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Industrielle Automation 6/2017

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Industrielle Automation 6/2017

SPS IPC DRIVES

SPS IPC DRIVES 2017 I MESSE Uneingeschränkt kommunizieren Ethernet-IO-Module und integrierter IO-Link Master als universelle Vermittler im IIoT Dr. Konrad Kern, Produktmanager Geschäftsfeld Systeme Geschäftsbereich Fabrikautomation, Pepperl+Fuchs, Mannheim Bis heute hat sich im industriellen Ethernet kein einheitlicher Kommunikationsstandard durchgesetzt. Gut, wenn es also Lösungen gibt, die über alle gängigen Ethernet-Protokolle kommunizieren können. Wir stellen Ihnen ein Ethernet-IO-Modul mit Multiprotokoll und IO-Link-Masterfunktion vor, das mit dezentraler Intelligenz punktet. In der Automatisierungstechnik werden die Ethernet-Protokolle Profinet, Ethernet IP und EtherCAT am häufigsten eingesetzt, mit regional unterschiedlicher Verteilung. Diese Vielfalt ist eine Herausforderung für weltweit tätige Maschinen- und Anlagenbauer und zudem eine Hürde bei der Standardisierung. Die neuen Ethernet IO-Module von Pepperl+Fuchs schlagen mit ihrer Multiprotokoll- Funktion nun eine wirtschaftliche Brücke zur uneingeschränkten Kommunikation. Statt verschiedener Modul-Typen wird nur noch eine einzige Komponente benötigt. Das gewünschte Protokoll lässt sich mit einem einfachen Drehschalter auswählen. Das gewählte Protokoll wird bei der ersten Kommunikation mit dem Host intern gespeichert, eine versehentliche Umstellung bei laufender Anlage ist ausgeschlossen. Die Option, das Gerät für die sichere Anwendung wieder in den gesicherten Werkszustand zurückzuversetzen, bleibt davon unberührt. Die Ethernet-IO-Module werden entweder mit dem manuellen Drehwahlschalter oder per automatischer IP-Adressvergabe adressiert. Der integrierte Webserver erlaubt Dank dezentraler Intelligenz der Ethernet-IO-Module werden autarke Lösungen und praktische Schritte in Richtung Industrie 4.0 möglich, bei einer Reaktionszeit im Millisekundenbereich, voller Transparenz und zusätzlichen Diagnoseoptionen. Dr. Konrad Kern verantwortet das Produktmanagement der BU Systeme; Pepperl+Fuchs GmbH in Mannheim außerdem eine vollständige Parametrierung sowie den Abruf von Status- und Diagnosedaten. Ein Switch mit Isocron Real Time- Funktion (IRT) unterstützt die Ringtopologie, sorgt für schnelle Kommunikation und erhöhte Verfügbarkeit. IO-Link Master für I4.0 Um die Feldebene in eine I4.0-Architektur einzubinden, sind Zusatzfunktionen gefragt. Neben der Übertragung von Mess- und Schaltsignalen werden Diagnosefunktionen und möglichst umfassende Transparenz benötigt. Bei IO-Link-Feldgeräten können Parameter gesetzt werden, um Vorausfallanzeige, vorbeugende Wartung und den Neustart nach Sensortausch zu vereinfachen. Zugleich gewinnt der Überblick über die Gesamtanlage an Tiefenschärfe. Die neuen Ethernet IO-Module stellen dabei die Anbindung zum Feldbus her. Der integrierte achtfache IO-Link Master (nach IEC 61131-9 in der neuesten Spezifikation V1.1) unterstützt die automatische Parametrierung im Austauschfall und bietet pro Port bidirektional bis zu 32 Byte Prozessdatenbreite. IO-Link-Ports mit Class A und Class B, einer Strombelastbarkeit bis 2 A pro Port und einer galvanischen Trennung stehen für die Sensoren und Aktoren zur Verfügung. Die Class-B-Ausgangsports können ohne besondere Parametrierung auch für IO-Link-Sensoren genutzt werden. Dafür wird der IO-Link Sensor einfach über eine dreiadrige Verbindungsleitung angesteckt. Zusätzlich können weitere digitale Standardsensoren angeschlossen werden. Diese Optionen sichern große Flexibilität beim Sensor-/Aktoranschluss und eine größtmögliche Transparenz der Anlage. Die Parametrierung wird über den integrierten Webserver erledigt. Das Parametriertool kann die Konfiguration und die Funktion von IO-Link-Endgeräten festlegen. Der Zugriff auf Status-, Diagnoseund Parameterdaten ist auch ohne eine übergeordnete Steuerung jederzeit gegeben und kann zudem über Web-Server abgerufen werden. Dezentrale Intelligenz Auch wo die Automatisierungspyramide zunehmend hierarchiefreien, vernetzten Strukturen weicht, muss die Kontrolle über die Prozesse sowie die verlässliche Übersicht über den Zustand der Anlage gewahrt bleiben. Das neue Feldbusmodul trägt dazu mit integrierter, dezentraler Intelligenz mit voller Eingriffsmöglichkeit über die Steuerung und mit voller Dateninformation bei. Dank der integrierten Vorverarbeitung stehen sogar zusätzliche Prozessrückmeldungen und Diagnoseinformationen zur Verfügung. Welche Daten zur Steuerung gelangen, hängt vom Anwender ab. Schränkt man diese auf die Diagnoserückmeldungen und ein Status-OK ein, 24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2017

