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Industrielle Automation 6/2018

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Industrielle Automation 6/2018

SPECIAL DIGITALISIERUNG

SPECIAL DIGITALISIERUNG I INTERVIEW Potenziale für neue Geschäftsfelder Digitaler Wandel erfordert Umdenken von Unternehmen und Gesellschaft Wahrscheinlich gar nichts so Außergewöhnliches: Eine breite Ausbildung, kontinuierliches Lernen, Neugierde und Offenheit für neue Entwicklungen und Technologien. Sie müssen immer die Augen offenhalten und über den Tellerrand in andere, neue Bereiche schauen, in Zeiten des digitalen Wandels mehr denn je. Kuka war immer wieder Vorreiter in innovativen Technologien. Welche Entwicklungen werden Ihrer Meinung nach in 10 Jahren unsere Industrie beherrschen? Dr. Stefan Müller Industrie 4.0 bringt viele Herausforderungen mit sich. Themen wie die sensitive Robotik, einfache Nutzbarkeit, aber auch künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen stehen im Vordergrund. Dr. Müller, Leiter Strategie und Unternehmensentwicklung des Kuka-Konzerns, berichtet über die Vorteile und Herausforderungen des digitalen Wandels. Dr. Stefan Müller, Leiter Strategie und Unternehmensentwicklung KUKA Konzern bei der KUKA Aktiengesellschaft in Augsburg Welche Veränderungen und Vorteile sehen Sie durch die zunehmende Digitalisierung in Bezug auf die Komplexität des unternehmerischen Handelns? Zur Beherrschung der zunehmenden Komplexität muss die Organisation entsprechend befähigt und aufgestellt werden. Im Fall von Kuka heißt das den Aufbau von digitalen Domänen und unserer Smart Platforms. Interdisziplinäres Arbeiten ist wichtiger denn je, Silodenken wird abgebaut. Auch auf bestehende Hierarchien hat das Einfluss. Selbstmanagement, Flexibilität und die Fähigkeit, mit heterogenen Teams zu arbeiten, spielen eine immer größere Rolle. Wie schätzen Sie den aktuellen Stand des deutschen Maschinenbaus im Thema Digitalisierung ein? Mittlerweile arbeitet der Großteil der deutschen Maschinenbauer aktiv an Digitalisierungsstrategien. Das ist ein gutes Zeichen, denn nur diejenigen Unternehmen werden am Markt weiter erfolgreich sein, die die Herausforderungen der Digitalisierung annehmen. Was raten Sie Ingenieuren, die sich neu mit dem Thema beschäftigen? Unsere Ambition ist es, neue Ideen und Inventionen zu Markterfolg zu bringen. Wir treiben das Thema Innovation unermüdlich aus unserem eigenen Innovation Office. Das beinhaltet die langfristige Zusammenarbeit mit Partnern, Instituten und Forschungseinrichtungen. Was ich spannend finde ist, dass sich selbst die Innovation wandelt. Der deutsche Maschinenbau steht insbesondere für Technologieund Produktinnovationen. Mit zunehmender Ausrichtung von Unternehmen auf Wertschöpfungssysteme ist jedoch ein vermehrter Anteil Neuerungen im Bereich Vertrieb, Services, Systemen und Prozessen, aber auch Customer Experience zu sehen. Im Kontext der Digitalisierung und der Ausprägung von Eco-Systemen erhalten Geschäftsmodellinnovationen einen neuen Stellenwert. Damit ändern sich auch die Träger der Innovation. Es braucht Partnerschaften über das traditionelle Netzwerk hinaus. An welche Partnerschaften denken Sie da? Ein Beispiel: Mit unserer Smart Factory as a Service sind wir den Geschäftsmodellen der Zukunft ein ganzes Stück näher. Die skalierbare Integration von Entwicklung, Produktion und eingebettetem Risikosowie Finanzmanagement ermöglicht die Realisierung der Synergien entlang der Wertschöpfungskette. Produzierende Unternehmen profitieren dabei von innovativen Nutzungsmodellen bei voller Variabilisierung der Kosten. Das Zusammenspiel mit unseren Partnern MHP und Munich RE und die Kombination sich ergänzender Expertisen ist dafür essentiell. Bilder: Kuka AG www.kuka.com www.complexity-academy.com 78 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2018

Special Digitalisierung Hilfestellung bei der Umsetzung IIoT-basierter Servicekonzepte Coresystems, Spezialist für Field Service- und Workforce-Management, kündigt an, Hersteller bei der Umsetzung smarter Servicekonzepte im industriellen Umfeld unterstützen zu wollen. „Das IIoT führt alle relevanten Daten-Assets zusammen: Sensordaten, Eingaben von Kunden, Verfügbarkeit von Servicetechnikern, vorhandenes Know-how und vieles mehr“, so Manuel Grenacher, CEO der Coresystems FSM AG. „Dadurch wird es ermöglicht, in Echtzeit auf Problemstellungen zu reagieren und der Industrie effektive Lösungen zu liefern, die ihre speziellen Anforderungen von Anfang an berücksichtigen. Wer sich dafür entscheidet, IIoT konzeptionell im Unternehmen zu verankern, und dabei frühzeitig alle Schnittstellen zu anderen Disziplinen berücksichtigt, wird somit zum Vorreiter der nächsten Industriellen Revolution.“ Auf Basis rein digitaler Anforderungen sollen Einzelprodukte oder Kleinserien letztlich zu Preisen produziert werden, die in der traditionellen Industrie nur in Großserien möglich sind. www.coresystems.net/de Forscher machen Produktionsanlagen vor Cyberangriffen sicher www.kcist.kit.edu Die Anforderungen an moderne Produktionsanlagen steigen durch die Digitalisierung und Vernetzung stetig. Mensch, Maschinen und Roboter arbeiten zunehmend eng und vernetzt zusammen, sodass sich damit auch die Anforderungen an Safety and Security erhöhen. Dabei sollen die Anlagen sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher sein als auch vor Cyberangriffen von außen geschützt werden. Im Projekt „Roboshield“ arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und des Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB an Sicherheitskonzepten, gerade für kleine und mittlere Unternehmen in Baden-Württemberg. Interessenten bieten die Roboshield-Experten Schulungen zu Themen wie die Entwicklung sicherer Software an. Beim „Open-Lab-Day“ am 21. Februar 2019 am Fraunhofer IPA in Stuttgart besteht für Firmen die Möglichkeit, direkt mit den Experten ins Gespräch zu kommen und weitere Fragen einzubringen (www.roboshield.de). NEU In ständigem Dialog – Kommunikation auf Industrie 4.0-Niveau INDUSTRIE u ESM-CB: Auswertegerät, Sicherheitsrelais und IO-Link Device in einem u CES-C07: Reihenschaltbarer Sensor u Prozessrelevante Daten in Echtzeit via IO-Link u Informationen zur präventiven Wartung SPS IPC DRIVES Nürnberg 27. - 29.11.2018 · Halle 7/Stand 280 EUCHNER GMBH + CO. KG 70771 Leinfelden-Echterdingen S I C H E R H E I T S T E C H N I K F Ü R M E N S C H U N D M A S C H I N E WWW.EUCHNER.DE

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