Aufrufe
vor 2 Monaten

INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2021

  • Text
  • Unternehmen
  • Industrielle
  • Automation
  • Einsatz
  • Industrie
  • Software
  • Digital
  • Anwender
  • Sensoren
  • Anforderungen
INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2021

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

KOMPONENTEN UND SOFTWARE Energiespar-Potenziale aufspüren Analyse-Software sorgt für mehr Effizienz in der Verpackungsindustrie Für Smurfit Kappa Deutschland ist Nachhaltigkeit ein fest verankertes Unternehmensziel. Aus diesem Grund entschied sich der Verpackungsspezialist für die Einführung eines Energiedaten-Managementsystems. Die Wahl fiel auf eine Analyse-Software von KBR aus dem fränkischen Schwabach. Das System punktet mit seinem modularen Aufbau, 100 % Datentransparenz und dass es sich problemlos an unterschiedliche Gegebenheiten anpassen lässt. Heute hat der Verpackungshersteller einen flächendeckenden Überblick über sämtliche Energieverbräuche. Paul Wichtrup, Energiemanager bei dem Verpackungshersteller: „Smurfit Kappa gestaltet die Produktionsprozesse im Unternehmen schon seit längerem möglichst energieeffizient.“ Dem Unternehmen war es ein großes Anliegen, anhand von verlässlichen Daten Einsparpotenztiale aufzuspüren und entsprechende Maßnahmen ergreifen zu können. Smurfit Kappa suchte deshalb nach einem Partner, der in der Lage war, ein flächendeckendes System umzusetzen – mit der Option, dieses auch an weiteren europäischen Standorten zu implementieren. Darüber hinaus sollte die Möglichkeit bestehen, bereits vorhandene Messsysteme und -geräte einzubinden. Überzeugen konnte die Verantwortlichen schließlich die KBR GmbH: Das Schwabacher Unternehmen bietet eigene Messgeräte für verschiedene Medien an, deren Verbrauchsdaten in der selbst entwickelten Software Visual Energy zusammengeführt und anschaulich präsentiert werden. Da das System auf einer Modulbauweise beruht und zu 100 % lückenlose Daten liefert, kann es problemlos an unterschiedliche Gegebenheiten angepasst werden, was im Fall von Smurfit Kappa besonders wichtig war. „Grundsätzlich sind in jedem Werk andere Voraussetzungen gegeben“, erklärt Christian Wiedemann, Energieexperte und Vertriebsleiter bei der KBR GmbH. Dieser vereinbarte deshalb in jedem Werk zunächst einen Termin zur Erstellung eines individuellen Messstellenkonzeptes, um die aktuelle Lage zu analysieren und den Bedarf an Messgeräten festzulegen. Der zuständige Projektleiter informierte die Verantwortlichen im Werk zunächst über das System und den Nutzen der Software. Anschließend wurden die Messpunkte für das Werk festgelegt sowie ein Messstellenkonzept erstellt. Nach Einbau der Komponenten war KBR wieder mit einem Team zur Inbetriebnahme und Programmierung vor Ort, sodass zum Schluss nur noch die softwaretechnische Einbindung des Werks sowie eine Schulung folgten. Ungewöhnliche Schwankungen Auf diese Weise wurden von März 2017 bis September 2018 mittlerweile 14 von insgesamt 25 deutschen Werken mit Messstellen ausgestattet und an die Analysesoftware Visual Energy im Hauptwerk Hamburg angebunden. Die Zählgeräte erfassen im ersten Schritt den Stromverbrauch von Produk tionsmaschinen und die Netzqualität nach EN 50160. Später Pia Schäble, freie Redakteurin in München 38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2021 www.industrielle-automation.net

KOMPONENTEN UND SOFTWARE 01 02 01 Smurfit Kappa legt großen Wert auf eine nachhaltige und energieeffiziente Produktion 02 Der Einsatz eines Energiedaten-Managementsystems ermöglicht einen zentralen Überblick über die Energieverbrauchsdaten an jedem Standort sollen noch weitere Medien folgen. Die Daten werden in der Software gesammelt und von einem Energieverantwortlichen auf Lastspitzen und Schwankungen analysiert. Aus Sicht von Smurfit Kappa ergeben sich mehrere Vorteile. „Zum einen haben wir einen zentralen Überblick über die Energieverbrauchsdaten der einzelnen Standorte und können bei Bedarf mit den örtlichen Energieversorgern auf Augenhöhe kommunizieren. Außerdem sehen wir, wo und wie Energieeinspareffekte zustande kommen und können diese Erfahrungen auch an andere Werke weitergeben, wo es vielleicht noch nicht so gut funktioniert“, erklärt Wichtrup, und fährt fort: „Unsere Energiebeauftragten haben einen umfassenden Überblick über alle Daten der vergangenen Monate und können anhand dessen feststellen, ob zum Beispiel regelmäßig Lastspitzen auftreten, die durch einfache Maßnahmen vermieden werden könnten.“ 12 000 Euro im Jahr gespart Im Smurfit Kappa-Werk in Jülich wurde z. B. mithilfe einer Datenanalyse festgestellt, dass die Absauganlage, die Papierund Stanzabfälle über Ventilatoren abtransportiert, ungewöhnlich lange in Betrieb ist. Durch eine detailliertere Auswertung konnten die Verantwortlichen die wöchentlichen Betriebsstunden schließlich von zwölf auf drei Stunden und damit den Energieverbrauch senken. Werks leiter Björn Böß ist überzeugt vom Nutzen des Systems. „Die wichtigste Konsequenz ist für uns die Erkenntnis, dass es sich lohnt, sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen“, so Böß. „Durch die Auswertungen, die wir mithilfe des Systems von KBR durchgeführt haben – und die daraus resultierende Reduzierung der Absaugungslaufzeit bei der wöchentlichen Reini gung –, konnte bereits eine Einsparung von fast 80 000 kW/Jahr erzielt werden. Das entspricht einer finan ziellen Ein sparung von fast 12 000 Euro jährlich.“ Energieverbrauch ermitteln Durch den Einsatz eines Energiedaten- Managementsystems konnte Smurfit Kappa fast 80 000 kW und damit eine Einsparung von rund 12 000 Euro pro Jahr erzielen. Paul Wichtrup, Energiemanager bei der Smurfit Kappa GmbH Anfang 2019 sind alle deutschen Standorte mit Messstellen und der Software ausgestattet worden, sodass der Verpackungshersteller einen flächendeckenden Überblick über den Energieverbrauch in den Werken erhalten hat. Zukünftig wird das Energiedatenmanagement auch ein Thema an weiteren europäischen Standorten sein: „Die Entscheidung für KBR fiel auch, weil das Unternehmen in der Lage ist, weitere Werke außerhalb von Deutschland auszustatten. Da die Zusammenarbeit bisher problemlos verlief und im geplanten Zeitrahmen erfolgte, werden wir diese zukünftig auf europäischer Ebene fortsetzen“, zeigt sich Wichtrup zufrieden. Fotos: Smurfit Kappa www.smurfitkappa.com www.kbr.de Logistischer Mehrwert. Verbessern Sie Ihre Entsorgungslogistik! Strautmann Umwelttechnik GmbH | +49 (0) 5426 80777-0 | www.strautmann-umwelt.de www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2021 39

AUSGABE