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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2019

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2019

Enabler für

Enabler für Industrie-4.0-Konzepte Das Namur-Prinzip NOA im Engineering schafft die Voraussetzung für digitalisierte Prozesse Datenbasierte Services wie Predictive Maintenance werden in Zukunft immer bedeutender. Doch viele Prozesse, die auf Daten beruhen, sind noch reine Theorie. Aucotec hat zusammen mit der Uni Magdeburg gezeigt, wie eine Anlage mit ihrem digitalen Zwilling kommunizieren kann. Voraussetzungen sind ein Disziplin-übergreifendes Datenmodell und ein universeller Sprachstandard. Technologiebasierte Geschäftsmodelle sind immer noch State-of-the-art. In Zukunft werden sie jedoch abnehmen und durch digitale Services substituiert. Heute halten digitale Plattformen Einzug in Unternehmensprozesse und ermöglichen ein umfassendes Management von der Entwicklung und Konstruktion über das Bestellwesen bis hin zur Fertigung und Logistik. Die digitale Transformation und damit die Vernetzung von Prozessen und Objekten kann für Industrieunternehmen zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil werden. Johanna Kiesel, Pressereferentin, Aucotec AG, Hannover Aktuelle Anlagendaten sind zwingend Um datenbasierte Plattformen auch im Engineering weiter ausbauen und nutzen zu können, sind aktuelle Daten und Echtzeit-Kommunikation das A und O. Betrachten wir Services wie Predictive Maintenance oder Full-Service-Geschäftsmodelle, bei denen das Produkt z. B. nicht mehr der Kompressor ist, sondern die verfügbare Druckluft, Stichwort Energieeffizienz. Derartige Webservices sind nur mit verlässlichen Daten sowie mit deren Erreich- und Auswertbarkeit möglich. Die meisten Anlagen, die aktuell betrieben werden, stammen jedoch noch aus dem 20. Jahrhundert und wurden seitdem vielfach um- und ausgebaut. Entsprechend veraltet sehen viele Do- kumentationen aus. Wo aber kommen die aktuellen Anlagendaten und Informationen her, die solche Services möglich machen? Digital ist nicht genug Voraussetzung für die IoT-gerechte Nutzung der aktuellen Engineeringdaten ist immer, dass sie in einem zentralen Datenmodell „24/7“ verfügbar sind. Nicht in Containern von Datenmanagementsystemen, nicht in Files verschiedener, Disziplinspezifischer Engineeringtools und auch nicht als pdf-Dateien, geschweige denn als Papierplan. So wie ein Navigationsgerät nichts mit einem Stadtplan in Form einer pdf-Datei anzufangen weiß. Denn es liefert weder Informationen über Einbahnstraßen noch über Verkehrsbehinderungen oder sonstige Ereignisse. Und genauso müssen auch Engineeringdaten separat „anfassbar“ und interpretierbar sein, und zwar disziplinübergreifend. Denn die Darstellung einer Pumpe in einem P&ID (Piping & Instrumentation Diagram) ist ohne dazugehörige Loops und ohne Navigierbarkeit bis zu ihrer letzten Klemme im Schaltschrank kein digitaler Zwilling, sondern nur ein kleiner Teil davon – und im Störfall, bei dem es auf Sekunden ankommen kann, nicht viel wert. 30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2019

