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Industrielle Automation 6/2016

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Industrielle Automation 6/2016

Vom Tabakblatt zum

Vom Tabakblatt zum Feinschnitt Sicherheitskonzept in Tabakaufbereitungsanlage sorgt für höheren Automatisierungsgrad und Steigerung der Produktivität Achim Tögel Wird eine Anlage einem Retrofit unterzogen, werden nicht nur verschleißbehaftete Komponenten ausgetauscht. Gewöhnlich kommt die gesamte Revision der Elektround Steuerungstechnik hinzu und mit ihr die Integration eines Sicherheitskonzeptes, das heutigen Anforderungen gerecht wird. In einer Anlage für Tabakaufbereitung kommt ein multifunktionales System zum Einsatz, das sowohl Produktivität als auch Sicherheit gewährleistet. Der feinwürzige Duft von Tabak durchdringt die Luft. Nach einer mehrjährigen Umbauphase läuft die Anlage zur Bearbeitung von Rohtabak wieder auf vollen Touren. Sie verarbeitet über diverse Prozessmodule und Ebenen verteilt Tabakblätter bis zum verkaufsfertigen Feinschnitt-Tabak. Die Imperial Tobacco Group bereitet im niederländischen Joure mit mehreren Produktionslinien bis zu 10 t Tabak pro Stunde auf. Achim Tögel, Technisches Büro München, Pilz Vertrieb Tochtergesellschaft Deutschland Die in Ballen angelieferten Tabakblätter werden zunächst geteilt und gelangen über eine Förderstrecke in eine Casing-Trommel. Dort führen Düsen den getrockneten Blättern Wasser sowie jene Rezepturen zu, die dem Tabak später seine individuelle Note verleihen. Anschließend rollen die so aufbereiteten Tabakblätter in speziellen Transportcontainern in ein Reifelager. Nach bis zu 36 Stunden Lagerzeit fahren die Container das Zwischenprodukt über Rollenbahnen zu einer automatisierten Kippvorrichtung der jeweiligen Produktionslinie. Dort werden die Behälter entleert und nach einer Trocknungs-, Kühlungs- und nochmaligen Lagerungsphase ist der Feinschnitt-Tabak reif für die Verpackung. Produktivität signifikant steigern Das Unternehmen Hermos, Kopf einer international agierenden Gruppe mit Schwerpunkten in den Bereichen Automatisierung, Informationsverarbeitung und Erfahrung in der Tabakbranche, war mit dem Retrofit der Anlage beauftragt. „Zum Aufgabenumfang zählte die Modernisierung und Neu-Automatisierung der kompletten Anlage, der Austausch von Schaltschränken, die Verkabelung, Installation und die Sicherheit“, fasst Volker Sachs, Projektleiter Elektrotechnik bei Hermos, zusammen. Nach eingehender Analyse stand im ersten Schritt die komplette Entkernung der Anlage an. Elektronik, Steuerung und Sicherheit entsprachen nicht mehr dem modernsten Stand der Technik. Ziel des Anlagenbetreibers war ein höherer Automatisierungsgrad und eine signifikante Steigerung der Produktivität. Mindestens ebenso hoch waren die Anforderungen an die Sicherheit: Neben einem größtmöglichen Schutz für die Bediener im Umfeld sollte das gewünschte Sicherheitskonzept Abläufe, Bedienbarkeit und die Performance der Anlage keinesfalls einschränken. Für die Konzeption und Umsetzung war das Automatisierungsunternehmen Pilz zuständig. Der Auftraggeber verlangte Sicherheit aus einer Hand. Darüber hinaus legte er großen Wert darauf, die Komponentenvielfalt auf ein Minimum zu reduzieren, um Stillstandzeiten im Fehlerfall zu minimieren und Service wie Instandhaltung damit zu vereinfachen. Pilz lieferte all jene sicherheitsrelevanten Komponenten, die für die Umsetzung des von Hermos entwickelten Sicherheitskonzeptes erforderlich waren. Sicherheit hat oberste Priorität Die modernisierte Anlage besteht im Kern aus komplexen Transport- und Fördersystemen, den Bereichen Befüllung, Zwischenlagerung, Produktions- und Verarbeitungsmaschinen sowie aus Lager- und Rezeptverwaltung. Ein zentrales übergeordnetes Leitsystem sorgt im Verbund mit 20 IPC- Steuerungen und über ein redundantes Lichtwellenleiter-Netzwerk für reibungs lose und sichere Abläufe. Sicherheitstechnisch wurde die gesamte Anlage in drei separate Bereiche aufgeteilt, die mit elf Lichtvorhängen und vier Zutrittskontrollen getrennt sowie per Zustimmtaster von Pilz bedient und sicher überwacht werden. 26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2016

