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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2020

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INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2020

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION I KOMMENTAR Offene Standards für eine sichere Kommunikation Vernetzung ist ein Schlüssel zur Zukunft der Automatisierung. Damit steigt aber die Komplexität – zum Beispiel durch die Vielzahl an Kommunikationslösungen unterschiedlicher Anbieter. Die dabei eingesetzten Protokolle und Datenmodelle sind in der Regel nicht miteinander kompatibel, der Anwender findet sich somit häufig mit proprietären Systemen konfrontiert. Der Wunsch nach Standards wird immer stärker. Harald Wessel ist Vice President Product Management bei der Pilz GmbH & Co. KG in Ostfildern Wir von Pilz engagieren uns daher in entsprechenden Initiativen, arbeiten aktiv in Normengremien und in systemübergreifenden Arbeitskreisen mit, so z. B. in der OPC Foundation. Denn ein möglicher Standard für die sichere, herstellerübergreifende Vernetzung für industrielle Anlagen ist OPC UA. Dieses Kommunikationsprotokoll stellt eine standardisierte Schnittstelle für die Kommunikation zwischen verschiedenen Datenquellen in der Industrie bereit. Die OPC Foundation hat aber nicht nur einen Standard festgelegt, um Daten zu transportieren, sondern um diese auch maschinenlesbar semantisch zu beschreiben. Eine Herausforderung ist es, Echtzeitfähigkeit zu erreichen und den Standard für Automatisierungsaufgaben bis in die Feldebene zu befähigen. Hier kann TSN, Time Sensitive Networking, als Basistechnologie eine Rolle spielen. Wir unterstützen die Initiative „OPC UA over TSN“. Als Mitglied der OPC Foundation sind unsere Mit arbeiter sowohl im Lenkungskomitee als auch in Technischen Arbeitskreisen der Field Level Communication Gruppe aktiv. Unser Augenmerk liegt dabei naturgemäß auf der Arbeitsgruppe, in der es um das Thema Safety geht. Für die funktional sichere Kommunikation gibt es die Spezifikation „Safety over OPC UA“. Wir sehen dabei großes Potenzial in der Publisher/Subscriber-Technologie (Pub/Sub) in Verbindung mit den Anforderungen von funktional sicheren Feldbusprotokollen: Im Vergleich zur klassischen Master/Slave-Architektur können Teilnehmer bei Pub/Sub selbst entscheiden, welche Kommunikationsbeziehungen sie zu anderen Teilnehmern aufbauen möchten, welche Daten sie in welchen Zeitabständen empfangen möchten. Das bedeutet eine besonders effiziente Verteilung von Daten. Und in Verbindung mit TSN kann die Technologie auch für anspruchsvolle, verteilte Automatisierungsaufgaben eingesetzt werden. Damit bietet sich jetzt die Chance eines industrieweit einheit lichen Kommunikationsstandards. Auf Sensorebene wird dagegen aus unserer Sicht IO-Link mit integriertem Safety-Protokoll zu dem offenen Marktstandard für die sichere Sensor-Kommunikation werden – Feldbus- und Systemunabhängig. Als leistungsfähige und standardisierte Anschlusstechnik für die Punkt-zu-Punkt-Kommunikation eröffnet IO-Link Vorteile wie Vereinfachungen bei der Installation, eine automatisierte und toolunterstützte Parametrierung sowie erweiterte Diagnosemöglichkeiten. Es ist damit eine ideale Ergänzung zu „OPC UA“. Seit rund einem Jahr ist die Version 1.1. der IO-Link Safety System Extension verabschiedet. Als aktives Mitglied der Arbeitsgruppe entwickeln wir bei Pilz momentan die notwen digen Softwarestacks für die Kommunikation zwischen Master, etwa Auswertegeräte und Steuerungen, und Devices, sprich: Sensoren/Aktuatoren. Hand in Hand mit den Prüfbehörden werden parallel dazu die Testspezifikation und Testsysteme sowie die Zertifizierung dieser Kommunikations- Stacks vorangetrieben. Man muss klar sagen, dass einfache und durchgängige Konnektivität – bis hin zu ERP-Systemen und Cloud Netzwerken – immer mehr zum Erfolgsfaktor für praktikable Automatisierungslösungen wird. Wir arbeiten aktiv daran, die notwendigen Standards industrieweit und unternehmensübergreifend zu entwickeln. Bilder: Porträt Pilz, Hintergründe stock.adobe.com/ styleuneed www.pilz.com Harald Wessels, Senior Manager Product Management, Pilz GmbH & Co. KG, Ostfildern 30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2020 www.industrielle-automation.net

