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Industrielle Automation 2/2017

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Industrielle Automation 2/2017

HANNOVER MESSE

HANNOVER MESSE 2017 I SPECIAL Gewinde mit frontbündigem O-Ring ermöglicht eine hygienische Anbindung an den Prozess. Ein M24-Anschluss kann mit passendem Einschweißadapter direkt als Prozessanschluss verwendet werden. Mit Durchgängigkeit punkten Einheitliche Plattform für die Entwicklung von Prozessmesstechnik für Druck, Füllstand und Grenzstand Eine übergreifende Geräteplattform für die Entwicklung einer durchgängigen Feldinstrumentierung hat viele Vorteile. Auf der Herstellerseite erhöht sich die Sicherheit und auf Seiten der Anwender und Anlagenbetreiber reduzieren sich die Kosten für Planung, Beschaffung und Produktion. Ein Beispiel aus der Sensorik zeigt, dass neben Prozesssicherheit und Wirtschaftlichkeit auch einheitliche Prozessanschlüsse, die Erfüllung der Food Safety-Anforderungen und das Dokumenten- Management ihre Vorteile ausspielen. Die Geräte der neuen Entwicklungsplattform können die Möglichkeit aller gängigen hygienischen Prozessanschlüsse nutzen. Alle möglichen Anschlüsse sind EHEDG-, 3A- und FDA-konform. Neben der flexiblen Wahl der Prozessanschlüsse lassen sich durch dieses einheitliche Adapterkonzept Grenzstand-, Druck und Füllstandsensoren Markus Bühler ist Marketing Manager Füllstand bei der Endress+Hauser GmbH + Co. KG in Weil am Rhein problemlos austauschen. Anlagenbetreiber können damit ihre Lagerbestände reduzieren, da durch die minimierte Variantenvielfalt ein gewisser Standardisierungsgrad erreicht wird. Zudem bietet die Plattform ein flexibles Wechseln des Messprinzips, was letztendlich auch zu Verkürzung einer Stillstandzeit der Anlagen führen oder diese sogar vermeiden kann. Neben einer breiten Auswahl an vollverschweißten Prozessanschlüssen bieten alle Sensoren der Entwicklungsplattform ein gemeinsames Adaptersystem: Das M24×1,5- Varianten für hygienesensible Bereiche Im sensiblen Umfeld der Lebensmittelindustrie sind die Anforderungen an Materialien, Konstruktion, Oberflächenbeschaffenheit und Verarbeitung der Schweißnähte enorm hoch. Aufschluss über die Einhaltung dieser Normen und hohen Ansprüche geben die FDA-, 3-A- und EHEDG-Zertifizierung für Sensoren und hygienische Prozessanschlüsse. Zudem müssen die produktberührenden Oberflächen eine möglichst geringe Rauigkeit aufweisen. Bei allen hygienischen Varianten der Endress+Hauser Geräteplattform für Druck, Füll- und Grenzstand sind dies maximal 0,76 μm. Hygienerelevante Risiken werden dadurch minimiert und die Produktsicherheit ist somit gewährleistet. Noch ein Hygienethema ist die Möglichkeit der Reinigung: die schnelle und gründliche Reinigung der Anlagen, wie im Lebensmittelumfeld üblich, verlangt eine gewisse Robustheit der Geräte. Mit der Schutzklasse IP69 werden Geräte reinigungsgerecht konstruiert, sodass eine Hochdruck- und Dampfstrahlreinigung möglich ist. Außerdem kann die Beständigkeit der Gehäuse gegenüber Reinigungsmitteln von Prüf laboren wie Ecolab geprüft und bescheinigt werden. Temperaturauslegung und Materialauswahl der Geräte sollte auf die im Lebensmittelumfeld üblichen CIP- und SIP-Prozesse zugeschnitten sein. Somit können hohe Temperaturen, aggressive und höher konzentrierte Reinigungsmedien bedenkenlos eingesetzt werden, ohne eine Gefahr vom sogenannten Lochfraß. So wird die Lebensdauer der Geräte erhöht und die Kosten pro Messstelle deutlich reduziert. Die Geräte der einheitlichen Plattform erfüllen alle diese Bedingungen. 01 22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2/2017

