das vollständig geschlossene Edelstahlgehäuse mit IP66/IP69K ist die Reinigung in den Futtermittelwerken kein Problem. Weiterer Vorteil für Lantz: Die Touch-Funktion lässt sich durch einen Taster an der Seite vorübergehend ausschalten, sodass während der Reinigung keine unerwünschten Funktionen ausgelöst werden. Bilder: Aufmacher Fotolia, sonstige Wachendorff Prozesstechnik und Amandus Kahl www.wachendorff-prozesstechnik.de ControlPlex ® System CPC20 Intelligente DC 24 V-Absicherung Schützt Ihre DC 24 V-Stromversorgung vor Überlast und Kurzschluss. Ihr Nutzen: l Maximiert Ihre Anlagenverfügbarkeit - durch umfangreiche Diagnosefunktionen l Erhöhtden Schutz vor Spannungseinbrüchen - durch selektive Absicherung der Verbraucher l Steigert die Flexibilität Ihrer Anlagenplanung - durchmodulares Sockelsystem facebook.com/eta.germany Besuchen Sie uns auf der Hannover-Messe vom 01.–05. April 2019 Halle 11, Stand A69 www.e-t-a.de

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