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Industrielle Automation 6/2017

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Industrielle Automation 6/2017

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE 01 02 Sicher gelenkt Kabelführungssystem erleichtert die Verlegung von Leitern, Kabeln und Kabelbäumen zur Schaltschranktür Aufgrund der zunehmenden Automatisierung und Dezentralisierung gewinnt das Kabelmanagement innerhalb und außerhalb des Schaltschranks immer mehr an Bedeutung. Im Fokus steht dabei – neben geeigneten Montage-Vorrichtungen, Markierungsmöglichkeiten und Schutzsystemen – auch die einfache Kabelführung im Schaltschrank. Möglich macht dies ein Kabel- Führungssystem, das Kabel und Leitungen in einer gelenkartigen Konstruktion sicher zur Schaltschranktür führt. Das Thema Kabelführung ist aufgrund der vielschichtigen Anforderungen ein durchaus anspruchsvolles. Denn immer häufiger muss eine wachsende Anzahl von Kabeln in zunehmend kleineren und kompakteren Anwendungen verlegt und angeschlossen werden. Auch heute noch werden Schaltschränke häufig dort mit Komponenten bestückt, wo sie dann auch verdrahtet werden. Auch hier greift der Trend zur Modularisierung – die Komponenten müssen nicht am gleichen Standort gefertigt und zusammengesetzt werden. Dieser Trend stellt zahlreiche neue Anforderungen an die Schaltschrankbauer sowie an die Her ­ steller von Schaltschrank-Komponenten und ­Zubehör. Trotz zunehmender Digitalisierung der Produktion und Steuerung aus der Ferne werden weiterhin Bedien- und Anzeigegeräte in die Schaltschranktür eingebaut. Modular aufgebaute Schaltschränke erfordern zudem zahlreiche Steckverbindungen. Immer häufiger werden steckbare Kabelbäume auch maschinell konfektioniert. Dabei müssen entscheidende Weichen bereits in der Planungsphase gestellt werden, hier unterstützen CAD-Systeme diese Trends. Wo bisher Musterschränke gebaut wurden, um z. B. Kollisionsprüfungen durchzuführen, werden heute vermehrt 3-D-Planungstools eingesetzt. Auch in der Abbildung sämtlicher Komponenten im CAD-System liegt eine große Herausforderung. Kabelschlauch und Kabelstrumpf versus Schleppkette Die Leitungsführung kennt zwei gängige Lösungen: auf der einen Seite der Kabelschlauch und der Kabelstrumpf, auf der anderen Seite die Schleppkette. Kabelschlauch und Kabelstrumpf werden in aller Regel innen an der Schaltschrankwand und an der Tür befestigt. Meist werden dafür spezielle Halterungen sowie eventuell eine Zugentlastung benötigt, die Gewicht und Bewegung der Leitungen abfängt. Die Leitungen müssen durchgezogen werden, was je nach Länge des Schlauchs und der Leitungen bisweilen umständlich ist. Werden größere Leitungsbündel oder gar vorverdrahtete Stecker verwendet, ist ein Durchfädeln nahezu unmöglich. Die Schleppkette ist eine interessante Alternative, in welche die Kabel und Leitungen eingelegt werden. Die meisten Schleppketten sind für die Verwendung in verfahrbaren beweglichen Maschinen und Robotern ausgelegt. Schleppketten haben eine hohe Beweglichkeit und eine lange Lebensdauer. Allerdings ist der Platzbedarf hoch und die Montage bei der Anbindung an eine Schaltschranktür umständlich. Von beiden Systemen profitieren Das neue Kabelführungssystem CGS von Phoenix Contact vereint die Vorteile beider Systeme – es wurde speziell für die Leitungs- und Kabelführung vom Schaltschrankinnern zur -tür ausgelegt. Das entscheidende Moment dabei ist, dass die Tür sich bewegt – das impliziert, dass das CGS an die Bewegung der Tür ausgerichtet werden musste. Die Lösung liegt darin, dass das Kabelführungssystem wie ein Gelenk funktioniert. Die beiden Flansche werden in der Tür oder an der Schaltschrankwand Ruben Winter B.Eng. M.Sc., Produkt Marketing Clipline Energy, Industrial Cabinet Connectivity, Phoenix Contact GmbH & Co. KG, Blomberg 80 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2017