SENSORIK UND MESSTECHNIK 01 02 03 Gleich an mehreren Stellen der weit verzweigten Anlage, in der zwischen 25 und 30 Beschäftigte arbeiten, muss auf die im Rahmen der Risikobeurteilung detektierten Gefährdungen adäquat reagiert werden. So sind insbesondere Maschinenabdeckungen oder Zugänge zum Lager sicher zu überwachen und zuverlässige Maßnahmen zu gewährleisten, die im Ernstfall zu einem sicheren Stillstand von Förderbändern, Antrieben und Maschinenteilen führen. Das sichere Schutztürsystem PSENsgate von Pilz kombiniert Schutztürüberwachung, sichere Zuhaltung mit Flucht-/Hilfsentriegelung sowie Not-Halt-, Anforderungs- und Quittiertaster in einem System. Es ist bis zur höchsten Sicherheitskategorie PL e ausgelegt, zusätzlich sorgt eine Codierung für höchsten Manipulations- und Umgehungsschutz. Gerade bei Maschinen mit besonders hohem Gefahrenpotenzial bietet das System ein Maximum an Sicherheit. Lichtschranken bieten Flexibilität Ohne adäquate Sicherheitsvorkehrungen würden die Container-Kippvorrichtungen ein erhebliches Gefährdungspotenzial darstellen. Hier sorgen die frei parametrierbaren Lichtschranken PSENopt Advanced für Sicherheit. Mit ihrer Multifunktionalität bieten sie ein hohes Maß an Flexibilität: Muting, Blanking oder Kaskadierung sind mit nur einer Lichtschranke selbst über weite Distanzen realisierbar. Die Lichtschranken schützen vor Eingriff bzw. Zugang und akzeptieren dank der Muting-Funktion nur die hier vorgesehenen Container in ihrem Über wachungsfeld. Mit ihren durchgängigen Einzelstrahlen schließen die Lichtgitter selbst so genannte Totzonen aus. Unterstützt durch das Software-Tool PSENopt Configurator erfolgten Ausrichtung, Konfiguration und Inbetriebnahme mühelos. Nach Abschluss des Retrofits und der Wieder- 01 Frei parametrierbare Lichtschranken: Je nach Anforderung wird entweder Muting oder Blanking und die Kaskadierung mit demselben Lichtgitter realisiert 02 Die im Rahmen der Risikobeurteilung detektierten Gefährdungen werden u. a. durch das sichere Schutztürsystem abgedeckt 03 Die multifunktionalen Lichtgitter können dank Schutzgehäuse IP6k9k auch in rauen Umgebungen eingesetzt werden inbetriebnahme freut man sich bei Imperial Tobacco über einen reibungslosen und nahezu vollautomatischen Produktionsablauf. Die Produktivität konnte signifikant gesteigert werden, die Schutzvorkehrungen agieren im Hintergrund und werden von den Bedienern kaum wahrgenommen. www.pilz.de Sicherheitstechnik für den Maschinenbau www.euchner.de NEU CTP Extended Transpondercodierter Sicherheitsschalter mit Zuhaltung Höchste Sicherheit, Kategorie 4/PL e Zuhaltekraft 2600 N Bis zu3Bedienelemente integrierbar Manipulationssicher Robustes Gehäuse mit Metallkopf Reihenschaltung von bis zu20Geräten SPS IPC DRIVES NÜRNBERG 22.-24. November 2016 Halle 7/Stand 314 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2016 27 EUCHNERGMBH+CO. KG I KOHLHAMMERSTRASSE16 I 70771LEINFELDEN-ECHTERDINGEN I 0711 7597-0 I INFO@EUCHNER.DE

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