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Industrielle Automation 4/2015

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Industrielle Automation 4/2015

BEDIENEN UND BEOBACHTEN

BEDIENEN UND BEOBACHTEN I TITEL Einfache Integration und hohe Benutzerfreundlichkeit Human Machine Interfaces für virtualisierte Prozesse Die Virtualisierung von Rechnersystemen gewinnt in der Prozessautomation zunehmend an Bedeutung. Mit ihr können Rechnersysteme mittels weniger zentraler Systeme konsolidiert und damit bei der Hardware Kosten gespart werden. Pepperl+Fuchs hat hierzu bereits etablierte Lösungen im Portfolio – die Vorteile und Chancen zeigt das Unternehmen in einem Interview auf. B ereits im Jahr 2007 hat der Hersteller elektronischer Sensoren und Komponenten den ersten VisuNet Remote Monitor auf den Markt gebracht. Seitdem hat das Unternehmen Pepperl+Fuchs die Entwicklung von schlanken Bedienstationen (Human Machine Interfaces) fortwährend vorangetrieben. Denn Virtualisierung bedeutet nicht nur, dass die Rechnersysteme mithilfe zentraler Systeme konsolidiert werden, sodass bei der Hardware Kosten eingespart werden können. Gleichzeitig kann durch ein zentrales Softwaremanagement der Verwaltungsaufwand minimiert werden. Bei der aktuellen Software-Version RM Shell 4.0 legten die Entwickler den Fokus auf hohe Benutzerfreundlichkeit und Kompatibilität zu virtualisierten Prozessleitsystemen. Aber auch die Sicherheit der Software spielte während der Entwicklungsphase eine entscheidende Rolle. Welche Lösungen Pepperl+Fuchs gefunden hat und welche Chancen der Virtualisierung die neue Software bietet, erläutern Product Portfolio Manager Dr. Marc Seißler und Business Development Manager Louis Szabo im Interview. Wo sehen Sie die Chancen und Vorteile der Entwicklung hin zur Virtualisierung in der Prozessautomatisierung? Dr. Marc Seißler: Um Wartung oder Updates von Hardware, Betriebssystemen und Software zu vereinfachen, ist es sinnvoll, unterschiedliche Applikationen zur Prozessautomatisierung zentral auf einem Server laufen zu lassen. Früher entstanden jedoch Konflikte, wenn Applikationen z. B. zeitgleich auf dieselben Bibliotheken zugreifen mussten. Heute

