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Industrielle Automation 6/2016

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Industrielle Automation 6/2016

SZENE I INTERVIEW Die

SZENE I INTERVIEW Die ganze Bandbreite Fachmesse Elektrotechnik vereint Gebäude- und Industrieanwendungen Die wichtigsten Fakten zur Messe Was: Fachmesse elektrotechnik Wann: 15. bis 17. Februar 2017 Wo: Westfalenhallen Dortmund Hallen: 3b, 4,5,6,7 Eingänge: 3b, 5, West Von 15. bis 17. Februar 2017 deckt die Fachmesse Elektrotechnik in Dortmund mit den zwei Schwerpunktbereichen Industrieund Gebäudeanwendungen die gesamte Bandbreite der Elektrotechnik und Industrieelektronik ab. Das Angebot wird ergänzt mit einem breit gefächerten kostenlosen Rahmenprogramm mit hochklassigen Fachvorträgen. Ein Schwerpunkt liegt in diesem Jahr auf dem Trendthema Industrie 4.0 mit seinen fachspezifischen Facetten. Wir haben beim Messeveranstalter nachgefragt. Die im zweijährigen Rhythmus in den Westfalenhallen Dortmund stattfindende Fachmesse Elektrotechnik schafft einen attraktiven Marktplatz für Industrie und Handwerk. Etwa 400 Aussteller (Stand: 2015) werden vom 15. bis 17. Februar 2017 in fünf Messehallen das komplette Branchenangebot der Elektrotechnik und Elektronik in den Schwerpunktbereichen der Gebäude- und Industrieanwendungen den Rund 20 000 erwarteten Besuchern präsentieren. Auch 2017 bietet die Fachmesse wieder ein reichhaltiges Rahmenprogramm. So werden in den „Spannungsfeldern“ wichtige Branchenthemen aufbereitet und in Form von praxisnahen Fachforen und Vorträgen präsentiert. Das inhaltlich breit ge fächerte Spannungsfeld „Trends & Technologien“ in Halle 4 behandelt indus trierelevante Themen. In Halle 5 wird unter „Automation & Effizienz“ erstmals an jedem Messetag ganztägig ein elektrotechnisches Trendthema aus dem Bereich Industrie aufgegriffen. Die Redaktion von INDUSTRIELLE AUTOMATION moderiert am ersten Messetag den Themenbereich „Automatisierung für Industrie 4.0“, der sich mit dem heutigen Stand der Technik und bestehenden technischen Lösungen im Rahmen von Industrie 4.0 befasst. Wir gehen der Frage nach, ob es bereits Modelle gibt, die sich bewährt haben oder ob die ersten Ansätze von Industrie 4.0 lediglich experimentelles Prototyping sind. Das Fachforum richtet sich an strategische Entscheider (Betriebsleiter, Produktionsleiter und technische Leiter) und gleichermaßen an die Mitarbeiter der Technik und der Informationstechnik, welche die neuen Anforderungen zukünftig lösen müssen. Sie dürfen gespannt sein. Weitere Themenbereiche an den anderen Messetagen sind Instandhaltung 4.0 & Predictive Maintenance sowie Effizienz in Gewerbe und Gewerbegebieten. Darüber hinaus zeigt das Kompetenzzentrum „Digital in NRW“ auf einer Sonderausstellungsfläche in Halle 5 unterschiedliche Indus trie-4.0- Anwendungen. 10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2016

