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Industrielle Automation 5/2019

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Industrielle Automation 5/2019

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION 01 Der industrielle Thin Client vereint die neuesten Technologien in einem robusten Aluminiumgehäuse Eine starke Verbindung Thin Clients erlauben den Zugriff auf virtualisierte Anwendungen in der Automatisierungstechnik Die voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung in der Industrie ebnet den Weg für neue Technologien. Hierzu zählt auch der Einsatz von industriellen „Thin Clients“ anstatt konventioneller, industrietauglicher PCs. In Kombination mit Virtualisierung verspricht die leistungsstarke Computertechnologie einen einfacheren und effizienten Umgang mit Betriebssystemen und Softwareupdates. Lesen Sie mehr über die Technik im Einsatz. Dr. Marc Seißler, Product Portfolio Manager HMI, Pepperl+Fuchs AG, Mannheim technologie und Remote Protokolle wie Microsoft RDP auf die Bildschirminhalte der virtuellen Maschinen zu. Da für diesen netzwerkbasierten Zugriff nur wenige Rechenressourcen auf Seiten des Clients benötigt werden, kommen häufig Endgeräte mit wenig Rechenleistung zum Einsatz – was den Begriff Thin Client erklärt. Kompakter Rechner bietet hohe Installationsflexibilität Vergleichbar zu industriellen PCs, zeichnen sich industrietaugliche Thin Clients ebenso dadurch aus, dass ihre Hardware für die Herausforderungen der Automatisierungstechnik zugeschnitten ist. Hierzu zählt ein erweiterter Temperaturbereich, ein erhöhter IP-Gehäuseschutz, der Verzicht auf rotie- Mit dem Einzug von „Virtualisierung“ in die Automatisierungstechnik, ergeben sich neue Möglichkeiten für den Einsatz von Thin Clients. Während die Virtualisierung dazu führt, dass physische Rechner immer mehr durch virtuelle Maschinen ersetzt werden, die auf zentralisierten Servern bzw. Workstations zusammengefasst und ausgeführt werden, stellen Thin Clients die Endgeräte für den Zugriff auf virtuelle Maschinen dar. Die Computertechnologie stellt somit die Benutzerschnittstelle für die Anwender dar, über die sie die virtuellen Maschinen bedienen können. Dazu greifen die Geräte per standardisierter Netzwerkrende Teile wie Lüfter und Festplatten sowie die Robustheit gegenüber mechanischen Schwingungen. Neben den Hardware-Aspekten sind die Langzeitverfügbarkeit sowie der Langzeitsupport der Geräte von besonderer Bedeutung, um die Qualifizierungsaufwände der Hardware möglichst gering zu halten. Die Thin-Client-Technologie gibt es in verschiedenen Produktformen, die für verschiedene Einsatzszenarien optimiert sind. Einen typischen Vertreter der industriellen Box Thin Clients stellt der BTC12 von Pepperl+Fuchs dar. Hierbei handelt es sich um einen kompakten Rechner, der aus einem robusten, IP4x-zertifizierten Aluminium-Gehäuse besteht. Da der BTC12 bis + 60 °C Betriebstemperatur spezifiziert ist, bietet er eine hohe Installationsflexibilität und kann z. B. in Schaltschränken oder Containern platzsparend installiert werden. Neben dem Einsatz im produktionsnahen Umfeld eignet sich das Gerät auch für den Einsatz in Leitwarten, Trainings- und Briefing-Räumen. Aufgrund der Verwendung der neuesten Intel-Apollo-Lake-Prozessorplattform und zweier DisplayPort-1.2- Schnittstellen bietet das Produkt eine native Unterstützung der Ultra HD (4K) Bildschirmauflösung bei 60 Hz. Das erlaubt flüssiges Arbeiten mit Großbildschirmen, die mehr und mehr Einzug in Leitwarten halten. Auch hier ist der erweiterte Temperaturbereich von Vorteil, da sich die Geräte bevorzugt in abgeschlossenen Containern installieren lassen, um diese vor unberechtigten Fremdzugriffen zu schützen. Thin Clients mit integriertem Monitor Thin-Client-basierte Panel-PCs und Workstations kombinieren einen industrietauglichen Thin-Client-Rechner und ein industrietaugliches Display mit Touchscreen- Funktionalität zu einem Gerät. Sie sind somit für produktionsnahe Anwendungen geeignet, bei denen die Benutzer mit dem System interagieren müssen. Während die Panel-PCs für den Schalttafeleinbau in Schaltschränken geeignet sind, zeichnen sich Workstations dadurch aus, dass sie aufgrund des Umgehäuse sowie Standfuß-, Wand- und Deckenmontagelösungen auch 32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2019

