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Industrielle Automation 1/2017

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Industrielle Automation 1/2017

INDUSTRIELLE

INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION Jede Waffel ein Genuss Leitsystem für automatisierte Teigfertigung optimiert Produktionsprozesse in Waffelfabrik In der Lebensmittelbranche ist eine gleichbleibende Qualität der Produkte von hoher Bedeutung. Aus diesem Grund hat ein deutscher Hersteller von Waffelprodukten seine Produktion automatisiert. Durch den Einsatz eines neuen Leitsystems, das für die Steuerung und Visualisierung der Teigfertigung zuständig ist, kann das Unternehmen Fehldosierungen verhindern und seine Fertigungsprozesse nachvollziehbar dokumentieren. Dirk Wagner ist Marketing Manager Simatic WinCC bei der Siemens AG in Nürnberg Pro Jahr bäckt, verpackt und versendet die Waffelfabrik Meyer zu Venne drei Milliarden Waffelprodukte – vom Eishörnchen bis zur Flachwaffel. In den Produktionshallen stehen 40 Öfen, in 33 von ihnen werden Eishörnchen gebacken, in weiteren sieben Öfen Flachwaffeln. Der Teig kommt aus Mischern, die automatisch mit den Zutaten befüllt werden. Im Gegensatz zum früheren händischen Abwiegen erfolgt die Dosierung der Hauptbestandteile heute automatisch. Dies ermöglicht eine genauere Dosierung und spart Rohstoffe. Zuständig für die Automatisierungstechnik ist das Unternehmen Hellebusch Elektrotechnik. Der Systemintegrator nutzt für die Prozessautomatisierung das Portfolio von Siemens, bspw. die SPS Simatic S7-300 CPU 315- 2PN/DP für je zwei Mischer und das an die SPS angeschlossene Siwarex-Wägemodul. Die Mischer werden innerhalb der Fabrik durch ein redundantes Serverpaar in einem Serverraum überwacht, auf das mittels Simatic Panel PCs direkt aus der Produktion heraus zugegriffen werden kann. Rohstoffeinsatz erfassen und dokumentieren Um die Vorteile einer automatisierten Teigfertigung optimal nutzen zu können, wurde parallel zur Simatic-Steuerung auch die Scada-Software Simatic WinCC V7 eingeführt, die die Rezepturen verwaltet, Produktionsdaten für die Auswertung sammelt und so eine lückenlos rückverfolgbare Bedienung der Anlage ermöglicht. WinCC unterstützt mit dem OPC-Standard neben Automatisierungsprodukten aus dem Produktspektrum von Siemens Totally Integrated Automation (TIA) auch etliche Fremdprodukte. Für die Abbildung des Produktionsprozesses verfügt schon die Basisversion von WinCC über zahlreiche Funktionen. Diese werden durch Add-Ons wie PM-Control für die Steuerung der Waffelproduktion und PM-Quality für die Auswertung sowie Speicherung der erfassten Daten ergänzt. „Mit den detaillierten Auswertungen können wir den Rohstoffeinsatz und den Produktionsprozess für jede einzelne Waffel 30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2017

Von der Bedienstation am Mischer kann über das Leitsystem die Produktion gestartet und kontrolliert werden erfassen und nachweisen – nicht aus errechneten Werten oder Vorgaben, sondern auf Basis realer Produktionsdaten“, erklärt Christian Meyer zu Venne, Geschäftsführer der Waffelfabrik. Das dient der Dokumentation und dem Qualitätsnachweis. Von gesteigerter Produktqualität profitieren Ein weiterer Grund für die Entscheidung für WinCC als Leitsystem ist dessen Erweiterund Skalierbarkeit. Das System lässt sich schnell an die durch Linienergänzungen oder -modernisierungen sich ständig ändernden Umgebungsbedingungen anpassen und erlaubt Mengengerüste von bis zu 256000 Variablen. Auch können weitere Bedienstationen jederzeit angebunden werden; insgesamt 32 Clients je WinCC-Server. Für die Integration bestehender und neuer Anlagen gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder werden sie als Industrie-PC in das bereits vorhandene System eingebunden, sodass das Scada-Projekt lokal läuft und Daten mit dem Server synchronisiert werden. Oder auf das komplette Projekt wird via Thin Clients auf einem zentralen WinCC- Server zugegriffen. Durch die Automatisierung des Produktionsprozesses sowie die Speicherung und Analyse der Fertigungsdaten konnte der 01 Die gleichmäßig hohe Qualität der Flachwaffeln lässt sich dank detaillierter Produktionsdatenerfassung im Leitsystem auf Knopfdruck bzw. Mausklick nachweisen Waffelhersteller die Produktqualität weiter steigern und gleichzeitig durch einen optimierten Rohstoff-Einsatz Fehldosierungen vermeiden. Da WinCC außerdem jederzeit leicht angepasst werden kann, lassen sich mit dem System auch weitere Modernisierungen und Anpassungen schnell und problemlos umsetzen. Bilder: Siemens www.siemens.de PAM-199-P digitaler Leistungsverstärker modernes kostenoptimiertes Design für alle typischen Anwendungen für alle Proportionalventile geeignet USB Schnittstelle DNV·GL Approval geringe Lagerkosten durch reduzierte Vielfalt hohe MTTF d Werte 02 Hier wird der Teig zu Flachwaffeln gebacken: der Vorratsbehälter (rechts neben den Sichtfenstern) dient als kurzfristiger Puffer für den Backofen Elektronik GmbH Gewerbering 31 D-41372 Niederkrüchten Telefon: +49 (0)2163 577355-0 Fax: +49 (0)2163 577355-11 E-Mail: info@w-e-st.de Internet: www.w-e-st.de Seit 18 Jahren Ihr Partner für dynamische Antriebslösungen INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2017 31

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