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Industrielle Automation 4/2017

Industrielle Automation 4/2017

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE Die M12-Steckverbinder mit den Kodierungen S, T, K oder L unterstützen den aktuellen Trend in Richtung M12-Leistungsverdrahtung Rundsteckverbinder entwickeln sich zu Multitalenten Kompakte und robuste Lösungen für Leistungsapplikationen im Maschinen- und Anlagenbau Mit Zunahme der Feldbussysteme und von Industrial Ethernet übernehmen heutige Steckverbinder auch Aufgaben im Bereich der Datenübertragung und aktuell im Bereich der Leistungsübertragung. Lesen Sie, was die neuen Multitalente leisten können und was sie auszeichnet. Stefan Reker, Produktmanager, Weidmüller Gruppe, Detmold rungen ausgestattet: Im Markt sind Steckverbinder mit A-, B-, D-, X-, S-, T, K- und L-Kodierungen. Die Kodierung wird durch einen Zapfen bzw. eine Nut am Kontaktträger oder durch das Steckgesicht realisiert. Der A-kodierte M12-Steckverbinder ist seit ca. 40 Jahren im Einsatz und dient zum Anschluss von Sensoren, Initiatoren und Lichtschranken. Durch den verstärkten Einsatz von Feldbussystemen im Maschinenund Anlagenbau entstanden B-, D- und X- kodierte M12-Steckverbinder. Profibus nutzt 2 Pole der 5-poligen B-kodierten Steckverbinder, Profinet und EtherCat bis 100 MBit vertraut auf 4-polige Varianten. Der 8-polige, X-kodierte M12-Cat. 6 A -Steckverbinder kommt in 10 GBit Ethernet-Netzwerken zum Einsatz. Neben Kommunikationssystemen werden M12-Steckverbinder vermehrt zum Anschließen von elektrischen Antrieben und Servomotoren eingesetzt. Für diese Applikationen entstanden S-, T-, K- und L-kodierte Steckverbinder, die im Standard IEC61076-2-111/ Ed 1 CD ausführlich beschrieben sind. Steckverbinder für den „Leistungsbereich“ Elektrische Geräte, Antriebe und Servomotoren werden verstärkt im Feld direkt in der Maschine bzw. Anlage eingesetzt. Zum Anschließen und „Einschleifen“ dieser elek- Dezentralität und modulare Bauweise bilden die Basis der intelligenten Fabrik von morgen. Standardisierte Schnittstellen für Daten und Leistung ermöglichen eine hochflexible automatisierte Fertigung nach dem Motto „Plug & Produce“. Als Schnittstelle für die Leistungsverdrahtung lassen sich auf ideale Weise M12-Steckverbinder mit den Kodierungen S, T, K oder L einsetzen. Mit diesen Steckverbindern unterstützt Weidmüller den aktuellen Trend in Richtung M12-Leistungsverdrahtung. Um ein Fehlstecken innerhalb der M12-Familie zu verhindern sind die Steckverbinder mit Kodietrischen Betriebsmittel finden M12-S- und T-kodierte Rundsteckverbinder Verwendung. Aus diesem Trend heraus offeriert Weidmüller M12-Steckverbinder für den „Leistungsbereich“, die mit einer Länge von 63 mm kompakt ausgeführten und für eine Übertragung von bis zu 630 V AC bzw. 60 V DC und 12 A ausgelegt sind. Sie halten einem Einsatz im Temperaturbereich von - 40 bis + 85 °C stand und sind in Schutzart IP 67 ausgeführt. Anschluss von Servomotoren, Feldverteilerboxen und Co. Wenn höhere Hilfsenergien benötigt werden oder eine kompakte Aktorik angeschlossen werden soll, kommen Leistungssteckverbinder mit der Kodierung L oder K zum Einsatz. Der neue Industriestandard wird von der AIDA (Automation Initiative of German Domestic Automobil Manufacturers) vorangetrieben, mit der daraus resultierenden neuen Norm IEC 61076-2-111. Die Norm bildet die Grundlage für den zukünftigen M12-L-kodierten Power-Steckverbinder. Der 5-polige Steckverbinder ist für folgende Betriebsdaten ausgelegt: 63 V, 16 A und einer Leistung von 0,75 kW – also bestens geeignet für den Anschluss von kleinen Servomotoren, Feldverteilerboxen, Netzgeräte und Ventilapplikationen. Die PNO sieht den M12 L- kodierten Steckverbinder als zukünftigen 48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017

