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Industrielle Automation 5/2015

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Industrielle Automation 5/2015

MESSE MOTEK

MESSE MOTEK 2015 I TITEL Sicher auf die Rollenbahn Linearführungen erleichtern das effiziente Entladen von Containern Ad Spijkers, Redakteur Aandrijftechniek Ad Spijkers Was haben Schuhkartons, Säcke mit Kakaobohnen und Linearführungen miteinander zu tun? Für Copal Development treffen sie in den Maschinen zusammen, die das Unternehmen zum Entladen von lose gestapelten Gütern in Containern baut. Linearführungen spielen dabei eine wesentliche Rolle hinsichtlich Produktivität und Effizienz beim Entladen. Copal steht als Abkürzung für „Container palettieren“. Hervorgegangen ist das Unternehmen aus dem Entwicklungsunternehmen Maweton, das ebenfalls im niederländischen ’s-Heerenberg ansässig ist. Bei Maweton beschäftigt man sich vorrangig mit der Entwicklung, Produktion und Montage, bei Copal hauptsächlich mit Forschung und Entwicklung (R&D). Beide Unternehmen sind zwar getrennte GmbHs, arbeiten aber eng zusammen. Copal Development besteht seit neun Jahren und hat mittlerweile fünfzehn Mitarbeiter, die seit April 2014 in einem völlig neuen Gebäude arbeiten. Copal Development entwickelt und baut Maschinen, die beladene Container entladen können. Das Marktpotenzial hierfür ist enorm. Weltweit werden jährlich 200 Millionen Container verschifft und bei 60 % davon befindet sich der Inhalt nicht auf Paletten. Das bedeutet, dass die Güter von Hand ausgeladen werden müssen. Mechanisiertes Entladen von Containern Beladen werden die Container meistens in Fernost, wo die Arbeitslöhne niedrig sind. In der westlichen Welt ist Arbeit teuer und wenn man weiß, dass das Löschen eines Containers mit Kartons oder Säcken bis zu 20 Mannstunden verlangt, werden die Kosten sehr schnell deutlich. Die von Copal Development gebauten Maschinen werden von nur einem Mann bedient und benötigen für dieselbe Arbeit im Durchschnitt etwa eine Stunde. Bei 1 500 Containern pro Jahr entspricht das einer Einsparung von ein bis zwei Mannjahren. Hoogenboom: „Ziel von Copal Development ist es, eine vollständig mechanisierte Lösung zum Entladen von Containern für alle Güter zu entwickeln, die nicht palettiert sind. Vorläufig bleibt der Bediener noch auf der Maschine. Falls unverhofft etwas passiert, zum Beispiel ein Karton herabfällt oder ein Stapel umfällt, ist sofort jemand zur Stelle, um die Störung zu beheben.” Vom Laserscanner über SPS zum Greifersystem Aktuell produziert Copal Development zwei Produktlinien, eine dritte ist in Vorbereitung. Die C1 ist eine Anlage zum Auspacken und Palettieren von Gütern, die in Kartons oder Säcken verpackt sind. In der Kabine gibt es zwei Joysticks: einen für den Aufnahmevorgang und den zweiten für das Ein- und Ausfahren aus dem Container. Die 44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 5/2015

fortschrittliche Hebetechnik sorgt dafür, dass jeweils 350 kg Hubvermögen bereitstehen. Die Maschine ist mit mehreren Lasersensoren zur Überwachung aller Bewegungen des Manipulators ausgestattet. Zudem verfügt die Maschine über Kameras, um den gesamten Prozess im Blick behalten zu können. Außerdem ist die Maschine nun mit einem modularen Greifersystem ausgestattet, mit dem nicht nur (relativ steife) Kartons, sondern auch (weiche) Säcke mit z. B. Kakaobohnen aufgenommen werden können. Der Abstand zwischen Maschine und Kartons wird mit Hilfe eines Laserscanners bestimmt, der seine Werte an eine SPS weitergibt. Die Kartons oder Säcke werden mit einem Greifer aufgenommen. Dieser Greifer hat Sensoren, die den Abstand zu den Kartons, den Seitenwänden, dem Boden und dem Dach bestimmen. So wird das Produkt einerseits korrekt aufgenommen und es wird andererseits verhindert, dass es Zusammenstöße mit der stählernen Containerwand gibt. Zykluszeiten von acht bis zehn Sekunden Hoogenboom: „Wir haben ein Greifersystem entwickelt, das innerhalb von zehn Minuten getauscht werden kann. Wir haben eine Art Grundplatte als Schnittstelle konstruiert, in der alle Anschlüsse für Hydraulik, Pneumatik, Elektrizität und Steuerung automatisch und leckfrei hergestellt bzw. getrennt werden. Der Greifer arbeitet völlig leckfrei und ist mit einer Identifizierung versehen, wodurch die SPS den Greifer automatisch erkennt und bestimmte Parameter in ihrem Programm entsprechend anpasst. Die Steuerung kann mit einem Lager-Management-System (WMS) kommunizieren.” Es sind verschiedene Greifer verfügbar, die je nach Typ Zykluszeiten von 8 - 10 s zulassen. Es gibt große, kleine, offene, geschlossene, glatte und starre Greifer sowie spezielle Ausführungen für Pappe und Säcke. Die Greifer arbeiten mit einem Venturi-Rohr pro 01 Die Kartons oder Säcke werden mit einem Greifer aufgenommen; die am Greifer angebrachten Sensoren messen den Abstand zu umliegenden Objekten 02 Auf der Rückseite der Container-Entlademaschine werden die Gebinde automatisch palettiert und können dann vom Stapler abgeholt werden

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