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Industrielle Automation 3/2016

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Industrielle Automation 3/2016

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Extra smart für Industrie 4.0 Innovative Thin Client-Lösung mit Fernverwaltungs-Funktion Marc Seißler Entwicklerteams stehen mehr denn je vor der Herausforderung, innovative Technologien im Hinblick auf maßgeschneiderte Lösungen für Industrie 4.0 zur Marktreife zu bringen. Jüngstes Beispiel dafür ist ein smartes HMI-System, das eine höchst komfortable Fernverwaltung bietet und die Vorteile von Industrie 4.0 für die Prozessindustrie auch in Zone 1/21 nutzbar macht. Die Vernetzung von Sensorik mittels Internet-Technologie schreitet immer mehr voran und eröffnet der Prozessindustrie eine breite Palette neuer Möglichkeiten. Wie überall gibt es aber auch hier eine Kehrseite der Medaille, denn durch die enorme Zunahme vernetzter Automatisierungskomponenten wächst auch die Flut der Daten immer weiter an. Um die Benutzer bei der gezielten Überwachung und Steuerung der zunehmend komplexer werdenden Produktionsanlagen zu unterstützen, bedarf es smarter HMI-Systeme. Bei Pepperl+Fuchs müssen solche Lösungen für Industrie 4.0 direkten horizontalen und Dr. Marc Seißler ist Product Portfolio Manager im Geschäftsbereich Prozessautomation bei der Pepperl+Fuchs GmbH in Mannheim vertikalen Zugriff auf Informationen des Produktionssystems ermöglichen. Neben der Kommunikation innerhalb des Produktionsprozesses kann so über alle Hierarchieebenen hinweg vom Manufacturing Execution System (MES) bis auf den Sensor zugegriffen werden. Anforderungen, die der neue VisuNet GXP Remote Monitor mit RM Shell 4.1 und Control Center bis ins Detail erfüllt. Vielseitig und offen konzipiert Die Vielzahl neuer Möglichkeiten, die das Internet der Dinge bietet, können mit diesem smarten HMI-System optimal genutzt werden. Es kommuniziert mittels Ethernet- Technologie mit dem Prozessleitsystem oder dem MES (das sich auch in der Cloud befinden kann) und ermöglicht eine komfortable Steuerung und Überwachung des Produktionsprozesses. Zwecks Inbetriebnahme, Konfiguration oder Wartung kann der VisuNet GXP darüber hinaus per Web Browser auf Industrie 4.0 taugliche Sensoren zugreifen, die ihre Parameter per Website bereitstellen. Ein ganz besonderes Highlight und maßgeschneidert für weitläufige Anlagen in der Prozessautomation ist die neue Zusatz- Software VisuNet Control Center. Sie ermöglicht die bequeme Fernverwaltung der smarten, Thin Client-basierten VisuNet Remote Monitore. Dank IP-basierter Kommunikation können diese von einem zentralen Arbeitsplatz aus eingerichtet, konfiguriert und überwacht werden. Anwender müssen daher nicht mehr lange Wege zurücklegen, um die Geräte direkt im Feld einzurichten oder zu warten. Auch Gefahrebereiche und Reinräume müssen auf diese Weise nicht mehr vom Ingenieur zu Wartungszwecken betreten werden. Alle VisuNet Remote Monitore können zeit- und kostensparend von zentraler Stelle aus verwaltet werden. Hohe Benutzerfreundlichkeit Bei der Entwicklung der neuen RM Shell 4.1 und des VisuNet Control Centers stand neben der Sicherheit und Zuverlässigkeit auch die Benutzerfreundlichkeit im Fokus. Ziel war es daher kein hochkomplexes Tool zu erschaffen, das spezielles IT-Wissen erfordert. Vielmehr wurde es maßgeschneidert für relevante Funktionen in der Prozessautomation und überzeugt hier durch Übersichtlichkeit und einfaches Handling. Die Bandbreite der Vorteile lässt sich durch drei Praxisbeispiele am besten veranschaulichen, die in folgenden Abschnitten näher erläutert werden. Effiziente Konfiguration und Verwaltung Die effiziente Remote Konfiguration ermöglicht in drei einfachen Schritten per Fernzugriff die Erstellung eines neuen Profils für den VisuNet Remote Monitor. Anschließend kann es dann schnell und komfortabel auf weitere Geräte übertragen werden. Dazu verbindet sich der Administrator von seinem zentralen Arbeitsplatzrechner aus über das VisuNet Control Center auf einen beliebigen Remote Monitor A in der Prozessanlage, den es zu konfigurieren gilt. Als würde er direkt im Feld an diesem Monitor arbeiten, kann er dann über das Profilmanagement ein neues Profil erstellen und speichern. Die Verbindung zu Monitor A wird anschließend beendet und im zweiten Schritt 58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2016

