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Industrielle Automation 4/2016

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Industrielle Automation 4/2016

INNOVATION-SCOUTS AUF

INNOVATION-SCOUTS AUF DER SPUR VON INDUSTRIE 4.0 SUMMER Im Sommer 2016 ging unsere Redaktion auf Deutschland-Tour, um mehr über die vernetzte Produktion zu erfahren. Eine Station dieser Roadshow führte uns zum Sensorik-Spezialisten SICK in Waldkirch. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt der Sinne der Smart Factory. SUMMER of ENGINEERING ist aber noch viel mehr. In unserem Blog und in unseren Social-Media- Kanälen berichten wir über Ideen, Visionen und Umsetzungen in Sachen Industrie 4.0. Was sagen Experten? Welche Umsetzungen gibt es bereits? Was verstehen verschiedene Berufsgruppen unter diesem Thema? Wie wird sich die Arbeitswelt verändern? Welche konkreten Aufgaben sind zukünftig zu lösen? Lassen Sie sich von den Artikeln und Videos überraschen und inspirieren. Gerne dürfen Sie auch Ihren Kommentar hinterlassen oder uns einfach nur liken, posten und empfehlen. of DAS HIGHLIGHT DES JAHRES ENGINEERING 2016 www.summer-of-engineering.de SUMMER OF ENGINEERING ZU GAST BEI SICK DIE SINNE DER SMART FACTORY Sensorik auf dem Weg zur intelligenten Produktion SUMMER OF ENGINEERING Sensor Intelligence. – der Claim der Firma Sick aus dem Jahr 2004 ist heute aktueller denn je. Denn Intelligenz ist gefragt, in der Fabrik der Zukunft. Wer könnte uns also besser Auskunft geben zum Thema Sensorik 4.0 als das Familienunternehmen aus Waldkirch? Und wer könnte ein besserer Ansprechpartner sein, als jemand auf dessen Visitenkarte steht: Geschäftsleitung Industrie 4.0? Bernhard Müller ist unser Mann. Auf die Frage nach smarten Sensoren, erklärt er uns: „Die gibt es bei uns schon lange. Das sind Sensoren, die Funktionalitäten beinhalten, die über die normale Sensorikaufgabe hinaus gehen. Sie liefern Zusatzdaten wie Zeitstempel, Geschwindigkeiten, Abstände .... Daten, die Aufschluss darüber geben können, was in den Prozessen los ist oder wie es der Maschine geht.“ INTELLIGENZ UND KOMMUNIKATIONSFÄHIGKEIT Aber Intelligenz alleine reicht nicht aus. Für ein smartes System, eine Smart Factory, müssen die Informationen auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Und so wurde bei Sick der Grundstein für den Geschäftsbereich Industrie 4.0 gelegt, aus den Produkten heraus: „Vor etwa zwei Jahren hatten wir eine Produktlinie entwickelt, die intelligent ist und zudem noch Vernetzungsmöglichkeiten bietet, über die Ebene von Maschinensteuerungen hinaus, in die Ethernet-Welt“, erzählt Bernhard Müller. „Dann wurde auf einmal die passende Applikation dazu beschrieben – unter dem Namen Industrie 4.0." Seitdem treibt Bernhard Müller das Thema bei Sick sowohl außenwirksam als auc h die innere Organisation betreffend voran. Heute haben alle neuen Sick-Sensoren diese Kommunikationsfähigkeit – und das Unternehmen arbeitet stetig weiter an dem Thema: „Es wird uns vor Herausforderungen stellen, die Kommunikations- Schnittstellen in der durchvernetzten Welt alle zu bedienen“, sagt Detlef Deuil, Leiter Produktmanagement Vertical Integration Products bei Sick. „Da kristallisieren sich ja so langsam einige Standards heraus, im Sinne von Datenkommunikation, Stichwort OPC-UA, Stichwort MQTT, um einfach mal zwei zu nennen, oder die Schnittstelle HTTPS, um mit Cloud-Services zu sprechen. Das sind genau diese Themen, die wir hier angehen müssen.“ Datensicherheit ist in diesem Zusammenhang für den Produktmanager ein wichtiger Punkt: „Also da sehe ich noch eine Aufgabe, die wir als Industrie beantworten müssen: Wie bekommen wir diese ganzen Themen wie Cloud und kabellose Datenübertragung abgesichert, sodass die Menschen sich wohl fühlen, diese Technologien zu nutzen?“. Mehr zum Thema Sick und Datensicherheit lesen Sie im Infokasten auf Seite 23. Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit sind also gefragt. Aber was müssen die Sensoren noch können, um zukunftsfähig zu sein? 20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2016