03 Nürnberg 28.-30.11.2017 | Halle 10/414 | sps/ipc/drives Patchcordes mit gewinkeltem Abgang für optimale, sichere Leitungsführung vollumspritzte RJ45 | IP20 sichere Datenübertragung | Cat5e Sie 01 Durch den definierten Schwenkbereich ist die Darstellung im CAD-System – etwa für Kollisionsprüfungen – problemlos möglich 02 Mit dem Kabelführungssystem lassen sich auch vorkonfektionierte Leitungen wie Datenleitungen in die Tür verlegen 03 Mit der orangefarbenen Drehkulisse lassen sich die Drehgelenke werkzeuglos öffnen, um Leitungen und Kabel ein- oder nachzuführen es drehen Egal wie herum befestigt, dabei dienen sie gleichzeitig als Einführung für die Kabel und Leitungen. Das Kabelführungssystem besteht aus zwei Schenkeln und drei Gelenken. Durch diese Konstruktion sind der Bewegungsradius und damit auch der Platzbedarf des Systems bereits definiert. Dieser Umstand erleichtert die Abbildung des Systems im CAD. Das Kabelführungssystem wird mit den vormontierten Flanschen ausgeliefert. In diese Flansche ist eine Nut für einen Kabelbinder integriert, der für die Zugentlastung sorgt. Mit dieser Zugentlastung lassen sich das Gewicht der Leitungen und die Bewegung gut abfangen. Dabei gibt es zwei Positionen, an denen der Binder befestigt und an die Dicke des Kabelbaumes angepasst werden kann. Das Bohrbild der Flansche wurde zudem an die gängigen Lochraster der Schaltschrankhersteller angepasst – damit erübrigt sich bei zahlreichen Anwendungen aufwendiges Nacharbeiten wie etwa das Bohren. escha.net Schutz für Leitungen und Kabel Weil sich die Drehpunkte öffnen lassen, können Leitungen und Kabel auch mit Steckern sowie gebündelt eingelegt werden. Dazu dienen farbige Kulissen in den Drehpunkten, die im geschlossenen Zustand verrasten und damit verhindern, dass die Leitungen wieder herausrutschen. Durch die Farbe hebt sich die Kulisse vom Rest des Systems ab. Auf diese Weise lässt sich stets gut erkennen, ob das Gelenk geschlossen oder geöffnet ist. Das CGS-Führungssystem gibt es in zwei Ausführungen. Die Standard-Variante verzichtet auf die drehbaren Kulissen – die Leitungen werden durch die kurzen Durchlässe im Gelenk gefädelt. Dieses System eignet sich immer dann, wenn keine vorverdrahteten Stecker zum Einsatz kommen. Eine aufwendigere „Avcanced“­ Variante – CGSA – verfügt über die oben beschriebenen drehbaren Kulissen, in die vorverdrahtete Kabelbäume auch mit Stecker eingeführt und auch nachgeführt werden können. Mit den als Zubehör erhältlichen Hauben, die paarweise geliefert werden, lässt sich das Führungssystem vollständig schließen – dabei werden die Leitungen besonders sorgfältig geschützt. Die tragenden Bestandteile des Führungssystems sind aus Polycarbonat gefertigt, das eine hohe Festigkeit aufweist. Das Material ist auch unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit. Zudem genügen alle CGS-Bestandteile der Brennbarkeitsklasse V0 nach UL 94. www.phoenixcontact.de Egal wie herum Sie es drehen Patchcordes mit gewinkeltem Abgang für optimale, sichere Leitungsführung vollumspritzte RJ45 | IP20 sichere Datenübertragung | Cat5e Nürnberg 28.-30.11.2017 | Halle 10/414 | sps/ipc/drives

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