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Industrielle Automation 2/2019

Industrielle Automation 2/2019

Eine „heiße“

Eine „heiße“ Angelegenheit 01 Die Ardagh Glass GmbH verlässt sich für diese Aufgabe auf Temperatursensoren und ein Automatisierungssystem von Jumo. Als Spezialist für industrielle Mess-, Regel- und Automatisierungstechnik verfügt das Unternehmen über jahrzehntelange Projekterfahrung in verschiedenen Branchen. Sensoren und Automatisierungssystem überprüfen Temperatur in Glasschmelzwanne Die industrielle Herstellung von Glaswaren beginnt mit einem Schmelzprozess: Hier werden die Glasrohstoffe in eine Wanne eingelassen und geschmolzen. Anschließend wird das flüssige Glas zu Verarbeitungsmaschinen transportiert, die pro Minute bis zu 600 Flaschen produzieren. Um eine permanente Überprüfung der Temperatur in den Glasschmelzwannen sicherzustellen setzt ein Hersteller von Glasflaschen Temperatursensoren sowie ein modulares Mess-, Regel- und Automatisierungssystem ein. Schmelzwannen sind aus feuerfesten Materialien gemauert und bestehen aus Tonerden und anderen keramischen Werkstoffen. Zur Energieeinsparung wird die Verbrennungsluft im Regenerativsystem vorgeheizt. Die Abgase werden durch ein Gitterwerk von Steinen durchgeleitet und erhitzen sie. Nach dieser Aufwärmperiode, die gewöhnlich 30 Minuten dauert, wird der Abgasstrom umgekehrt und frische Luft durchströmt die heiße Kammer und wird so aufgeheizt. Die Abgase der Verbrennung treten zu der anderen Kammer aus. Permanente Temperaturkontrolle des Glases Der komplette Vorgang dauert bei großen Industrieanlagen oft mehrere Tage, sodass die Glasschmelzwanne rund um die Uhr betrieben werden muss. Das Fassungsvermögen der Wannen kann mehr als 2 000 t betragen. Die Temperatur in der Wanne erreicht dabei bis zu + 1 300 °C. Um eine gleichbleibend hohe Qualität des Endprodukts sicherzustellen, muss die Temperatur des flüssigen Glases in der Wanne permanent kontrolliert werden. Vom Komponenten- zum Lösungsanbieter Jumo entwickelt maßgeschneiderte messtechnische Lösungen für eine Vielzahl von Branchen. Dazu zählen im Wesentlichen die Lebensmittel industrie, die Wasserund Abwassertechnik, die Pharmabranche, die Heizungs- und Klimatechnik, die chemische Industrie sowie der Bereich der erneuerbaren Energien. Das Portfolio ist dabei sehr umfangreich und umfasst grundlegende Machbarkeitsanalysen, die Durchführung von Workshops, die Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften sowie das komplette Projekt-Management. Jumo verfügt über fundierte Erfahrungen in der SPS-Programmierung, der Visualisierung und in der Netzwerktechnik. So entstehen effiziente und optimal aufeinander abgestimmte Lösungen – und das alles aus einer Hand. Mit der Bündelung dieser Kompetenzen im Dienstleistungsangebot „Jumo Engineering“ geht das Unternehmen einen Schritt weiter auf dem Weg vom Komponenten- zum Komplettlösungs anbieter. Glasschmelzwanne mit 64 Messstellen Die Aufgabenstellung bei Ardagh Glass war die Temperaturerfassung einer Glasschmelzwanne mit 64 Messstellen. Als Sensoren kommen spezielle Thermo­ Harald Schöppner ist Leiter des JUMO Engineering bei der JUMO GmbH & Co. KG in Fulda 14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2019

SENSORIK UND MESSTECHNIK 02 01 Am Standort in Germersheim produziert der Glashersteller rund 1,6 Millionen Bier-, Wein- und Sektflaschen pro Tag 02 Modular aufgebaut nutzt das System einen Ethernet-basierten Systembus sowie eine integrierte SPS elemente sowie – im Rahmen des Monitorings – ein modu lares Mess-, Regel- und Automatisierungssystem vom Typ mTron T, beide Produkte aus dem Hause Jumo, zum Einsatz. Modular aufgebaut nutzt das System einen Ethernet-basierten Systembus und eine integrierte SPS. Herzstück von mTron T ist die Zentraleinheit mit einem Prozessabbild für bis zu 30 Ein-/Ausgangsmodule. Die CPU besitzt übergeordnete Kommunikationsschnittstellen inklusive Webserver. Für individuelle Steuerungsapplikationen verfügt das System über eine SPS (CoDeSys V3), Programmgeber- und Grenzwertüberwachungsfunktionen sowie Mathematik- und Logikmodule. Als Ein-/Ausgangsmodule stehen ein Mehrkanal-Reglermodul, Analog-Eingangsmodule mit 4- und 8-Kanälen, ein Relaismodul in 4-Kanal-Ausführung sowie das frei konfigurierbare Digital-Ein-/Ausgangsmodul mit 12-Kanälen zur Verfügung. Bei Ardagh Glass findet die Anbindung der Sensoren über 16 4-Kanal-Analogeingangsmodule statt. Die erfasste Temperaturverteilung aller 64 Messstellen wird über eine Profibus- Schnittstellenkarte an eine übergeordnete Steuerung übergeben. Auf diesem Weg werden die Messwerte kontinuierlich zur Verfügung gestellt. Das übergeordnete Leitsystem stellt dann in einer Visualisierung die Schmelzwanne mit den einzelnen Temperaturen graphisch dar. Darüber hinaus nutzt der Anwender die Webserver-Funktion des Jumo mTron T und kann die aktuellen Messwerte der Temperaturen tabellarisch in einem Webbrowser abbilden und kontrollieren. Dieser Zugang ist nicht nur von einem Standard-PCs aus möglich, sondern auch über mobile Endgeräte. Fotos: Jumo www.jumo.net Drahtloser Temperatur-Datenlogger für GxP-konforme Überwachung Der Datenlogger RFL100 für reine Temperaturmessungen von Vaisala arbeitet mit der VaiNet Funktechnik für die Tempe raturüberwachung in Kühl- und Gefriersystemen, Inkubatoren, Flüssigstickstofftanks, Kühlräumen und Tiefsttemperatur- Gefrieranlagen. Je nach Umgebungsbedingungen können die drahtlosen Datenlogger über eine Entfernung von 100 m miteinander kommunizieren. Alle Geräte der RFL-Serie nutzen die ViewLinc 5.0 Software zur Überwachung, Alarmmanagement und Berichterstellung. Die Verbindung mit der Software erfordert keine lokale Konfiguration. Das System verschlüsselt und verifiziert die komplette Kommunikation, bevor die Informationen in einer sicheren Datenbank gespeichert werden, die die Datenintegrität sicherstellt. Die Datenlogger arbeiten mit Fest- oder Kabelsonden, die einen Messbereich zwischen - 196 und + 90 °C abdecken. Bild: Hintergrundbild Linde; Produktbild Vaisala www.vaisala.de Messverfahren Festelektrolyt-Potentiometrie NDIR-Sensoren Wärmeleitfähigkeit Elektrochemische Sensoren Keidel-Zellen Gasanalytik für die Prozessmesstechnik www.zirox.de ZIROX Sensoren und Elektronik GmbH | Am Koppelberg 21 | 17489 Greifswald | Tel.: +49(0)3834-83 09 00 | Fax: +49(0)3834-83 09 29 | E-Mail: info@zirox.de Zirox.indd 1 22.09.2017 11:05:04 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2019 15

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