01 Wer könnte zum Thema Sinne der Smart Factory ein besserer Gesprächspartner sein als Bernhard Müller, Geschäftsleitung Industrie 4.0 der Sick AG? Martina Heimerl Mit Industrie 4.0 zieht Intelligenz in die Fabriken ein. Basis dafür sind Informationen, sprich Daten. Im Prinzip beginnt also alles bei den Datenerfassern, den Sinnesorganen der Technik. Grund genug für uns, den Sensorspezialisten Sick in Waldkirch zu besuchen, um in die Welt der Sensorik 4.0 einzutauchen. „Flexibilisierung ist ein ganz großes Thema“, sagt Detlef Deuil und nennt das Stichwort „Losgröße 1“. „Die Anlagen, die Maschinen müssen flexibel auf das jeweilige einzelne Produkt reagieren können, also müssen wir auch Flexibilität in die Sensorik hineinbringen.“ Und genau das macht der Sensorspezialist jetzt mit Sick KONSTRUKTEURE MÜSSEN GERÄTE KÜNFTIG NOCH BREITER UND NOCH LEISTUNGSFÄHIGER AUFSTELLEN AppSpace. „Was wir dort dem Markt, sprich OEMs und Integratoren, anbieten“, erklärt Detlef Deuil, „ist ein Freiraum innerhalb der Geräte, in dem Anwender ihre Sensorapplikation programmieren können. So können sie ihre Applikation flexibel umrüsten.“ Im Prinzip funktioniert das wie beim Smart Phone – eine Hardware, die mithilfe von Apps verschiedenste Funktionen erfüllen kann. DIE SACHE MIT DER SOFTWARE Industrie 4.0 verlagert also auch für Sensorhersteller den Schwerpunkt: „Wir als Firma Sick werden natürlich damit auch ein Stück weit Software-Anbieter werden“, sagt Detlef Deuil. Aber es hat auch seine Grenzen. Bernhard Müller erklärt: „Analytik-Software, Sensor-Software, das ist unser Thema. Aber übergeordnete Industrie- Software, wo man ein ERP-System und ein Kunden/Lieferanten- System zusammenbringt, das ist nicht unser Business.“ Hier kooperiert der Sensorlieferant daher mit Software-Spezialisten, wie u. a. Axoom. Bernhard Müller erklärt: „Axoom hat vom Maschinenbauer Trumpf die Aufgabe bekommen, für den Anlagenbetreiber ein Software-Cockpit zu generieren, das ihm alle relevanten Daten derart mundgerecht darbietet, dass er sofort sieht: Wie geht es meinem System? Sind meine Kosten im Griff? Ist der Materialfluss optimiert? Hat meine Maschine den Husten? Dieses Cockpit zu schaffen, diese Transparenz der Fabrik zu schaffen – das glaube ich ist der Inbegriff von Industrie 4.0“, sagt Bernhard Müller. Und Sick hat die Sensorik, die das ermöglicht. Im Rahmen der Kooperation schafft der Sensorspezialist bei seinen Produkten die Treiber für die Kundensysteme und hilft dabei, die Sensorik zu integrieren. NEUE GESCHÄFTSMODELLE Intelligenz, Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität, Software- Schwerpunkt – was verlangen die Veränderungen generell von Sensorherstellern und wie wird Sick dem gerecht? „Unsere Produktle- INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2016 21

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