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Industrielle Automation 3/2015

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Industrielle Automation 3/2015

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION I STATEMENT „Agilität sollte das Ziel sein“ M2M-Technologien in der Automatisierung – handelt es sich nur um einen Hype? Der Einsatz sogenannter Machine-to-Machine-Technologien in der Industrie nimmt rasant zu. Sie ermöglichen, dass Geräte, Maschinen und Fahrzeuge automatisch Daten über das Internet austauschen und diese für das Internet der Dinge (IoT) bereitstellen. Doch sind M2M-Technologien wirklich notwendig oder handelt es sich um einen neuen Hype? Diese und andere Fragen beantwortet Fred Yentz, President und CEO des Telit-Unternehmens ILS Technology. Mit dem Schlagwort der „Industrie 4.0“ erreicht die digitale Vernetzung nun auch Fertigungsunternehmen, die in punkto Innovationen bislang eher konservativ waren. Was erwartet Unternehmen hierbei und sind Vorbehalte berechtigt? In der Pionierzeit des Internets gab es bereits Vorbehalte, dennoch musste die Old Economy dem Veränderungsdruck nachgeben. Im Vergleich zu heute war dieser allerdings fast schon entspannt: aktuell sehen sich global agierende Unternehmen mit einer wesentlich schnelleren Taktung von disruptiven Innovationen in gleich mehreren Disziplinen – etwa IT, Sensorik, Telematik, Robotik – konfrontiert, die schon für sich genommen ein extrem schnelles und überlegtes Handeln erfordern. Zum Glück funktioniert hier aber das „Internet of Things“ (IoT) ganz anders als das ursprüngliche Internet: Unternehmer, Wissenschaftler und freie Entwickler setzen Ideen zwar freier und dynamischer, aber auch kollaborativer um.M2M-Technolgien beispielsweise kommen schon heute in der Regel nicht mehr als Einzellösung auf den Markt, sondern integrieren bereits Dinge wie Cloud-Kommunikation oder Softwarelösungen, die eine Integration klassi - scher EPS- und Datenbanksysteme per „Plug&Play“ erlauben. Kollaborative Zusammenarbeit bedeutet doch auch Risiken – beispielsweise beim Schutz des geistigen Eigentums. Warum sollten Industrieunternehmen dieses Risiko eingehen? Fred Yentz ist President und CEO des Telit- Unternehmens ILS Technology in Florida, USA Ganz einfach: weil sie keine andere Wahl haben. Vergleichen Sie einfach mal den Reifegrad von M2M-Technologien, Kommunikation und Datenanalyse in der Automobilbranche mit dem eines Indus triezweiges wie dem Maschinenbau – von wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es hier gravierende Unterschiede. Zum Beispiel haben Automobil-OEM schon vor Jahren begriffen, dass M2M-Technologie aus jedem Glied der Wertschöpfungskette wertvolle Impulse für Verbesserungen liefert. Nehmen wir nur Controlling- Ergebnisse aus der Produktion und Logistik, die auf einer Echtzeitmessung von unterschiedlichsten Geschäftsprozessen basieren. Solche Zahlen sind Gold wert, denn sie verschaffen der Geschäftsführung einen End-to-End- und Echtzeit- Überblick über die Vorgänge innerhalb des Unternehmens. Das ist in Zeiten volatiler Märkte aber auch für den Maschinenbau ein immens wichtiger Faktor, um interne Prozesse flexibel verändern zu können. Vorreiter wie Automobilhersteller (siehe auch Praxisbeispiel Honda) binden in diese Echtzeitauswertungen nicht nur mehrere Werke auf verschiedenen Kontinenten ein, sondern auch ihre Marketing- und den Vertriebsstrukturen. Gemeinsam mit externen wie Kunden und Zulieferern führt das zu einer wesentlich schnelleren, präziseren Kommunikation und einem agileren Handeln mit weniger Fehlentscheidungen. Diese Agilität sollte das Ziel sein, nicht Insellösungen aus Furcht vor Risiken. 66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 3/2015

