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Industrielle Automation 5/2019

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Industrielle Automation 5/2019

Sicher in Pick &

Sicher in Pick & Place-Applikationen Wärmebildkameras generieren präzise Ergebnisse mithilfe thermischer Auflösung Visuelle Kameras können im Rahmen von Machine-Vision- Inspektionen eine praktische Unterstützung sein. Doch manchmal stoßen die Geräte an ihre Grenzen, z. B. wenn Produkt und Hintergrund über einen zu geringen Farbkontrast verfügen. Eine Lösung kann in solchen Fällen der Einsatz von Wärmebildkameras sein – vor allem dann, wenn das Produkt eine andere Temperatur aufweist als das Transportmedium. Lesen Sie mehr. Die österreichische Maplan GmbH ist ein international tätiger Hersteller von Spritzgussmaschinen. Mit weltweit 230 Mitarbeitern produziert das Unternehmen ca. 280 Anlagen im Bereich Elastomer-Spritzgießmaschinen und -Pressen pro Jahr und exportiert 99 % davon in mehr als 60 Länder. Auf einer Messe zeigte der Spritzguss-Spezialist jüngst eine Anwendung, bei der u. a. eine Wärmebildkamera der A-Serie von Flir zum Einsatz kam. Die Anlage von Maplan produzierte Giveaways für die Messebesucher. In einer Extrusionsanlage sollten personalisierbare Kofferanhänger aus Gummi hergestellt werden, die von einem Roboter umpositioniert und dann von einem Inkjet-Drucker bedruckt werden sollten. Für die Umsetzung dieser Automationslösung arbeitete Maplan eng mit der Reliste GesmbH als Integrator zusammen. Heute ist das Unternehmen u. a. als Integrator für Flir-Wärmebildkameras im Automationsbereich aktiv. Exaktes Erkennen von Temperaturänderungen Bei der geplanten Anlage erwiesen sich die schwachen Kontrastverhältnisse zwischen Transportband und Produkt zunächst als Herausforderung. In einer klassischen Pickand-Place-Anwendung sollte ein Roboter die Kofferanhänger vom Transportband nehmen und für die Bedruckung mit einem Inkjet-Drucker positionieren, der die Anhänger schließlich für die Standbesucher personalisieren sollte. Die Information, wo sich das Produkt auf dem Transportband befindet, sollte der Roboter dabei von einer Kamera erhalten. Aber bei hellgrauen Kofferanhängern auf einem hellgrauen Transportband kamen schnell Zweifel an der Funktions stabilität bei Einsatz einer visuellen Kamera auf. Reliste schlug daraufhin eine pragmatische Lösung vor. „An Stelle einer herkömmlichen visuellen Kamera für die Produkterkennung haben wir eine Flir-Wärmebildkamera vom Typ A615 mit einer thermischen Auflösung vorgeschlagen“, erklärt Dipl.-Ing. Thomas Trauttenberg, Geschäftsführer von Reliste. „Die Wärmebildkamera nutzt nicht das visuelle Licht, sondern die aus dem Extrusionsprozess resultierende Wärmestrahlung für die sichere Erkennung des Produktes.“ Und Rudolf Eisenhuber, technischer Leiter von Maplan ergänzt: „Die Lösung hat uns überzeugt, denn sie hat von Anfang an funktioniert. Dabei ermöglicht die hohe Wärmebildauflösung der Kamera auch Markus Moltkau, M. Sc., Sales Manager Automation Central & North Europe, FLIR Systems GmbH, Frankfurt am Main 70 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2019

Das Wärmebild zeigt nicht nur die genaue Position, sondern auch die Temperaturverteilung der Kofferanhänger unmittelbar nach der Produktion Qualitätsanalysen, was wir in Zukunft auch mit komplexeren Spritzgussteilen demonstrieren möchten.“ Auswertung thermischer Informationen geplant Die Unternehmen Maplan und Reliste denken über eine zusätzliche Auswertung der thermischen Informationen für Gummispritzgießmaschinen nach. Denn vor allem die Kunststoffindustrie besitzt ein breites Einsatzspektrum für die Thermografie zur Optimierung thermischer Prozesse. Durch den Einsatz einer Wärmebildkamera könnten zusätzliche Aussagen über die Qualität eines Produktes getroffen werden. Hier könnte die Flir-Wärmebildtechnologie zu einer Optimierung des Spritzguss-Prozesses beitragen. Fotos: Flir und Reliste www.flir.de Die A615 im Überblick Die Wärmebildkamera vom Typ A615 wird zur thermischen Überwachung und Qualitätssicherung von Produktionsprozessen eingesetzt. Die kompakte Wärmebildkamera lässt sich vollständig über einen PC steuern und eignet sich aufgrund ihrer Konformität mit unterschiedlichsten Normen als Plug-and-Play-Gerät mit Software für Machine-Vision-Anwendungen von Drittherstellern wie National Instruments, Cognex und Halcon. Die Kamera A615 verfügt über einen hochauflösenden Detektor mit 640 × 480 Pixeln und ermöglicht High-Speed-IR-Windowing (Fenstertechnik). Mit ihrer hohen thermischen Empfindlichkeit von 50 mK erfasst und visualisiert sie kleinste Bilddetails und geringste Temperaturunterschiede; darüber hinaus ermöglicht ein Gigabit-Ethernet-Anschluss ein 16-Bit-Bild-Streaming zum Computer in Echtzeit. Die Kamera ist kompatibel zum GigE Vision-Standard. ÜBERFLIEGER Smarte Industriekameras für mehr als nur Bilder – echter Mehrwert auch für Ihre Anwendung. Inspirieren lassen auf: www.mv-ueberflieger.de MATRIX VISION GmbH Talstr. 16 · 71570 Oppenweiler Tel.: 07191/9432-0

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