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Industrielle Automation 4/2018

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Industrielle Automation 4/2018

MOTEK

MOTEK 2018 I SPECIAL Qualität im Fokus Prozessüberwachungssystem stellt optimalen Produktionsverlauf von Kunststoffteilen sicher Moderne Technologien und tiefgreifende Prozesskenntnisse sind die Kernelemente für den Erfolg eines französischen Spritzgießkomponenten-Herstellers. Erreicht wird dieses Ziel mit einem Prozessüberwachungssystem eines Schweizer Unternehmens, das die Qualität eines Spritzgießteils auf Basis des Werkzeuginnendrucks bewertet. Gleichzeitig spielt aber auch der umfassende technische Support eine zentrale Rolle. Sebastien Baccou, Application Engineer Plastics bei der Kistler Group, Winterthur in der Schweiz Bei der Produktion von maßgeschneiderten Spritzgießkomponenten setzt Sepal, Teil der international tätigen Unternehmensgruppe Faiveley Plast, auf hochstehende Technologie. Dabei machen Abdeckungen für die Automobilzulieferindustrie 80 % der Produktion aus. Aber auch Industrien wie die Luft- und Raumfahrt sowie die Bau-, Haustechnik- und Elektronikindustrie werden von dem französischen Unternehmen beliefert. Die hohe Anzahl an elektronischen Maschinen erlaubt im Gegensatz zu hydraulischen Maschinen eine hohe Reproduzierbarkeit der Prozesse. Doch um Eigenschaften wie Präzision, Funktionalität oder Langlebigkeit eines Produkts garantieren zu können, müssen Fertigungsverfahren kontinuierlich weiterentwickelt werden. Diese Entwicklungen können jedoch nur stattfinden, wenn neben innovativer Technik das spezifische Know-how der Mitarbeitenden zur Anwendung kommt. Sepal hat sich deshalb nach dem Managementwechsel im Jahr 2015 für eine klare Unternehmensstrategie entschieden. Sie besteht in der konsequenten Fokussierung auf Qualität und damit verbunden in der kontinuierlichen 01 Das Prozessüberwachungssystem ermöglicht eine optimierte Überwachung und Analyse von Spritzgießverfahren und trägt so zur Senkung von Produktionskosten bei Optimierung des Prozess-Know-hows. „Indem die Kommunikation zwischen den Projekt- Teams verbessert wurde, konnten auch sämtliche Produktionsabläufe verschlankt werden“, erklärt Philippe Rose, Production Manager bei Sepal, die Fokussierung. Das Prozessverständnis vertiefen Auch Marc-Antoine Meurisse, Industrietechniker bei Sepal, ist überzeugt, dass die Mitarbeiterkompetenz für den Unternehmenserfolg entscheidend ist. Um diese langfristig zu erhöhen und das interne Pro - zess-Know-how weiter auszubauen, arbeitet Sepal mit dem Forschungsinstitut Centre de formation de la plasturgie (CFP) in Lyon zusammen. Für Sylvain Fontaine, Projektleiter 42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2018

02 Auf dem Dashboard werden alle relevanten Prozessdaten zusammenfasst, um den aktuellen Verlauf des Prozesses übersichtlich darzustellen bei Sepal, ist der Austausch mit anderen Fachleuten stets wertvoll und führt zu konkreten Resultaten: „Es hat sich gezeigt: Umso tiefgreifender das Prozessverständnis unserer Mitarbeiter wurde, desto stabiler produzierten unsere Anlagen.“ In der Produktion werden die Prozesse mittels Werkzeuginnendruck überwacht. Hierfür hat Sepal indirekt messende Drucksensoren vom Typ 9211 von Kistler im Einsatz. Wie Sylvain Fontaine erklärt, ist das Verständnis des Werkzeuginnendrucks zentral, um den Anforderungen der Kunden in Bezug auf 0PPM (zero parts per million) gerecht zu werden: „Der Werkzeuginnendruck beschreibt als Prozessgröße die Bedingungen während der Entstehung des Formteils. Unser Prozess-Know-how trägt hier dazu bei, dass wir von Anfang an die optimale Referenzkurve bestimmen und damit die Ausschussgrenzen ideal setzen können. Damit gewährleisten wir 0PPM bei minimalem Psyedoscap, also fälschlich aussortierten Gutteilen aufgrund von zu weit definierten Ausschussgrenzen. Dies hat dazu beigetragen, die Produktivität nochmals zu steigern.“ Den Produktionsverlauf im Blick Beim Supporttraining am CFP kamen die Fachleute von Sepal mit den Experten von Kistler in Kontakt. Der fachliche Austausch führte dazu, dass Sébastien Baccou, Application Specialist Plastics bei Kistler, 2016 bei Sepal das neu lancierte Prozessüberwachungssystem Comoneo von Kistler präsentierte. Es überwacht und bewertet die Qualität eines Spritzgießteils auf Basis vom Werkzeuginnendruck und ermöglicht die Separierung von Gut- und Schlechtteilen in der Produktion. „Bei Comoneo ist die komplette Bandbreite der Werkzeuginnendruck-Überwachungsmethoden verfügbar – von der Überwachung von Prozessschwankungen über automatische Umschaltpunktoptimierung bis hin zur Online-Qualitätsprognose als Highend-Lösung zur direkten Berechnung und Auswertung der Bauteileigenschaften. Deshalb haben wir entschieden, alle Maschinen, die noch über ein Wettbewerbsprodukt verfügen, mit einem Comoneo auszustatten“, so Marc-Antoine Meurisse. Der Comoneo kommt mit seinem intuitiven Userinterface den Technikern von Sepal in der Fertigung entgegen, indem er jederzeit einen schnellen Überblick über den Zustand und Verlauf der Produktion ermöglicht. „In der Produktion haben wir keine Zeit für detaillierte Analysen von Prozessdaten. Hier müssen wir sofort erkennen, wie die Maschine produziert und wo Schwachstellen auftreten“, so Marc-Antoine Meurisse. Auf manuelle Qualitätskontrollen verzichten Gemäß Sylvain Fontaine war aber auch das Know-how der Kistler-Experten mitentscheidend, weshalb Sepal heute das Prozessüberwachungssystem Comoneo im Einsatz hat: „Sébastien Baccou, Application Specialist Plastics bei Kistler, war der Erste, der die Werkzeuginnendruckkurven von Sepal richtig deuten konnte. Aber auch den Fachleuten von Kistler war klar: Um die Fertigungsteile optimal produzieren zu können, muss man alle Prozessparameter im Vorfeld richtig gesetzt und die Temperaturen der jeweiligen Einspritzeinheit überprüft haben. Sind die Prozesse richtig eingestellt, erreicht man in der Produktion die optimale Wertschöpfung. Mit dem Comoneo entfallen zudem manuelle Qualitätskontrollen, sodass die Investition bereits nach drei Monaten amortisiert war. Wie Silvain Fontaine betont, kann man einen solchen ROI jedoch nur erreichen, wenn die Mitarbeitenden über das nötige Applikationswissen verfügen: „Um dieses Wissen intern sicherzustellen, ist Kistler für uns der richtige Partner.“ www.kistler.com Kabel & Leitungen • Über 33.000 Produkte ab Lager • Kundenindividuelle Lösungen • Alle Branchen und Anwendungen • Eigene Produktion in Spitzenqualität QUALITÄT Made in Germany helukabel.com

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