STATEMENT I INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Was leisten denn M2M-Anwendungen ganz konkret im Unternehmen? Sie erfüllen drei sehr wichtige Funktionen – erstens sammeln und verwalten sie Maschinendaten, damit diese zu prozessfähigen Echtzeitinformationen verarbeitet werden können, beispielsweise um Verzögerungen in der Fertigung direkt anzuzeigen oder automatische Warnmeldungen abzugeben. Zweitens stellen sie auf einer weiteren, höheren Ebene stellen eine Verbindung zwischen Produktionsmaschinen und -prozessen und herkömmlichen Unternehmenssystemen wie Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer Relationship Management (CRM) her. Und drittens reduzieren sie mit Echtzeitinformationen aus der Personaleinsatzplanung außerplanmäßige Ausfallzeiten und damit Kosten, die je nach Branche und Produkt sehr schmerzhaft sein können. Nicht zu vergessen ist auch die immer größere Rolle von M2M-Technologien bei Fernüberwachungen und –steuerungen und der Verfolgung von Wirtschaftsgütern. Letztendlich werden sie immense Praxisbeispiel Honda – für die fortgeschrittene Automation gerüstet Die IT-Manager in Hondas nordamerikanischen Werken mussten unterschiedliche SPS-Systeme von Omron, Rockwell, Mitsubishi und anderen Herstellern in eigene Manufacturing Execution-Systeme integrieren. Um eine noch bessere Produktqualität zu erreichen, gestaltete Honda dazu nicht nur in einer, sondern gleich in mehreren Produktionsstätten den Einsatz von IT-Ressourcen mit einfachen und branchenüblichen Tools neu. Der OEM entschied ich sich für die Plattform deviceWise. Denn diese läuft auf mehreren Plattformen (Windows, Linux, AIX usw.), basiert auf einer einfache Konfigurationslogik und ist optimal für die fortgeschrittene Automation ausgestattet. Honda konnte so deutlich mehr Geschäfts- und Gerätedaten erzeugen, die zu einer Verbesserung der Arbeitsabläufe beitrugen. Dabei vereinfachte das IT-Team Upgrade-Prozesse, reduzierte die Komplexität der SPS-Konfigurationen und erreichte eine höhere Datenqualität. M2M-Technologien werden letztendlich immense Entwicklungsimpulse setzen Entwicklungsimpulse setzen. Und das nicht nur in der Produktion, sondern auch in weiteren Teilen der Wertschöpfungskette, etwa beim Energie- und Umweltmanagement. Wie gelingt denn eine direkte Verknüpfung zwischen intelligenten Geräten in Produktionsstätten und der IT in Unternehmensnetzwerken? Wir haben zu diesem Zweck eine Application Enablement-Plattform entwickelt, die so genannte deviceWISE. Sie dient als Softwareüberbrückung zwischen den beiden Umgebungen und ermöglicht die Erstellung und den Einsatz von Endto-End-Lösungen. So kann man den gesamten Unternehmensbestand – von der Energieerzeugung über die Firmenwägen bis zu den Produktionsmaschinen – mit der Unternehmens-IT vernetzen. Die Plattform setzt im Produktionsbereich eine umfassende Sammlung an intelligenten Treibern ein, die mit häufig verwendeten Produktionsmaschinen wie allen gängigen SPS-Systemen von Siemens, Mitsubishi, Rockwell und Omron sowie RFID-Lesegeräten, Inspektionskameras und fast allen anderen Geräten aus der Industrieautomation verknüpft werden. Diese Seite erfasst Maschinendaten. Auf der anderen Seite befinden sich gleichermaßen umfangreiche Schnittstellen, die eine schnelle und einfache Verbindung zu ERP- und CRM-Systemen ermöglichen. www.ilstechnology.com Your Global Automation Partner Erste Klasse! Leistungsstarke Interface-Familie Schnellster: Der IMX12-DI ist mit 15.000 Hz der schnellste Trennschaltverstärker der Welt Kompaktester: Der IMX12-TI bietet die höchste Kanaldichte aller Temperaturmessverstärker in der 12,5-mm-Klasse Präzisester: Der IMX12-AI ist mit 0,18 % Total Performance bei 40 °C der genaueste Analogsignaltrenner im 12,5-mm-Gehäuse Wir sind für Sie da! Halle 11.1, Stand C26 www.turck.de/imx

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