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Industrielle Automation 6/2015

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Industrielle Automation 6/2015

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Kunststoff aus der ganzen Welt Über eine ‘Private Cloud’ sind die Mitarbeiter des Kunststoff-Produzenten Ensinger weltweit vernetzt Ultraschallbohrer, Fenster oder Sessellift – die Produkte von Ensinger aus dem schwäbischen Nufringen sind Bestandteil alltäglicher oder hochspezialisierter Gegenstände. Das Unternehmen produziert Hochleistungskunststoffe auf der ganzen Welt. Mit der Ensinger Cloud funktioniert die Zusammenarbeit länderübergreifend. Die Maschinen an den weltweit verteilten Produktionsstandorten von Ensinger stellen Hochleistungskunststoff her oder formen die Kunststoffe zum fertigen Endprodukt. Kunststoff ist das neue Metall, ist Ensinger-Geschäftsführer Roland Reber überzeugt: „Davon müssen manche Kunden erst noch überzeugt werden. Deswegen bieten wir eine umfassende Beratung an.“ Ensinger vertreibt Nischenprodukte, ist dafür aber in vielen Branchen unterwegs. Ob Automobilindustrie oder Raumfahrttechnik, häufig ist ein Halbzeug des Kunststoffherstellers aus dem schwäbischen Nufringen verbaut. Durch diese strategische Ausrichtung ist das Unternehmen nicht nur in vielen Branchen, sondern auch in den unterschiedlichsten Ländern weltweit vertreten. 28 Vertriebsstandorte und Fertigungsstätten betreibt man mit 2 200 Mitarbeitern – von Österreich bis Japan. Bessere Vernetzung der Standorte untereinander Wer auf mehreren Kontinenten und zahlreichen Ländern produziert und vertreibt, muss gut vernetzt sein - auch mit Partnern und Zulieferern. Für die Herstellung von Halbleitern z. B. liefert Ensinger einen Kunststoff nach Asien. Die Spezifizierung der Chips erfolgt in den USA. „Die Anforderungen unserer Kunden haben sich schneller entwickelt als unsere eigene Infrastruktur“, erklärt CIO Erwin Schuster. „Wir brauchten eine Lösung, mit der wir uns besser vernetzen und die gleichzeitig flexibel mit Ensinger mitwachsen kann.“ Die verschiedenen Standorte waren zwar mit- einander verbunden, ein durchgängiger Informationsfluss aber fehlte. „Mit einer einheitlichen IT- und TK-Infrastruktur können wir die Internationalisierung vorantreiben. Dazu gehört auch, dass die Mitarbeiter auf der ganzen Welt zentral auf Firmensoftware wie ERP- und CRM-Anwendungen zugreifen“, erläutert Schuster. Heute kommt die Lösung aus der Private Cloud der Telekom. Gemeinsam mit dem Kunststoff-Hersteller entwickelte der Dienstleister die „Ensinger Cloud“ und übernahm auch die Umsetzung. Nach und nach sollten sämtliche Anwendungen, die man bisher in seinen Rechenzentren betreibt, in die Private Cloud wandern. Die Telekom koppelte dafür die drei Rechenzentren von Ensinger an den deutschen Niederlassungen. Über diesen Verbund lassen sich sämtliche Daten in den räumlich getrennten Zentren spiegeln und Back-Ups erstellen. Dadurch sinkt das Risiko auf ein Minimum, bei Ausfall eines Rechenzentrums oder einzelner Server- Daten zu verlieren und die Arbeit unterbrechen zu müssen. Ein Rechenzentrumsneubau und hohe Investitionen in neue Hardware oder Personal war durch den Aufbau der Private Cloud in eigenen Rechenzentren nicht erforderlich. „Zudem behalten wir die Hoheit und die Kontrolle über unsere Daten“, sagt Schuster. Stabile Verbindungen Die Rechenzentren sind über EthernetConnect mit einer Übertragungsrate von bis zu 10 Gbit/s verbunden. Die Anbindung läuft nicht über das öffentliche Internet, sondern auf exklusiv für Ensinger geschalteten Leitungen. Die Standorte und deren LANs sind untereinander und mit der Zentrale in Nufringen über die Telekom-Lösung Intra- Select angebunden. Sie nutzt dafür ein IP-VPN auf Basis der MPLS (Multiprotocol- Label-Switching)-Technologie. Im VPN werden Daten in einem nach außen geschützten „Tunnel“ verschlüsselt übertragen. Die Verfügbarkeit des Netzwerks liegt bei 99,9%. Dank IntraSelect lassen sich Daten priorisieren. So haben Sprachdaten – also Telefonate – immer Vorfahrt. Kommt es zu Engpässen im Netz, würden weniger wichtige Daten zeitverzögert übertragen. Dabei handelt es sich aber nur um Millisekunden, die Anwender meist nicht als Verzögerung registrieren. Die Extruder, Pressen und andere Maschinen, mit denen Ensinger Halbzeuge oder Fertigteile herstellt, sind online miteinander verbunden. Bei einem Netzausfall, würde die Produktion stillstehen. Mit einem proaktiven Management des Netzes versuchen die Netzspezialisten der Telekom auftretende Engpässe frühzeitig zu erken- 80 INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2015