MESSE I SPS IPC DRIVES 2017 01 02 werden die Kommunikation und der SPS-Speicherbedarf bei vollem Funktionsumfang minimiert. Dezentrale Prozesse lasse sich auch autark steuern. Die Steuerung bekommt dann nur die Anzahl der gut /schlecht produzierten Teile gemeldet. Diagnosemeldungen, Informationen zum Materialnachfüllbedarf usw. können bedarfgesteuert mit azyklischen Protokollen übermittelt werden. Ohne Kommunikation zwischen Feldbusmodul und Steuerung können Eingänge ausgelesen und Ausgänge angesteuert werden. Stärkere Netzgeräte bei hoher Sicherheit Das Ethernet IO-Modul optimiert auch die Stromversorgung der Feldgeräte. Die bisher vorherrschenden 7/8"-Stecker konnten maximal 9 A übertragen. Die neuen Module sind dagegen mit L-kodierten M12-Anschlusssteckern ausgestattet, die bis zu 16 A schaffen – 70 % mehr. Es gibt weniger Parallelverdrahtung und Nachführung der Versorgung, stärkere Netzgeräte können zum Einsatz kommen und auch die Absicherung der Leitung lässt sich auf 16 A erhöhen. Mit seinen fünf Adern bietet der M12 Power-Stecker zudem zwei galvanisch getrennte Versorgungsleitungen für die Sensorversorgung und 01 Multiprotokoll Ethernet IO-Module mit integriertem 8-fach IO-Link Master und leistungsstarkem M12-Power-Anschluss bis 16 A 02 Der integrierte Webserver erlaubt eine vollständige Parametrierung sowie den Abruf von Status- und Diagnosedaten die AUX-Versorgung der Aktorik. Die zusätzliche hellgraue Ader kann als Potentialausgleich und als Funktionserde genutzt werden. Damit wird auch Installation der Feldbusmodule einfacher. Die IO-Link-Module sind in robusten, vollvergossenen Metallgehäusen untergebracht, die integrierte Elektronik ist so gegen Vibration und Schockbelastung geschützt. Die Geräte entsprechen der Schutzart IP65/67/69 und sind mit nur 200 mm Länge und 18 mm Höhe kompakt gebaut. Mit adaptierbaren Montagehaltern lassen sie sich aber an das größere Montagemaß anderer Produkte anpassen. Bilder: Aufmacher Fotolia, sonstige Pepperl+Fuchs www.pepperl-fuchs.com CodeMeter ® für PC- und Embedded-Systeme Zukunftssichere Geschäftsmodelle umsetzen mit CodeMeter, dem Schutz- und Lizenzierungssystem für Software und Daten. ■ Schutz vor Reverse Engineering und Know-how-Diebstahl ■ Kombinierbar mit ERP, CRM, E-Commerce-Systemen ■ Fortschrittliche Monetarisierung und Flexibilität durch vielseitigen Lizenzbaukasten Industrie 4.0 Lizenzbasierte Wirtschaft www.wibu.com/40 SPS IPC Drives 2017 Besuchen Sie uns: s.wibu.com/sps www.wibu.com sales@wibu.com INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2017 25

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