Die Thin-Client-basierte Monitor-Lösung kommt zum Überwachen & Bedienen u. a. in der Life-Science-Industrie zum Einsatz wird über das Control Center diese neue Konfiguration auf den Arbeitsplatzrechner heruntergeladen. Im dritten Schritt kann dann das Profil auf beliebig viele Remote Monitore im Feld per Upload übertragen werden (siehe Abbildung 01). Dabei muss die Übertragung nicht für jedes Gerät einzeln erfolgen, da es möglich ist, Remote Monitore zu gruppieren, um dann in einem Arbeitsschritt das Profil auf sie zu übertragen. So ist eine sehr schnelle und einfache Konfiguration ganzer Geräte-Gruppen möglich. Ein sehr zeit- und kosteneffizienter Weg der Konfiguration. Einfache Wartung, schnelle Hilfe bei Fehlern Das zweite Beispiel beschreibt die deutlich vereinfachte Wartung dank RM Shell 4.1 mit neuem VisuNet Control Center. So ist ein Update der Firmware höchst effizient per Fernzugriff durchzuführen und bei Bedarf ist auch hier durch Gruppierung der Geräte zusätzliche Zeitersparnis möglich. Außerdem können per Remote Command Befehle auf den Monitoren ausgeführt werden, die für die Wartung notwendig sind. Muss beispielsweise ein Server A routinemäßig heruntergefahren werden, können die Geräte via Fernzugriff auf Server B verbunden werden (siehe Abbildung 02). Auf diesem Weg ist im Wartungsfall darüber hinaus ein kontrolliertes Herunterfahren oder Neustarten der Remote Monitore möglich. Auch hier stehen die neuen Funktionen des Control Centers für erheblich Zeit- und damit Kostenersparnis. Drittes Praxisbeispiel für den komfortablen Einsatz des VisuNet Control Centers sind das Monitoring und der Remote Support. Dank der komfortablen Fernwartungs-Mechanismen kann sich der Administrator auf jeden smarten Remote Monitor mit RM Shell 4.1 verbinden. Per „Dashbord-Funktion“ kann er sich die Monitore in der Leitwarte als Übersicht anzeigen lassen und erhält hier beispielsweise einen Warnhinweis wenn an einer Stelle ein Fehler auftritt. In diesem Fall kann er sich zuschalten, um mittels „Session Shadowing“ den Anwender aus der Ferne zu unterstützen, wenn Support gewünscht ist. Ist beispielsweise kein Nutzer vor Ort, kann aber auch vom zentralen Arbeitsplatzrechner aus per passwortgeschütztem Fernzugriff die Kontrolle über den Remote Monitor übernommen werden. In jedem Fall können so Fehler besonders schnell und kosteneffizient behoben werden. Der VisuNet GXP mit RM Shell 4.1 und neuem Control Center überzeugt so als smartes, hocheffizientes HMI-System mit komfortabler Fernverwaltungs-Funktion. Außerdem ist er die perfekte Lösung, um die Vorteile von Industrie 4.0 für die Prozessindustrie auch in Zone 1/21 nutzbar zu machen. Fotos: Fotolia/Pepperl+Fuchs www.pepperl-fuchs.com 01 Effiziente Konfiguration der Remote Monitore im Feld 02 Remote Commands und Session Shadowing unterstützen die einfache Wartung

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