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Industrielle Automation 5/2017

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Industrielle Automation 5/2017

INDUSTRIE 4.0 IST FÜR

INDUSTRIE 4.0 IST FÜR UNS EIN GANZ GROSSES THEMA Was zeichnet die Firma E-T-A und ihre Produkte aus? Thiel: Uns zeichnet aus, dass wir seit nahezu 70 Jahren im Thema Schutzschalter unterwegs sind. Gleichzeitig sind wir der Erfinder des elektronischen Schutzschalters. Mit unseren Produkten bleibt Strom beherrschbar und richtet im Fehlerfall keinen Schaden an. Dabei steht für uns immer eins im Mittelpunkt: der Schutz von Leben und Werten. Was hat Ihr Unternehmen/ haben Ihre Produkte mit Industrie 4.0 zu tun? Dietrich: Industrie 4.0 ist für uns ein ganz wesentlicher Punkt. Wir haben Produkte für die Prozessautomatisierung ebenso wie für den Maschinen- und Anlagenbau. Diese werden immer intelligenter, schlauer und kleiner. Das heißt, die Migration der Elektronik in die Sensorik – was ja unser Schutzschalter am Ende ist – nimmt immer mehr zu. Damit steigt die Möglichkeit, diese Geräte zu digitalisieren. Durch ihre Funktionen zur Messdatenerfassung sind sie mittendrin im Thema Industrie 4.0. Spielt das Thema Industrie 4.0 in Ihrer eigenen Produktion eine Rolle? Thiel: Die Optimierung von Prozessen ist seit vielen Jahren unser Thema, und jetzt ist Industrie 4.0 der nächste Schritt. Wir sind gerade dabei, eine vollautomatisierte Fertigungsanlage zu installieren, die sogar an die ERP-Prozesse andockt. Im Vergleich zu den aktuellen, voll automatisierten Anlagen kommt hier noch die Weitergabe der Messdaten nach außen und die detaillierte Prozessüberwachung hinzu. Die neue Anlage wird alle Ansprüche an Industrie 4.0 erfüllen: Wir können damit ganz genau verstehen, was in der Anlage gut läuft, was schlecht läuft und warum. Und wir erfahren, was wir tun können, um es abzustellen. Ziel ist eine weitere Steigerung der Maschinenverfügbarkeit. Selbstverständlich verbauen wir auch unsere eignen Produkte aus dem Automatisierungsbereich in dieser Anlage und können unseren Kunden die Leistungsfähigkeit demonstrieren. Welche Anforderungen zum Thema Industrie 4.0 kommen von den Kunden? Dietrich: Das Thema Industrie 4.0 ist seit zwei bis drei Jahren Thema Nummer eins in der Industrie. Was sich dabei immer stärker herauskristallisiert, ist die Vernetzung der einzelnen Komponenten: Sensoren und Aktoren müssen miteinander kommunizieren. Mittlerweile ist diese Kommunikations- und Verlinkungsfähigkeit auch bei unseren Schutzschaltern gefragt. Das ist für uns inzwischen ein ganz großes Thema. Welche Rolle spielt für Sie der Aspekt „Sicherheit“ bei Industrie 4.0? Thiel: „Sicherheit“ ist ein Muss für jeden, der sich mit dem Thema Industrie 4.0 beschäftigt: Die Anlagen und Systeme werden immer transparenter und immer vernetzter. Dabei sprechen wir nicht nur über Daten aus den Maschinen, sondern auch über Auftragsdaten. Das sind natürlich sensible Daten, von denen nichts nach draußen gelangen darf. Wir gehen da in beide Richtungen – Sicherheit nach außen und nach innen – und passen unsere Systeme so an, dass SUMMER OF ENGINEERING 02 Ralf Dietrich, Mitglied der Geschäftsleitung, Leiter Produkt- und Marktentwicklung 03 Hans A. Thiel, Mitglied der Geschäftsleitung, Vertriebsleiter weltweit

sie den Sicherheitsstandards der Kunden entsprechen. Sagt der Kunde beispielsweise explizit, dass in seine Cloud nichts ohne sein Wissen rein und raus geht, dann richten wir uns selbstverständlich danach. Wo liegen international Ihre Entwicklungsschwerpunkte und welche Rolle spielt da das Thema Digitalisierung? Dietrich: Unser Entwicklungsschwerpunkt ist ganz klar in Europa. Aber auch USA, China und Japan spielen eine sehr große Rolle. Wir sehen aber ganz deutlich, dass Europa beim Thema Digitalisierung der Treiber ist. Auch andere Länder sprechen darüber. Doch wenn wir sehen, was tatsächlich umgesetzt wird und wo die Produkte zur Anwendung kommen, dann ist Europa klar der Vorreiter. Mit welchen Lösungen werden Sie den komplexen Anforderungen im Anlagenbau oder in der Prozesstechnik gerecht? Dietrich: Gerade mit unseren neuen Produkten aus dem Bereich ControlPlex haben wir Lösungen, die der vom Markt geforderten Komplexität voll gerecht werden. Wir sind zum einen auf der Produktseite flexibel: die Lösungen sind skalierbar und unterschiedlich aufbaubar. Darüber hinaus haben wir auch die Möglichkeit, Informationen abzugreifen und bereitzustellen. Das heißt, man kann viel, viel mehr Informationen aus der Anlage herausholen als früher: Wir können den Strom erfassen und wissen, warum ausgelöst wurde. Ziel ist es, dem Kunden die Möglichkeit zu geben, schon frühzeitig einzugreifen, damit er erst gar keine Fehlauslösung hat. Er bekommt schon im Vorfeld die Information, dass sich ein Problem anbahnt. So kann er beim nächsten Wartungszyklus entsprechend vorgreifen. Das ist der Mehrwert, den wir dem Kunden mit unseren intelligenten Systemen bieten. Wo sehen Sie Ihr Unternehmen in fünf bis zehn Jahren? Thiel: Wir werden nach wie vor technologisch führend sein und Weltmarktführer im Bereich der Geräteschutzschalter bleiben. Sicherlich wird der Anteil an Elektronik und Software steigen. Doch wir sehen auch, dass wir mit großer Wahrscheinlichkeit um ein normales elektromechanisches Schaltgerät nicht herumkommen werden. Es wird Geräteschutzschalter mit einem hohen Anteil Elektronik geben, aber immer auch welche mit der konventionellen Technologie. www.e-t-a.de WAS STECKT HINTER SUMMER OF ENGINEERING? Im Sommer 2017 gingen unsere Redakteure im zweiten Jahr auf multimediale Deutschland-Tour. Diesmal wollten wir mehr über Lösungen und Applikationen der industriellen Digitalisierung bzw. des industriellen Internet der Dinge (IIoT) erfahren. Eine Station dieser Roadshow führte uns zum Überstromschutz-Spezialisten E-T-A in Altdorf. SUMMER of ENGINEERING ist aber noch viel mehr: In unserem Blog und in unseren Social-Media-Kanälen berichten wir über Ideen, Realisierungen und Visionen von Industrie 4.0. Lassen Sie sich überraschen und inspirieren. Gerne dürfen Sie auch kommentieren oder uns einfach nur liken, teilen und empfehlen! www.summer-of-engineering.de VIDEO http://bit.ly/SOE17_ETA_v Industrie 4.0 zieht sich wie ein roter Faden durch Prüflabor, Produktion und Entwicklung bei der Firma E-T-A SUMMERof 2017 ENGINEERING INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2017 45

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