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION nen und Komplettausfälle zu vermeiden: Dafür überwachen die Techniker die Verbindungen rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr und beheben Störungen, bevor die Firma Ensinger es merkt. Firewalls zogen als Erstes um Als Erstes zogen die Firewalls von Ensinger in die Private Cloud. Vorher waren sie lokal installiert und jede IT-Abteilung vor Ort musste sich um Betrieb und Wartung kümmern. In der Ensinger Cloud schützen die Firewalls das gesamte Netzwerk zentral. Gemanaged wird die Lösung „Customized Network Protect“ gemeinsam mit der Telekom. „Dadurch sehen wir jederzeit den Status ein, können Ports öffnen und bei Bedarf externen Technikern Zugang zu den Maschinen geben“, erläutert IT-Leiter Erwin Schuster. Auch Anwendungen für die standortübergreifende Zusammenarbeit nutzt Ensinger zunehmend aus der Private Cloud. Mit der Microsoft-Anwendung SharePoint greifen die Mitarbeiter in Projekten von überall auf der Welt auf die Firmendaten zu. Im Home Office, auf dem Weg zum Kunden oder bei einem Geschäftstermin, schnell ist die Präsentation auf den aktuellen Stand gebracht oder dem Dokument der letzte Schliff verliehen. Per Video oder Chat besprechen 01 Viele Maschinen bei dem Unternehmen Ensinger sind heute vernetzt 02 Erwin Schuster: „Wir brauchten eine Lösung, mit der wir uns besser vernetzen und die gleichzeitig flexibel mitwachsen kann“ sich die Kollegen über Lync, einer weiteren Software aus der Cloud. Auch die Kundendaten sind mit dem CRM-System in die Wolke gewandert und ebenfalls zentral verfügbar. Mit der Private Cloud hat Ensinger den Startschuss für eine weltweit einheitliche IT-Infrastruktur gelegt. Nach und nach wandern immer mehr Anwendungen in die Ensinger-Wolke und vereinfachen Arbeitsprozesse. Egal, wo auf der Welt sich die Mitarbeiter befinden, sie greifen zentral auf Firmendaten und Software zu. Setzt die Firma Ensinger die weltweite Expansion fort, l assen sich neue Standorte einfach an das bestehende Netzwerk andocken. Mit der Ensinger-Wolke steht also einer weiteren Internationalisierung nichts mehr im Wege. Fotos: Hintergrund Pixabay, Aufmacher + 02 Ensinger, 01 Ensinger/Frederik Dulay-Winkler, www.telekom.de Unmanaged EthernetSwitches vonHarting BesonderskompakteBauformen fürjede Anwendung 50%weniger Energiebedarfdank Energy EfficientEthernet Schnelle Full GigabitDatenübertragungsrate bis1000 Mbit/s Varianten mitPoweroverEthernetfür einfacheVerdrahtung www.automation24.de/industrial-ethernet DAS GIBTS NUR ONLINE EThERnET SWITChES ZUM NIEDRIGPREIS zumBeispiel: Fast EthernetSwitch, unmanaged, 4-Ports–HARTING Ha-VIS eCon 2040B-A Artikel-Nr. 102019 69,00 EUR zzgl. MwSt. -13 % UVP: 79,00 EUR IN24H GELIEFERT SOFORT VERFÜGBAR BestellenSie jetzt! ARTIkEL AUF LAGER Telefon: +49 (201) 52 31 30 -0 0800 24 2011 24 (kostenfrei) Fax: +49 (201) 52 31 30 -29 info@automation24.de www.automation24.de L I V E CHAT zum Beispiel: Full GigabitEthernet Switch, unmanaged, 6-Ports – HARTING Ha-VISeCon3060GB-A Artikel-Nr.102034 -13 % INDUSTRIELLE AUTOMATION 6/2015 81 223,00 EUR zzgl. MwSt. UVP: 255,00 EUR

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