INTERVIEW I SZENE Die stärkere Ausrichtung der Messe auf Industriethemen wollten wir genauer hinterfragen und baten Sabine Loos, Hauptgeschäftsführerin der Westfalenhallen Dortmund GmbH, zum Interview. Vor welchem Hintergrund legt die Messe den Themenschwerpunkt verstärkt auf industrielle Anwendungen? Die Zukunft ist digital und bietet für die Industrie und das Elektrotechnik-Handwerk große Potenziale. Die Arbeitskosten (Lohn inkl. Lohnnebenkosten) in Deutschland liegen im europäischen Vergleich auf einem hohen Niveau. Deutschland ist ein Hochlohnland, erst Recht im internationalen Vergleich. Die daraus logische Konsequenz stellt für viele Unternehmen das Outsourcen dar von mitunter ganzen Geschäftszweigen in entsprechende Niedriglohnländer in Osteuropa oder Asien. Die dortige technische Aufholjagd der vergangenen Jahre hat dies ermöglicht. Damit Deutschland in Zukunft wieder zu einem attraktiven Produktionsstandort wird, müssen die Lohnstückkosten, also das Verhältnis der Arbeitskosten zur Produktivität, gesenkt werden. Da eine Änderung der Arbeitskosten in Deutschland nicht in Sicht ist, muss zwangsläufig die Produktivität gesteigert werden. Die Lösung für dieses Problem heißt „Industrie 4.0“ oder auch „Digitalisierung“. Nur wenn es gelingt, den technischen Vorsprung wieder auszubauen, lassen sich die höheren Arbeitskosten in Deutschland kompensieren und – insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel – der Wohlstand in Deutschland sichern. Welche Zielgruppe sprechen Sie mit dem erweiterten Themenbereich an? Welche weiteren Themenbereiche sehen Sie aktuell noch im Fokus? In der Folge von Industrie 4.0 geht auch eine Veränderung der Organisation und Arbeitsweise der Instandhaltung einher. Nicht nur, weil sich die Anforderungen geändert haben, sondern ebenso, weil sich der Instandhaltung neue Möglichkeiten geboten haben. So sind beispielsweise die Möglichkeiten der zustandsüberwachenden Sensorik durch die Zunahme der Rechenleistung zur Datenanalyse immens gewachsen. Vor diesem Hintergrund initiieren wir erstmalig das Fachforum „Instandhaltung 4.0 & Predictive Maintenance“, das Vortragsthemen von der Schwingungsanalyse bis hin zu Softwarelösungen für Predictive Maintenance abdecken wird. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Industrial Security, insbesondere auch im Rahmen von Fernwartungslösungen in der Cloud. Das Fachforum richtet sich an technische Leiter sowie an Leiter und Mitarbeiter der Instandhaltung und der IT-Abteilung. Vielen Dank für das Gespräch. www.messe-elektrotechnik.de Mittelständische Unternehmen sind das wirtschaftliche Rückgrat von NRW: Sie beschäftigen rund 80 % der hiesigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und schaffen die meisten neuen Arbeitsplätze. Grund genug, „Industrie 4.0“ und „Digitalisierung“ insbesondere im Mittelstand voranzutreiben. Digital in NRW, ein Kompetenzzentrum für den Mittelstand, das Wissen und Die Digitalisierung bietet große Potenziale für die Industrie und das Elektrotechnik-Handwerk Erfahrung drei starker Wirtschafts- und Forschungsstandorte miteinander vereint, zeigt auf einer Sonderausstellungsfläche unterschiedliche Anwendungen der Digitalisierung und Vernetzung für kleine und mittlere Unternehmen, um mit diesen gemeinsam die Digitalisierung ihrer Produkte, Produktion und der gesamten Wertschöpfungsprozesse anzugehen und neue Geschäftsfelder der Industrie 4.0 zu erschließen. Worin sehen Sie die zentrale Herausforderung bei der Umsetzung dieser Industrie-4.0-Anwendungen? Moderne Computersysteme weisen eine enorme Rechenleistung auf. Es steht Hardware zur Verfügung, die für schnelle komplexe Analysen einer hohen Anzahl von Daten genutzt werden kann. Diese neuen Möglichkeiten müssen nun genutzt werden. Dazu gilt es, zwei Disziplinen zusammenzubringen: die Informationstechnik und die Automatisierungstechnik. Denn letzten Endes muss die richtige Information zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Unternehmen zur Verfügung stehen. Hier gilt es, Schnittstellen zu definieren und Prozesse der Datenübergabe zu standarisieren. INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2016 11