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION herstellern wie McAfee Endpoint Security unterstützt. Diese neuen Features reduzieren das Risiko einer Infiltrierung, bzw. das Speichern von Schadsoftware auf ein Minimum. 02 Thin Clients greifen auf virtualisierte Workstations zu und stellen die Benutzerschnittstelle für die Anwender dar ohne einen Schaltschrank einfach installiert werden können. Da die Nähe zum Prozess meistens höhere Anforderungen an den Gehäuseschutz stellt, sind die Panel-PCs und Workstations häufig durch ein IP65-Gehäuse geschützt. Aufgrund des modularen Aufbaus und der Trennung von Display, Thin Client und Netzteil erleichtert diese Plattform den Service der Geräte. Trotz Modularisierung bietet die Produktfamilie der Serie Visunet GXP ebenfalls einen vollständigen, rundum IP66-Schutz. Eine Besonderheit dieser Thin-Client-Serie stellt ihre Zertifizierung für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen dar. Neben einer Zulassung für Atex-Richtlinie und IECEx Zone 1/21 besitzt sie weitere, länderspezifische Ex-Zulassungen, die die Produktfamilie zu einem global einsetzbaren, Panel PC- und Workstation-Serie machen, die auf der Thin- Client-Technologie basiert. Thin-Client-Firmware für die Automatisierungstechnik Neben den besonderen Ansprüchen an die Hardware, stellt die Automatisierungstechnik weitere Anforderungen an die Thin-Client-Software. Pepperl+Fuchs bietet mit der Thin-Client-Firmware Visunet RM Shell 5 eine zugeschnittene Thin-Client-Firmware an, bei der ein Fokus auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Benutzerfreundlichkeit liegt. Die Firmware basiert auf Windows 10 IoT Enterprise LTSB – der langzeitverfügbaren Windows-Version von Microsoft. Neben der Verwendung von Mechanismen wie dem Universal Write Filter (UWF), einer Firewall und dem Schutz vor Zugriff auf USB-Speichermedien, unterstützt die Visunet RM Shell 5 auch Virenscanner. Zusätzlich zum Standard-Virenscanner vom Typ Windows Defender, werden Virenscanner von Dritt- Zentrale Verwaltung: Effizientes Management-Werkzeug Die Vernetzung der Thin Clients per Ethernet bietet zudem den großen Vorteil einer zentralen Konfigurierbarkeit. Hier bietet das Unternehmen eine eigene Software zur zentralen Verwaltung aller herstellereigenen Thin- Client-Systeme – ganz gleich ob Box-Thin- Client, Thin-Client-basiertem Panel-PC oder Workstation. Dies bedeutet für den Einrichter und Anwender eine Erleichterung, da sich die Geräte auch aus der Ferne verwalten lassen. Mit dem neuesten Feature, einem Ge räte-Clone-Wizard wird der Geräteaustausch im Falle eines Defekts noch einfacher: Mit der Funktion können die Einstellungen und Profile eines Quell- Geräts auf eine beliebige Anzahl an Ziel- Geräten übertragen werden. Somit werden die Einrichtung und Verwaltung von großen Thin-Client-Installationen noch effizienter. Neben der Einrichtung können dank des Control Centers auch Schichtleiter von der zentralen Überwachung profitieren: Mithilfe des „Session Shadowings“ können alle Monitorinhalte der Thin Clients überwacht werden und im Bedarfsfall die Anwender aus der Ferne unterstützt werden. Bilder: Schmuckbild Fotolia, sonstige Pepperl+Fuchs www.pepperl-fuchs.com Your Global Automation Partner Volles Programm für PROFINET Profitieren Sie vonTurcks umfangreichem Portfoliofür PROFINET mitSystemredundanz S2 und PROFIsafe PROFINET-I/O-Systeme,modular oder als Block-I/O,inden SchutzartenIP20und IP67, sowie PROFIsafe-Hybridmodul in IP67 CODESYS-PROFINET-Steuerungen, als HMI mit PROFINETController,als IP67-SPSmit PROFINETController und Device oder als modulares I/O-Systeme in IP20 und IP67 mit PROFINETDevice www.turck.de/pn

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