Funktionsüberwachung und Dokumentenmanagement Sicherheit darf nicht nur in Richtung der Produktion betrachtet werden, sondern muss auch den Blick auf die Bedürfnisse des Betreibers richten. Zur vereinfachten Funktionsüberwachung der Messstellen tragen einheitliche Kontroll-LEDs bei. Mithilfe von drei Farb-LEDs kann zwischen Betrieb, Schaltzustand, Störung und Fehlverdrahtung unterschieden werden. Bei Vereinheitlichung der Messtechnik auf einer Plattform haben diese selbstverständlich alle bei gleicher Farbe auch die gleiche Bedeutung. Durch die LED-Anzeige am Sensor versichern sich Betreiber vor Ort mit einem Blick über die Funktionstüchtigkeit des Sensors. Auch das Dokumentenmanagement ist vereinheitlicht. Sensoren erhalten einen QR-Code auf dem Typenschild, der Qualität und Rückverfolgbarkeit sichert. Bereits während der Produktion dient dieser als Erkennung und hilft dabei, alle Geräte kundenspezifisch herzustellen. Durch das Abscannen des QR-Codes erhalten Betreiber mobilen Zugriff auf zugehörige Betriebsanleitungen, technische Informationen, Sicherheitsdokumentationen, Informationen zu Ersatzteilen, Seriennummernspezifische Informationen wie Zeugnisse, Zulassun - gen oder das kostenlose Endprüfprotokoll zu jedem Gerät, ergänzen ein sinnvolles Angebot. Geräte für Druck- und Grenzstandmessung Bislang umfasst die Entwicklungsplattform fünf Messgeräte, davon zwei für Druck- und drei für Grenzstandmessung. Cerabar PMP23 ist ein kostengünstiger Druckmessumformer, universell einsetzbar für Lebensmittelund Getränkeapplikationen. Er misst Relativ- oder Absolutdruck mit 0,3 % Referenzgenauigkeit. Der Ceraphant PTP33 mit metallischer Messmembran misst ebenfalls Relativ- und Absolutdruck und zeichnet 02 sich durch verschiedene Signalausgänge (PNP und 4…20 mA) sowie ein Display mit Status-LEDs und Bedienmöglichkeit aus. Beide Messumformer arbeiten bei Prozesstemperaturen von - 10 bis + 100 °C und für eine Stunde auch bei + 135 °C. Die drei Grenzschalter finden Einsatz in Medien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Der Liquipoint FTW23 eignet sich hierbei besonders für wasserbasierte Medien ohne Ansatzbildung bei Prozesstemperaturen von - 20 bis + 100 °C, für eine Stunde auch + 135 °C. Ein Funktionstest am Gehäuse ist während des Betriebs mittels eines Testmagnet möglich. Der Liquiphant FTL33 ist einer der kleinsten Vibroniksensoren am Markt und universell einsetzbar für Lebensmittel und Getränkeapplikationen. Er leistet kontinuierliche Selbstüberwachung des Geräts und schaltet zuverlässig unabhängig von den Medieneigenschaften in Prozessen von - 40 bis + 150 °C. Für wasser- und ölbasierte Medien, die sich pastös verhalten oder zum Ansatz neigen ist der Liquipoint FTW33 prädestiniert. Er ist frontbündig molchbar nutzt aktive Ansatzkompensation und misst bei Prozesstemperaturen zwischen - 20 und + 100 °C, kurzfristig für eine Stunde auch bei + 150 °C. Fotos: Endress+Hauser www.de.endress.com 01 Alle Geräte der Entwicklungsplattform sind mit einheitlichen Flanschen zum vereinfachten Anschluss an den Prozess verfügbar 02 Der Druckmessumformer Ceraphant PTP33 (li.) sowie der Grenzschalter Liquipoint FTW33 (re.) wurden auf einer Plattform entwickelt

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