MESSE I SPS 2019 OPC-UA-Verständnis und Webanbindung sind Voraussetzungen für die Kommunikation von Anlage und Engineering-System Die höchste Ebene der Digitalisierung So ein umfassendes Datenmodell als Single Source of Truth für alle Disziplinen des Anlagendesigns liegt der Plattform Engineering Base (EB) des Systementwicklers Aucotec zugrunde. Es repräsentiert damit die höchste Ebene der Digitalisierung und ist ein Enabler für Industrie-4.0-Konzepte rund um den Betrieb von Maschinen, Anlagen und mobilen Systemen, kurz für alles, was mit EB projektierbar ist. Für die Digitalisierung älterer Anlagen hat Aucotec zudem eine Lösung entwickelt, die über Mapping und Konfiguration Bestandsdaten zu EB überträgt, anreichert und aktualisiert. Doch sobald eine Anlagendokumentation auf dem neuesten Stand ist, läuft sie schon wieder Gefahr zu veralten, denn Veränderung ist eine sichere Konstante im Lauf eines Anlagenlebens. Daher liegt ein Fokus bei Aucotec auf Maintenance-Unterstützung. Service-Fachleute können heute bereits vor Ort mit mobilen Geräten per App ihre Änderungen unmittelbar an EB weitergeben. Im Rahmen eines Workshops mit dem Institut für Automation und Kommunikation (ifak) der Otto-von-Guericke­ Universität ging Aucotec noch einen Schritt weiter: In einem erstmals auf der Namur- Hauptsitzung Ende 2018 vorgestellten Anwenderfalles „sprach“ die Anlage selbst mit der Dokumentation und informierte EB direkt über die physischen Änderungen, die ein Service-Profi vorgenommen hatte. Übernahme einer realen Handlung in die Dokumentation „Automatisierte Aktualisierung der Anlagendokumentation“, so nannte sich einer von vier Anwendungsfällen, die auf der Namur-Hauptsitzung in einem Workshop zum Praxis-Einsatz der Namur Open Architecture (NOA) vorgestellt wurden. Er veranschaulichte, wie das Engineering vom neutralen OPC-UA-Format (Open Platform Communications/Unified Architecture) auf Basis der NOA profitiert. In einer Live-De monstration mit Video- Schaltung in die Anlage demons trierte der Initiator des Anwendungsfalls, Prof. Dr. Christian Diedrich vom ifak zusammen mit Aucotec-Produktmanager Martin Imbusch, wie sich das physische Auswechseln eines Messumformers unmittelbar in der Anlagen-Dokumentation niederschlägt. Webanbindung und durchgängige Änderungsdokumentation „Die kooperative Plattform EB ist nicht nur wegen ihres OPC-UA-Verständnisses und ihrer Web-Anbindung prädestiniert mit einer Anlage zu kommunizieren“, erklärt Martin Imbusch. „Das Datenmodell zeigt zudem die Änderung eines realen Objekts in der Anlage automatisch in all seinen dokumentierten Repräsentanzen an, wie P&ID, Stromlaufplan, Stückliste etc.“ Zusätzlich macht EB via Data-Tracking- Funktion und History-Anzeige nachvollziehbar, wer was wann geändert hat. Für die Live-Demonstration wurde die IGR-Anlage über ihren OPC-UA-Server mit Aucotecs Cloud verbunden. EB empfing in bestimmbaren Intervallen über die sogenannte Datendiode, die nur lesend auf die Das physische Auswechseln eines Messumformers ist unmittelbar in der Anlagen- Dokumentation sichtbar. Martin Imbusch, Produktmanager, Aucotec AG Anlage zugreift und nur in eine Richtung kommuniziert, die Live-Daten der Anlage. In EBs Datenmodell erschienen nach dem Austausch an jeder Stelle, die den Sensor in irgendeiner Form darstellt, die Hinweise zur Änderung. Jeder Bearbeiter jeder Disziplin weiß daher sofort, ob und welche Konsequenzen zu ziehen sind. „Damit wird ein Traum für Betreiber wahr“, so der Produktmanager. Die Anlage meldet Änderungen ihres As-built-Stands automatisch, und die Dokumentation zeigt immer, also 24/7, den neuesten Stand. „Der Digital Twin bleibt keine Momentaufnahme“, betont Imbusch. Bilder: Aufmacher adobe.stock.com, sonstige Aucotec www.aucotec.com Denken Sie an Softwareschutz? Denken Sie an CodeMeter! ■ Lizenzen in HW,SWund Cloud ■ PCs,Mobile,Embedded, SPS und Mikrocontroller ■ x86, ARM, MIPS und PPC ■ ERP-, CRM- und e-Commerce Integration Halle 7, Stand660 +49 721 931720 sales@wibu.com www.wibu.com

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