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION EtherCAT wächst weiter – vor allem in Asien Die EtherCAT Technology Group (ETG), die weltgrößte Feldbus-Nutzerorganisation, hat im vergangenen Jahr mehr als 500 Neumitglieder gewonnen. Ein Grund dafür sei, neben der Technologie selbst, der umfassende Support. Nachdem die Nutzerorganisation Ende 2018 ihr 5 000. Mitglied feierte, lag die Zahl der Mitglieder Ende 2019 bei 5 625. Dabei gelte es zu bedenken, dass man nur ganze Firmen oder Universitäten als Mitglieder zähle, erklärte die ETG. Beim Blick auf die ETG-Mitgliedsfirmen fällt vor allem die hohe Verbreitung in Asien auf: Etwa 40 % der Mitglieder stammen aus China, Taiwan, Japan oder Korea. Als die schnellste verfügbare Industrial-Ethernet-Technologie sei es in erster Linie Ethercat selbst, die Mitglieder in die ETG ziehe. Daneben seien die hohen Mitgliederzahlen aber auch der Arbeit der weltweit tätigen Quality Control Optik, Licht, Software made in Germany www.optometron.de Anzeige ETG-Experten geschuldet, die unter anderem bei Seminaren und Events den Zugriff auf ein umfassendes Angebot rund um die Technologie sicherstellten. www.ethercat.org Funktionsplus für flexible Gateway-Serie Deutschmann Automation hat seine Serie an flexiblen Unigate- CX-Gateways um zahlreiche Funktionen erweitert. Die industriellen Hutschienenmodule unterstützen eine nahezu beliebige Kombination unterschiedlicher gängiger Feldbus- und Industrial Ethernet-Schnittstellen zur Verbindung inkompatibler Netzwerke. Für CANopen ermöglicht Deutschmann jetzt ein Mapping für COB-IDs, mit dem Anwender Prozessdaten von einem Feldbus auf einen beliebigen anderen Feldbus kopieren können. Das Mapping funktioniert in beide Richtungen, also sowohl vom Master zum Slave als auch umgekehrt. Daneben werden auch die Funktionen Node Guarding; EMCY-Nachrichten und das Mappen von SDO-Objekten unterstützt. Für CAN Layer 2 stehen konfigurierbare Protokolle zur Verfügung, mit deren Hilfe sich CAN-Daten 1:1 auf einen Feldbus übertragen lassen. Zudem besteht die Möglichkeit, COB-IDs zu filtern, sodass nur diese CAN-Daten 1:1 auf einen Feldbus übertragen werden. www.deutschmann.de Konnektivität zwischen Gerät, Nutzer und Netzwerk Der Softwarehersteller EVO Informationssysteme stellt die vierte Generation seiner App-Plattform vor. Offenkundig sind das Kachel-Design in dezenten und blendfreien Farben sowie selbsterklärende Symbole. Alle Apps fügen sich nahtlos aneinander, sodass ein schneller Wechsel möglich ist. Als zentrale Plattform dient das App Solution Center. Hierüber lassen sich die digitalen Assistenten auf stationären und mobilen Endgeräten sowie bei Maschinensteuerungen nutzen. Die nativen Apps vereinfachen den Einstieg in die Digitalisierung und unterstützen kleine und mittelständische Unternehmen bei der Umsetzung einer papierlosen Auftragsabwicklung in Produktion und Logistik. Sie können für einen monatlich zu entrichtenden Betrag gemietet oder als Lizenz gekauft werden. www.evo-solutions.com Vorteile digitaler und analoger Schnittstelle gleichzeitig nutzen Mit dem Drucksensor PP20H und dem Leitfähigkeitssensor CombiLyz AFI erweitert Baumer sein Portfolio der Prozesssensoren mit digitaler Kommunikationsschnittstelle. Beide überzeugen mit ausgezeichneter Messperformance und bieten dank IO-Link Schnittstelle nun noch interessante weitere Funktionen. Die Sensoren erlauben beispielsweise eine einfache und schnelle Parametrierung – auch während des Betriebs. Zusätzliche Daten wie die gleichzeitige Ausgabe mehrerer Prozessdaten oder nur so zugängliche Diagnosedaten können nun an die Steuerung kommuniziert oder bei Bedarf aus dem Speicher des Sensors ausgelesen werden. Neben der digitalen Schnittstelle haben die Sensoren zusätzlich noch einen oder mehrere konventionelle analoge Ausgänge, wodurch sie dem Anwender die maximale Flexibilität bieten. Dank Dual Channel können die Sensoren sowohl analog, digital oder über beide Kanäle gleichzeitig betrieben werden. www.baumer.com Fit für MIPIbasiertes Embedded-Vision Um die Kompatibilität der Bildverarbeitungssoftware Halcon mit dem MIPI-Standard nachzuweisen, hat MVTec Tests absolviert. Demnach ist die Software in der Lage, über vorhandene Schnittstellen oder den direkten Speicherzugriff, Bilder von MIPI- Komponenten einzuziehen und zu verarbeiten. Geprüft wurde dies anhand des Kameramoduls VC Mipi OV 9281 von Vision Components in Verbindung mit Raspberry Pi 3 und 4. Auch wurde das Zusammenspiel mit dem Modul Mipi IMX290 von The Imaging Source per FPD-Link III auf einem Nvidia Jetson Nano getestet. Als einer der Machine- Vision-Technologieführer sieht sich MVTec bei diesen Entwicklungen ganz vorne mit dabei. Die Funktionsnachweise des Spezialisten zeigen, dass Halcon für MIPIbasierte Lösungen bereit ist. www.mvtec.de www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 02/2020 31

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