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Industrielle Automation 4/2017

Industrielle Automation 4/2017

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION I INTERVIEW Mitteln zu verbessern. Das RAMI-Referenz - modell geht davon aus, dass überall und uneingeschränkt die beste Technologie angewendet werden kann – nur wie viele Neuanlagen im Gegensatz zu wie vielen Bestandsanlagen gibt es? Die eigentliche Die „Orange Box“ ist ein offenes, flexibles Konzept das Daten in Echtzeit aufnimmt, vereinheitlicht und auswertet. Bei neuen Anforderungen entwickelt sie sich einfach mit. Mit der Orange Box wird es dem Maschinenbediener ermöglicht, die relevanten Kennzahlen vor Ort zu prüfen und sofort einzugreifen. Thomas Rienessl, Head of Business Development Industries, B&R Herausforderung besteht also darin, aus bereits Vorhandenem mehr herauszuholen, damit die Produktivität gesteigert wird. einzugreifen. Wenn von einer hohen Anlagenverfügbarkeit gesprochen wird, muss die Abweichung sehr rasch erkannt und sofort das Richtige getan werden. Genau das ist mit der Orange Box möglich. Für welchen Anwendungsfall eignet sich die „Orange Box“? Rienessl: Die Orange Box ist branchenübergreifend einsetzbar, aber insbesondere ist sie optimal für Fertigungen geeignet, wo viele Maschinen am Produktionsprozess beteiligt sind. Grundsätzlich werden damit zwei Kundentypen angesprochen: große industrielle Produzenten und Maschinenhersteller. Was sind die bisherigen Erfahrungswerte mit der Orange Box im Nestlé- Werk Osthofen? keit und Einfachheit betrifft, übertroffen. Aktuell arbeiten wir an einer Verbesserung der Analyse und den damit verbundenen täglich neuen Informationen, die etwa bei der Schichtübergabe wichtig sind. Welche zukünftigen Ziele werden mit dem Einsatz der Orange Box verfolgt? Hagen: Was wir wollen ist eine intelligente Analyse, um die Gründe die zu einem Problem geführt haben, zu erkennen, bevor das Problem auftritt. Ziel ist es, in den nächsten 4 Jahren einen Zustand zu erreichen, bei dem uns Maschinen zum Beispiel vor einem Maschinenstillstand warnen. Und wir nicht bloß im Nachhinein analysieren wie es bisher der Fall war. Es soll in Zukunft gar keine Maschinenstillstände mehr geben und so mit Hilfe der Orange Box die Laufzeit der Maschine und der Output erhöht werden. Vielen Dank für das Gespräch. Herr Hagen, wie sind Sie auf B&R als Anbieter gestoßen? Hagen: Wir haben mit vielen potenziellen Anbietern gesprochen, aber nur B&R war in der Lage uns diesen Ansatz von Struktur, Framework, Applikationen und Modulari tät zu bieten, den wir gesucht haben. Konkret mussten fünf Aufgaben erfüllt werden: Wir wollten jemanden, der ein Framework hat, das Informationen erstellt, bündelt, evaluiert, testet und in Betrieb setzt. Es sollte also ein fertiges Paket sein, das auf Tastendruck so einfach funktioniert wie eine App. Wie sah die Lösung aus, die mit B&R entwickelt wurde? Hagen: Wir haben eine Lösung entwickelt, die modular mitwächst – das ist eine große Kunst. Orange Box ist ein offenes, flexibles Konzept, das Daten in Echtzeit aufnimmt, vereinheitlicht und auswertet. Bei neuen Anforderungen entwickelt sie sich einfach mit. Das Framework besteht aus mapp Technology und Scalability+. Mit der Orange Box wird es dem Maschinenbediener ermöglicht, die relevanten Kennzahlen vor Ort zu prüfen und Hagen: Unsere Erwartungen bei der Installation und Konfiguration des Prototyps wurden, was Geschwindig- Das Industrial-IoT-Upgrade für Bestandsanlagen Die Orange Box setzt sich zusammen aus einer Steuerung und sogenannten Mapps. Dabei handelt es sich um vorkonfigurierte Softwarebausteine der Mapp-Technology von B&R. Die Steuerung sammelt Betriebsdaten einer beliebigen Maschine über I/O-Module oder direkt über eine Feldbus-Verbindung. Aus diesen Daten erzeugen die Mapps Kennzahlen, beispielsweise die Gesamtanlageneffektivität (OEE), die anschließend angezeigt werden können. Die gewonnenen Daten und Informationen lassen sich mit OPC UA auch an übergeordnete Systeme übertragen. Die bestehende Hard- und Software bleibt gleich, wenn die Orange Fotos: B&R Industrie-Elektronik www.br-automation.com 02 Die Orange Box bildet die Plattform für Industrie-4.0-Prinzipien Box an eine Maschine angeschlossen wird. Maschinen- und Anlagenbetreiber erhöhen die Produktivität, ohne viel Zeit oder Geld investieren zu müssen. 40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2017

industry.automation ZUVERLÄSSIG – IMMER UND ÜBERALL MAXIMALE VERFÜGBARKEIT. Flexible Automation in Soft- & Hardware, 100 %-Serien-Tests über 48 h KOMPETENZ. Einschlägige Technologieregler, praktische Lösungen bei I4.0, modellbasierte Entwicklung TRANSPARENZ. Offenes, frei programmierbares System (CODESYS, C/C++, MATLAB ® /Simulink ® ) www.bachmann.info