KOMPONENTEN UND SOFTWARE Standardgeräteanschluss, der den Applikationsbereich der bestehenden M12 A-kodierten und 7/8"-Lösungen ab lösen soll. Anwendungsfeld Antriebstechnik Mit einer Nennspannung von 630 V und einem Nennstrom von 16 A eignen sich die M12-K-kodierten Power-Steckverbinder ideal für die Antriebstechnik und den Einsatz von Servomotoren. Da es in diesem Applikationsfeld sehr warm bzw. auch kalt werden kann, überzeugen die Steckverbinder mit einem weiten Temperaturbereich von - 30 bis + 90 °C. Weidmüller offeriert vorgefertigte M12-Powerleitungen in verschiedenen Längen und Ausführungen, sodass der Maschinen- und Anlagenbauer via „Plug & Play“ seine Verdrahtung fehlerfrei und in kurzer Zeit vornehmen kann. Ergänzt werden die verschiedenen M12-Powerleitungen z. B. mit dem Motorversorgungsverteiler SAI MVV 1:1, an dem sich bis zu vier 400 V AC Motoren anschließen lassen. Motorversorgungsverteiler für vier 400-V-AC-Motoren Der SAI MVV 1:1 ist bislang der einzige am Markt befindliche 4-fach Motorversorgungsverteiler für vier 400-V-AC-Motoren und ist mit S-kodierten M12 Steckverbindern ausgestattet. Er ermöglicht eine Verteilung auf vier Verbraucher mit 12 A pro Phase (4 Pole: L1; L2; L3 und PE). Im Verteiler wird keine Sicherung benötigt, da der SAI MVV 1:1 jeweils auf 12 A ausgelegt ist – eine entsprechende Absicherung von jeder Leitung zum Antriebsstrang genügt. Die erforderliche Sicherung befindet sich im Schaltschrank. Jede Phase eines jeden Motors lässt sich in der Verteilerhaube separat anschließen, dadurch können Motorsteuerung und Motorschutzschalter wahlweise im Schaltschrank oder am Motor untergebracht sein. Für dezentrale Anwendungen, z. B. mit 750-W-Drehstrommotoren, eignet sich der Motorversorgungsverteiler als gute Alternative zu herkömmlichen Systemen mit Verteilerkästen und Klemmen. Der SAI MVV 1:1 empfiehlt sich für Anwendungen, wenn Motoren ohne geschirmte Leitung mit Steuerung laufen oder sich die Steuerungskomponenten – Motorschütz oder Softstarter – im Schaltschrank befinden. Applikationsabhängig können die Steuerungskomponenten auch am Motor sein. Ein typisches, ideales Einsatzgebiet des Motorversorgungsverteilers stellen Förderstrecken dar – also etwa Band- oder Hängeförderer, wo sich mehrere kompakte Motoren im Feld verteilen. Die Zukunft der M12-Steckverbinder Sie sind mittlerweile wahre Alleskönner und ihre Entwicklung ist noch lange nicht abzusehen. Die Basis für die Akzeptanz des Steckers ist seine stetige Weiterentwicklung und Anpassung an neue Applikationsfelder. Warum ist der M 12 so attraktiv? Das ist einerseits die internationale Standardisierung. Neue Polbilder wurden in den Normungsprozess einbezogen aber auch grundlegende Eigenschaften des Steckverbinders blieben über Jahre hinweg gleich. Der Steckverbinder ist robust sowie anwenderfreundlich ausgeführt und spezielle Kodierungen verhindern ein Fehlstecken. Anschlussfertige Konzepte erlauben eine schnelle und fehlerfreie Installation. Auf der anderen Seite wurden neue 01 Verschiedenste M12-Powerleitungen, mit M12-Steckverbindern in gewinkelter und gerader Ausführung 02 Der bislang einzige am Markt befindliche 4-fach Motorversorgungsverteiler für vier 400 V AC-Motoren, ausgestattet mit S-kodierten M12-Steckverbindern Applikationsfelder durch eine stetige Anpassung bei Datenrate, Polzahl, Schirmung und Kodierung erschlossen. Dadurch deckt der M12-Steckverbinder eine Vielzahl von Anwendungen in Hochgeschwindigkeitsnetzwerken und bei der Leistungsübertragung ab. Fotos: Weidmüller www.weidmueller.com