Aufrufe
vor 3 Monaten

Industrielle Automation 6/2018

  • Text
  • Automation
  • Industrielle
Industrielle Automation 6/2018

DIGITALISIERUNG I

DIGITALISIERUNG I SPECIAL Ökosystem für die digitale Welt Assests erfassen, verwalten und verbinden und somit Transparenz in die Anlage bringen Auch wenn die Themen rund um Industrie 4.0 schon viel diskutiert wurden, ist die Verunsicherung bei Unternehmen immer noch groß. Welche Veränderungen erwarten uns, welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden und wie erhalte ich Unterstützung? Endress+Hauser zeigt mit neuen digitalen Dienstleistungen, wie sich das Potenzial der Industrie 4.0 nutzen und in der Prozessindustrie gewinnbringend einsetzen lässt. Komfortabler Zugang Der Endress+Hauser Hub bietet Zugriff auf alle relevanten Daten der eingesetzten Messgeräte – direkt vom Schreibtisch aus. Mit der Anwendung Endress+Hauser Asset Health lässt sich der Zustand der Geräte überwachen; künftig wird sogar vorausschauende Wartung möglich sein. Digitale Bestandsaufnahme Die Endress+Hauser Scanner-App erkennt das Typenschild und generiert daraus Geräte daten direkt im Hub. Noch einfacher geht es mit dem Edge Device, einem Schnittstellenbaustein, der direkt in das Prozess-Netzwerk integriert wird und die Informationen vollautomatisch ausliest. Zertifizierte Sicherheit Um einen sicheren und vertrauensvollen Rahmen zu gewährleisten, wurde die Endress+Hauser IIoT-Plattform von der unabhängigen Organisation EuroCloud zertifiziert, mit vier Sternen für besonders schützenswerte Daten. Die Daten liegen in europäischen Rechenzentren.

SPECIAL I DIGITALISIERUNG Ein Blick aufs Smartphone genügt, und wir sind über viele Dinge des täglichen Lebens sofort im Bilde. Während die digitale Vernetzung für Millionen Menschen im privaten Bereich längst selbstverständlich ist, bedeutet sie für große Teile der Industrie noch Zukunftsmusik. Wer mehr über ein bestimmtes Feldgerät in seiner Anlage wissen will, muss sich oft selbst vor Ort begeben und nachschauen. Wenn es nach Steffen Ochsenreither geht, soll der digitale Komfort auch in der Prozessindustrie weiter fortschreiten. Der Business Development Manager bei Endress+Hauser arbeitet am industriellen Internet der Dinge (IIoT). Sein Ziel ist, die Daten sämtlicher Sensoren eines Industriebetriebs ohne Aufwand von überall her zugänglich zu machen. Überall und jederzeit alle Feldgeräte im Blick Flexible Reaktion Von mobilen Endgeräten können Anwender jederzeit und überall auf die Daten im Hub zugreifen und tätig werden. Die Anwendung Endress+Hauser Analytics erkennt kritische Messstellen, meldet veraltete Geräte und gibt Empfehlungen zur Optimierung der Messtechnik. Einen revolutionären Umsturz hat Steffen Ochsenreither allerdings nicht im Sinn, Schnelle Übersicht Ein übersichtliches Dashboard bildet das virtuelle Tor zum Endress+Hauser Hub, in dem alle gerätebezogenen Daten und Dokumente sicher verwahrt werden. Er ist als offene Plattform konzipiert, sodass auch die Daten von Fremdgeräten eingebunden und aufbereitet werden können. vielmehr ein evolutionäres Vorgehen Schritt für Schritt. „Im Rahmen unserer IIoT-Strategie entwickeln wir ganz konkrete Anwendungen, die sich nahtlos in die bestehende Anlagentechnik einfügen und dem Anwender sofort einen Zusatznutzen bieten.“ Die erste, bereits realisierte Anwendung nennt sich Endress+Hauser Analytics und ermöglicht eine digitale Bestandsaufnahme der installierten Basis. Nach einem ersten erfolgreichen Feldtest bei einem Stahlhersteller steht sie nun Kunden von Endress+Hauser aller Anwendungsbereiche zur Verfügung. Mit Endress+Hauser Analytics lassen sich sämtliche Feldgeräte einer Anlage – auch solche von Fremdherstellern – einfach katalogisieren und analysieren. Ein im Netzwerk installierter Schnittstellenbaustein (ein sogenanntes Edge Device) erkennt die verschiedenen Gerätetypen selbstständig und legt digitale Zwillinge in einem cloud-basierten Hub an. Alternativ lassen sich die Typenschilder der Geräte mit einer Scanner App erfassen und die Informationen automatisch in den Hub hochladen. Dort werden sie mit der Gerätedatenbank des Messtechnik-Spezialisten abgeglichen und ergänzt. Der Zeitaufwand für eine Bestandsaufnahme reduziert sich mit Endress+Hauser Analytics auf einen Bruchteil der bisher für die manuelle Erfassung benötigten Zeit. Über die übersichtliche, von mobilen Endgeräten ebenso wie vom Büro-PC aufrufbare Oberfläche der Anwendung können Gerätedaten und -dokumente wie Kalibrierzertifikate oder Reparaturberichte eingesehen werden. Darüber hinaus erhalten Anwender Informationen darüber, ob kritische Zustände an einer Messstelle vorliegen, zu Möglichkeiten der Standardisierung oder – falls ein Gerät ersetzt werden muss – zu Nachfolgeprodukten. Wie bei Apps aus dem privaten Umfeld üblich, ist das Basis-Paket kostenlos; erst darüber hinaus fallen Nutzungsgebühren an. Das Potenzial intelligenter Messtechnik nutzen Damit sind die zentralen Elemente des IIoT-Ökosystems von Endress+Hauser auch schon genannt: der cloud-basierte Hub, Schnittstellenbausteine für die Konnektivität sowie die Gerätedatenbank. Mithilfe dieser Elemente wird das Potenzial der intelligenten Messgeräte ausgeschöpft und die Grundlage geschaffen für Algorithmen, welche die vorhandenen Geräte- und Prozessdaten verknüpfen und so – in Form digitaler Applikationen – einen Mehrwert für die Anwender generieren. An der Messtechnik selbst sind keine Anpassungen nötig. Genutzt wird einfach die vorhandene Gerätekommunikation über Hart, WirelessHart, Profibus oder GSM; künftig auch über weitere Schnittstellen. INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2018 75

AUSGABE