TITEL I BEDIENEN UND BEOBACHTEN laufen komplett voneinander gekapselte virtuelle Maschinen (VM) auf einer virtuellen Zwischenschicht – dem sogenannten Hypervisor. Dieser teilt den VMs die Rechner-Ressourcen zu, verhindert Konflikte und gewährleistet so eine effizientere Nutzung der Hardware-Ressourcen. Selbst verschiedene Betriebssysteme können so auf einem Rechner problemlos nebeneinander laufen. Bei konsequenter Umsetzung, über alle Bereiche der Prozessautomatisierung hinweg, können durch Virtualisierung erhebliche Hardware- Kosten eingespart werden. Louis Szabo: Virtualisierung wurde bis 2010 primär in klassischen Büroumgebungen eingesetzt. Erst in den letzten Jahren hat die Technologie ihren Einzug in die Prozessautomatisierung gefunden und wird heute selbst für die Online-Prozesssteuerung eingesetzt. Dennoch ist durchaus noch Raum für Wachstum vorhanden. Viele der Leitsystemhersteller erwarten, dass bereits 2018 die virtualisierten Client / Server-Architekturen 85 Prozent ihres Geschäfts ausmachen werden. Die Chancen und das Potenzial dieser Technologie hat man bei Pepperl+Fuchs früh erkannt. Bereits im Jahr 2007 haben wir die erste netzwerkbasierte „Thin Client“-Lösung für den Ex-Bereich entwickelt und verfügen damit über die längste Erfahrung in diesem Bereich. Unsere Remote Monitore sind heute weltweit in der Prozessindustrie im Einsatz und mit der nächsten Version unserer Software RM Shell 4.0 machen wir einen weiteren Schritt in Richtung virtualisierte Zukunft. Was stand bei der Entwicklung von VisuNet RM Shell 4.0 im Fokus? Louis Szabo: Mit RM Shell 4.0 unterstützen wir natürlich die neuesten Versionen aller gängigen Remote-Protokoll-Systeme wie RDP, VNC oder Emerson DRDC. Neue Protokolle stellen dabei sicher, dass die Systeme in ihrer Funktionalität vollumfänglich nutzbar sind. Die Integration könnte dabei nicht einfacher sein: Man benötigt lediglich die IP-Adresse des vorhandenen Systems und kurzerhand wird eine direkte Verbindung zum Prozessleitsystemrechner hergestellt. Dr. Marc Seißler: Die Benutzerfreundlichkeit der Software steht dabei an erster Stelle. Wir wollten den Prozessingenieuren maximalen Bedienkomfort und ein Höchstmaß an Unterstützung bei der Systemeinrichtung bieten. Die Remote Monitore nutzen daher kein Betriebssystem mit Standard-Dialogen, die im Feld eher irreführend sind. Sie haben ihre eigene Benutzeroberfläche, die sogenannte Shell, die nur abbildet, was wirklich wichtig ist und die Integration so einfach macht wie nie zuvor. Um die Anwenderfreundlichkeit weiter zu erhöhen, besitzt die eigens entwickelte Benutzeroberfläche ein konsistentes Design für alle Protokolle. Außerdem ist die Software für die Touchscreen-Eingabe optimiert. Und wie steht es mit der Sicherheit? Louis Szabo: Sicherheit ist ein ganz entscheidender Punkt bei der Entwicklung. Wir bieten daher einen optionalen, ab gesicherten Web-Browser, der die Anwenderrechte je nach Vorgabe der Nutzer im Unternehmen einschränkt. Im Web-Client-Modus ist dabei der Zugang zur „Außenwelt“ nicht möglich, sondern nur auf vorgegebene Scada- oder MES-Webanwendungen. Zuverlässiger Schutz vor Cyber-Attacken und nicht autorisierten Zugriffen ist so gewährleistet. Dr. Marc Seißler: Hinzu kommt die Prozesssicherheit – hier ist eine stabile Verbindung zu den Prozessleitsystemrechnern sowie eine fehlerfreie Prozessbilddarstellung entscheidend. Die Software RM Shell 4.0 verfügt daher über wichtige Zusatzfunktionen. So können die Remote Monitore dank Auto-Connect-Funktion so konfiguriert werden, dass sie – ohne weiteren Eingriff der Benutzer – die Verbindung zu einem festgelegten Host-System aufbauen. Von da an wird die Verbindung beständig überwacht und es kann auf auftretende Störungen, z. B. Netzwerkstörungen oder Host-Server- Ausfälle, reagiert werden. Während temporär unterbrochene Verbindungen automatisiert wieder aufgebaut werden, können weiterhin Backup-Hosts definiert werden, zu denen sich ein Remote- Monitor verbinden soll. Man könnte also sagen: was auch passiert, die Software RM Shell 4.0 sorgt für eine sichere und zuverlässige Darstellung der Prozessleitsystem informationen im Feld. www.pepperl-fuchs.com 01 Im Gespräch mit Product Portfolio Manager Dr. Marc Seißler und ... 02 ... Business Development Manager Louis Szabo A Phoenix Mecano Company ERFOLGREICHE ÜBERGABE Nach nun über 10 erfolgreichen Jahren als Geschäftsführer der Kundisch GmbH & Co. KG, einem Unternehmen der schweizerischen Phoenix Mecano AG, hat Herr Hans Hartmann zum 01.04.2015 die Verantwortung für das Unternehmen an seinen Nachfolger, Herrn Michael Brouwer übergeben. www.kundisch.de Hans Hartmann Michael Brouwer